07.02.13

Biathlon-WM

Deutsche Mixedstaffel blamiert sich mit Rang 13

Zum Auftakt der Weltmeisterschaften erlebten die deutschen Biathleten ein Debakel. Ausgerechnet Hoffnungsträgerin Miriam Gössner enttäuschte. Auch ihre Staffelkollegen blieben hinter den Erwartungen.

Foto: Bongarts/Getty Images

Hatte am Schießstand ihre liebe Mühe und Not: Miriam Gössen
Hatte am Schießstand ihre liebe Mühe und Not: Miriam Gössen

Ausgerechnet Hoffnungsträgerin Miriam Gössner hat die deutsche Mixedstaffel mit ihren Patzern am Schießstand zum Auftakt der Biathlon-WM in Nove Mesto um die mögliche erste Medaille gebracht. Die 22-Jährige musste einmal in die Strafrunde und machte in Tschechien damit früh alle Möglichkeiten auf Edelmetall zunichte.

Mit 2:40,7 Minuten Rückstand landete das enttäuschend schwache Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach zehn Nachladern nur auf Rang 13 und blieb im Mixedwettbewerb zum ersten Mal seit fünf Jahren ohne WM-Medaille – für die erfolgsverwöhnten Skijäger ein Debakel.

"Ich weiß nicht, warum ich die Fehler geschossen habe, das war einfach nicht notwendig. Ich habe mich eigentlich total gut gefühlt", sagte die völlig enttäuschte Gössner, die an Position zwei lief, und ergänzte: "Es hat einfach überhaupt nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte."

Schwächstes deutsches WM-Ergebnis

Gemeinsam mit Andrea Henkel (Großbreitenbach/2 Nachlader), Simon Schempp (Uhingen/1) und Andreas Birnbacher (Schleching/3) verpatzte Gössner (Garmisch/1 Strafrunde) den WM-Auftakt und sorgte für das schwächste deutsche Ergebnis seit der festen Integration in das WM-Wettkampfprogramm im Jahr 2007. Zu der ersehnten Medaille, die das Quartett mit Bronze im Vorjahr in Ruhpolding noch gewonnen hatte, fehlten den Weltmeistern von 2008 und 2010 mehr als zwei Minuten.

Die starken Norweger sicherten sich derweil zum dritten Mal in Folge den Titel. Tora Berger, Synnoeve Solemdal, Tarjei Boe und Emil Hegle Svendsen setzten sich nach 2x6 und 7,5 km souverän vor Frankreich und Gastgeber Tschechien durch, der vor den begeisterten Fans überraschend Bronze holte.

Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel leistete sich zum Auftakt bei ihren Schießeinlagen jeweils einen Nachlader. "Liegend war es der letzte Schuss, das war nicht notwendig. Darüber ärgere ich mich. Ich hatte läuferisch aber schon schlechtere Runden in diesem Jahr", sagte die achtmalige Weltmeisterin aus Thüringen. Henkel übergab mit 42,1 Sekunden Rückstand hinter der norwegischen Gesamtweltcup-Führenden Tora Berger auf Miriam Gössner.

Eine Strafrunde beim Stehendanschlag

Das 22 Jahre alte Laufwunder aus Garmisch zeigte dann auf der Strecke nicht ihre ganze Stärke, musste im Liegendschießen ebenfalls eine Extrapatrone nutzen und verlor nach Problemen beim Einlegen der Munition zunächst weiter an Boden (Gössner: "Meine Finger waren so kalt"). Ganz bitter wurde es beim Stehendschießen: Drei Nachladepatronen reichten bei guten äußeren Bedingungen nicht aus – Gössner musste in die Strafrunde. In der Loipe verlor sie zudem mehr als 30 Sekunden auf die Spitze.

"Ich mache mir noch keine Sorgen um meine Form. Schauen wir mal, ob es im Sprint besser funktioniert", sagte die Staffel-Weltmeisterin, die mit 1:36,4 Minuten Rückstand auf Simon Schempp übergab. Auch der 24-Jährige musste einmal nachladen. Schier aussischtlos ging Schlussläufer Birnbacher auf seine 7,5 km. Der Rückstand auf die Spitze betrug bereits mehr als zwei Minuten. Der 31-Jährige konnte ebenfalls nicht überzeugen und brauchte ebenfalls drei Nachlader. Damit war nicht einmal ein Platz in den Top 10 möglich.

Nach einem Ruhetag wird die erste Biathlon-WM in Tschechien am Samstag mit den beiden Sprintrennen fortgesetzt, am Sonntag steht bei den Frauen und Männern die Verfolgung auf dem Programm.

Quelle: sid/as
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