08.02.13

Eishockey

Deutsches Eishockey-Team vor historischer Blamage

Das deutsche Eishockey-Team steht vor dem größten Scheitern bei Olympia seit 65 Jahren. Jetzt muss ein Sieg gegen Österreich her.

Foto: dpa

Alexander Barta nach der Niederlage gegen Italien
Alexander Barta nach der Niederlage gegen Italien

Den Deutschen Eishockey-Cracks droht nach einer Blamage gegen die international zweitklassigen Italiener die erste Nicht-Teilnahme bei Olympia seit 65 Jahren. Am Freitag verlor das deutsche Team in Bietigheim-Bissingen mit 1:2 (1:1, 0:0, 0:0) nach Verlängerung erstmals seit fast zwölf Jahren wieder ein Spiel gegen Italien, das im vergangenen Jahr noch aus der WM-A-Gruppe abgestiegen war.

Nur ein Tor von Jerome Flaake (14. Minute) reichte nicht zum erwarteten Sieg gegen das Jugend-Heimatland von Bundestrainer Pat Cortina. Treffer von Robert Sirianni (11.) und Nathan di Casmirro (63.) besiegelten die erste deutsche Niederlage überhaupt in einem deutschen Olympia-Qualifikationsspiel.

Sieg gegen Österreich muss her

"Das war sehr unglücklich", meinte Constantin Braun von den Eisbären Berlin und analysierte: "Wir müssen noch mehr Männer vor das Tor bringen, um die Abpraller zu verwerten." Lange wollte er sich mit der Pleite aber nicht aufhalten: "Wir müssen am Sonntag gegen Österreich gewinnen, wie wir das vorhatten, und dann ist alles in Lot."

Zuletzt fehlte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) 1948 bei Olympia in St. Moritz. Damals durfte Deutschland drei Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges aus politischen Gründen nicht antreten. Noch nie verpatzten Deutschlands Eishockey-Männer eine Olympia-Qualifikation.

Genau dies droht dem Cortina-Team, wenn es am Sonntag im abschließenden Spiel nicht klar gegen Österreich (15.15 Uhr/Sport 1) gewinnt. Das Nachbarland hatte am Freitagnachmittag den Eishockey-Nobody Niederlande mit 6:1 bezwungen. Deutschland hatte am Donnerstag gegen die Niederländer 5:1 gewonnen.

Unglückliche Entscheidungen des Schiedsrichters

"Es ist nicht einfach in so einer Druck-Situation. Wir wissen, jedes Spiel kann entscheidend sein", hatte Kapitän Michael Wolf nach dem Holland-Spiel gesagt und angekündigt: "Wir können noch besser spielen." Davon war am Freitag allerdings wenig zu sehen. Das ersatzgeschwächte deutsche Team leistete sich wie in den längst vergessen geglaubten Spiele unter Cortina-Vorgänger Jakob Kölliker vor allem zu Beginn abenteuerliche Abwehrfehler.

Hinzu kamen einige unglückliche Entscheidungen des finnisch-russischen Schiedsrichterpaares. Die Führung der Italiener fiel in Überzahl. Nur eine starke Einzelleistung Flaakes machte dies wieder wett. Im Angriff machte sich das Fehlen der verletzten Thomas Greilinger und Christoph Ullmann machte bemerkbar. Zu allem Überfluss fiel kurz vor dem Spiel auch noch Torjäger Patrick Reimer aus, der sich am Donnerstag verletzt hatte.

"Wir müssen schnell spielen und den Puck vom Abwehrdrittel fernhalten", hatte Cortina gefordert. Seine Spieler erfüllten ihm diesen Wunsch lange nicht. Der Bundestrainer, der in Italien aufgewachsen und Anfang des Jahrtausends auch drei Jahre italienischer Nationalcoach war, musste auch im zweiten Drittel tatenlos zusehen, wie die deutschen Stürmer zahlreiche gute Chancen ungenutzt ließen. In strittigen Situationen verweigerten die Schiedsrichter zudem Pfiffe gegen Cortinas Heimatland.

Auch im Schlussdrittel war Deutschland überlegen, scheiterte aber immer wieder am italienischen Keeper Adam Dennis. Schließlich sorgte di Casmirro in der Verlängerung für Entsetzten auf den deutschen Rängen.

Quelle: dpa
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