16.02.13

Bastos rettet Punkt

In Mainz verlängert Schalke Kellers Schonfrist

Nach dem Remis in Mainz feiert Schalke seinen Kampfgeist. Doch im Spiel bei Galatasaray Istanbul wird am Mittwoch mehr nötig sein, um die Diskussionen um Trainer Jens Keller verstummen zu lassen.

Foto: dpa

1. FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 2:2 (1:1)
Die Gäste wollten unbedingt ihre Negativserie mit nur einem Sieg aus den letzten elf Pflichtspielen beenden und damit die Diskussionen um Trainer Jens Keller beruhigen.

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Gerade als Horst Heldt die kritischste Frage des Abends nur zögerlich beantwortete, verschwand Jens Keller hinter ihm in den Mainzer Katakomben. "Wir wollen an dem festhalten, was wir gemeinsam verabschiedet haben", sagte der Manager von Schalke 04 schließlich vielsagend. Ein deutliches "Ja" zu seinem Trainer ließ sich der 43-Jährige nicht entlocken.

Ein wenig Schonfrist – viel mehr bedeutete das 2:2 (1:1) beim FSV Mainz 05 nicht, vier Tage vor dem für den kriselnden Verein so wichtigen Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Galatasaray Istanbul (20.45 Uhr/ZDF, Sky und welt.de live). "Natürlich wird Jens in der Türkei auf der Bank sitzen", sagte Heldt.

Der mit dem Coach in die Kritik geratene Manager konnte sich in Mainz bei "seinem" Glücksgriff der Winterpause bedanken, dass die Nachfragen zu Kellers und seiner Zukunft nicht bohrender wurden. Der Brasilianer Michel Bastos, im Januar von Olympique Lyon verpflichtet, rettete den Königsblauen mit zwei Toren die Generalprobe fast im Alleingang.

"Wenn einer drei Tore in drei Spielen macht, kann man sicher nicht von einem Fehleinkauf sprechen", sagte Keller. Die beiden Treffer (41./82.) des 29-Jährigen täuschten allerdings darüber hinweg, dass Schalke auch locker mit zwei, drei Toren hätte verlieren können. "Natürlich werden wir keinen Hehl daraus machen, auch das Schlechte herauszuarbeiten", sagte Heldt, der selbstironisch erkannte: "Ich erfülle auch wieder die Bingo-Reihe."

"Die Spieler haben auch vieles gut gemacht"

Genügend Durchhalteparolen für das "Schalker-Krisen-Bullshit-Bingo" auf www.schalkefan.de, das zuletzt bundesweit für Belustigung sorgte, hatte der Manager tatsächlich parat. "Aber am Ende vom Tag ist es zweitrangig, ob wir glücklich ein Unentschieden geholt oder unglücklich zwei Punkte liegen gelassen haben", sagte er: "Weil es in den letzten Spielen nicht so vieles Gutes zum Herausarbeiten gab. Es ist wichtig, den Spielern zu erklären, dass sie auch vieles gut gemacht haben."

Andreas Ivanschitz (27.) und Zdenek Pospech (63.) hatten die Gäste zweimal an den Rande des Abgrunds geschossen. Die dritte Pleite in Folge wäre für die Gelsenkirchener auf der Reise in die Türkei wohl kaum zu schultern gewesen. "So wissen wir, wir leben noch", sagte Torwart Timo Hildebrand. Noch ein bisschen "zu lethargisch" sei das junge Team, in dem am Ende der erst 17-jährige Max Meyer mit der Vorlage für den Ausgleich glänzte, meinte Hildebrand: "Es muss einfach in den Kopf rein, dass wir aggressiv spielen müssen."

Mit Aggressivität und "ohne Angst", wie Mittelfeldspieler Jermaine Jones meinte, will Schalke am Mittwoch spielen. "Wir wissen, dass wir Qualität haben", sagte Jones: "Es war gut, dass wir heute diese Moral gezeigt haben. Wir werden da noch mal eine Schippe drauflegen."

Entsprechend offensiv gab auch Heldt die Marschroute aus: "Wir sind eine von vier Mannschaften, die ungeschlagen die Gruppenphase überstanden hat. Daran möchten wir natürlich festhalten." Auch für die "weiteren Bundesligaspiele wäre das wichtig", meinte er. Mit 30 Punkten liegen die Königsblauen vier Punkte hinter den Europapokalplätzen – eigentlich zu wenig für den ambitionierten Klub. "Über Ziele brauchen wir nicht mehr zu reden", sagte Hildebrand vielsagend.

Von der Europa League wird – zumindest für eine Woche – auch in Mainz niemand sprechen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel fiel am Samstag von Platz sechs. "Bei uns ist niemand mit dem Unentschieden zufrieden", sagte Tuchel: "Wir haben uns hochkarätige Torchancen herausgespielt, es aber verpasst, für die Entscheidung zu sorgen." Aus Mainzer Sicht waren es "zwei Punkte zu wenig", sagte der 39-Jährige: "Das Glück läuft uns im Moment nicht gerade hinterher."

Welches Team beschäftigte die meisten Trainer in der Bundesliga-Geschichte?
Frage 1 von 20
Quelle: sid/jr
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