06.02.13

Länderspiel

In Frankreich soll die schwarze Serie endlich enden

Im Länderspiel gegen Frankreich will sich Lukas Podolski bei Bundestrainer Joachim Löw wieder in Erinnerung bringen. Für die Nationalmannschaft geht es in Paris vor allem ums Prestige.

Foto: picture alliance / augenklick/fi

Das letzte Duell gewann Frankreich vor einem Jahr in Bremen mit 2:1
Das letzte Duell gewann Frankreich vor einem Jahr in Bremen mit 2:1

"Zeiten ändern dich" heißt ein Lied von Bushido. Dem Rapper, dessen Musik viele deutsche Fußball-Nationalspieler gern hören. Vor dem Länderspiel gegen Frankreich am Mittwoch (21 Uhr, ARD und welt.de live) trifft der Liedtitel besonders auf Lukas Podolski zu. Die vergangenen Jahre haben ihn verändert. Früher war er als Jungspund beim FC Bayern München oft nur Ersatz, dafür in der Nationalmannschaft gesetzt. Jetzt spielt er als gestandener Profi bei seinem Klub FC Arsenal mehr als in der Auswahl.

Das Länderspiel in Paris ist für ihn die Chance zu zeigen, dass er für Deutschland so wichtig sein kann wie für die Londoner. Am vergangenen Wochenende schoss Podolski Arsenal zum 1:0 gegen Stoke City, er gehört zu den Topvorbereitern der Premier League. Ob Löw ihn gegen Frankreich von Beginn an spielen lässt oder für Andre Schürrle einwechselt – Podolski will an seine alte DFB-Stärke anknüpfen. "Lukas ist immer eine Alternative. Ich sehe ihn links besonders gut", sagt Löw. Mit 106 Länderspielen ist Podolski auf dieser Reise der erfahrenste Nationalspieler im Kader.

Die linke Seite wird in der Partie wohl die spannendste. Wen lässt Löw dort verteidigen? Marcel Schmelzer hat die Teilnahme an dem Spiel verletzt abgesagt. Zieht der Bundestrainer Philipp Lahm rüber? Nein, Löw will ihn dauerhaft auf rechts einsetzen. Bleiben Lars Bender und Jerome Boateng. Letzterer kann Spielpraxis gebrauchen, bei den Bayern ist er seit Beginn der Rückrunde nur Ersatz.

Münchens Trainer Jupp Heynckes hatte in der vergangenen Woche bereits betont, dass er sich über Einsätze seiner Ersatzspieler in den Auswahlmannschaften freuen würde. Doch Löw wird an diesem Mittwoch wohl auf Bender setzen. "Ich habe ein paar Gedankengänge im Kopf, wie ich die Mannschaft aufstellen werde", so der Bundestrainer.

Gomez ist die einzige Spitze

Das Tor hütet Rene Adler, vor ihm verteidigen Philipp Lahm, Per Mertesacker, Mats Hummels und wohl Bender, im defensiven dürfte Ilkay Gündogan den verletzten Bastian Schweinsteiger ersetzen, Sami Khedira ist neben ihm gesetzt. Im linken Mittelfeld kann Schürrle auf einen Einsatz hoffen, zentral spielt Mesut Özil, rechts Thomas Müller, Mario Gomez ist die einzige Spitze. "Auch wenn es einige Absagen gab, werden wir eine starke Mannschaft auf das Spielfeld schicken", so Löw.

Für sein Team geht es am Mittwoch um das Prestige. Und darum, eine Serie zu beenden. Seit 1987 hat die Auswahl nicht mehr gegen Frankreich gewonnen. Beim bislang letzten Sieg (2:1) in Berlin schoss Rudi Völler die Tore. Auswärts ist die Nationalmannschaft gegen Frankreich sogar seit 1935 ohne Sieg. Die Gesamtbilanz nach 24 Aufeinandertreffen: Sieben Siege, sechs Unentschieden und elf Niederlagen, 40:40 Tore.

Der Weltverband Fifa wertet das legendäre 8:7 nach Elfmeterschießen bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien als Unentschieden, weil es nach 120 Minuten 3:3 stand. Aus Sicht von Kapitän Lahm ist die Zeit gekommen, dass sich die Bilanz ändert: "Wir freuen uns auf das Spiel und wollen unbedingt gewinnen." Das Stade de France wird mit 75.000 Zuschauern ausverkauft sein.

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