01.02.13

Formel 1

Nase ab! Mit diesem Auto greift Ferrari Vettel an

Ferrari hat am Freitag in Maranello seinen neuen Formel-1-Rennwagen präsentiert. Mit dem F138 will der Rennstall die Titelserie von Sebastian Vettel beenden. Es gibt eine auffällige Neuerung.

Foto: AFP

Ein Auto, gebaut für Siege und Titel: Der neue Ferrari-Rennwagen F138.

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Die rote Göttin hat eine schöne Nase. Ob Ferraris neuer Formel-1-Renner F138 aber auch zum Vettel-Jäger taugt, muss sich erst noch zeigen. Während sich der WM-Zweite Fernando Alonso vor dem erwarteten Zweikampf mit Titelverteidiger Sebastian Vettel ungewohnt bedeckt hielt, versprühte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo bei seiner emotionalen Ansprache das nötige Feuer. "Wir wollen in diesem Jahr gewinnen", stellte der 65-Jährige klar.

Alonso glaubt nicht, "dass wir wie in der letzten Saison sieben Sieger in den ersten sieben Rennen sehen werden. Die zwei oder drei Top-Teams werden alle Rennen gewinnen, und wir gehören hoffentlich dazu."

Deutlicher wurde da schon Felipe Massa, der "viele Siege und zwei WM-Titel" erwartet. Bei den ersten Tests ab Dienstag in Jerez/Spanien wird Alonso nicht dabei sein, weil er noch an seiner Fitness arbeitet. Der 31-Jährige wird erst am 19. Februar in Barcelona ins Cockpit steigen.

Als um 10.47 Uhr bei dramatischer Musik und bunter Lichtershow das weiße Tuch vom neuen Boliden gezogen wurde, war auch die weltweite Fan-Gemeinde live im Internet dabei. Direkt ins Auge stach die neue Nase, der dank einer kosmetischen Blende im Gegensatz zum Vorjahr der hässliche Knick erspart geblieben ist. Zudem setzt sich der untere Wagenteil in tiefschwarz deutlich vom typischen Ferrari-Rot des restlichen Renners ab.

Laut Teamchef Stefano Domenicali handelt es sich um eine Frühversion, bis zum Auftaktrennen am 17. März im australischen Melbourne "wird es sich noch deutlich verändern". Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sollen Alonso und Massa in diesem Jahr schon in Melbourne "das beste Auto" zur Verfügung haben.

Mit Unterstützung aus Deutschland

Dafür machte Ferrari den Schritt über die Alpen ins Land des Weltmeisters und nutzte den Windkanal der Toyota Motorsport GmbH in Köln-Marsdorf, um die Aerodynamik-Schwächen auszumerzen. Im Vorjahr hatten die Daten aus dem Ferrari-Windkanal nicht mit denen von der Rennstrecke übereingestimmt und warfen die Italiener weit zurück. "Wir mussten unsere Organisation hinterfragen, sie verbessern und effektiver arbeiten", sagte Domenicali.

Wie auch die Konkurrenz präsentierte Ferrari mit dem F138, dessen Namen sich aus dem F für Ferrari, der 13 für das Jahr und der 8 für die Zylinderzahl des Motors zusammensetzt, eine "Evolution" des Vorjahresmodells. Weil ab 2014 mit den Turbo-Motoren eine ganz neue Ära eingeläutet wird, stehen die roten Renner "vor einer schwierigen Saison. Wir arbeiten mit zwei Teams, eins für 2013, eins für 2014", sagte Domenicali. Dazu steht ein Umbau des eigenen Windkanals an und die Errichtung eines neuen Hauptquartiers, das in zwei Jahren fertig sein soll.

Trotz der fehlenden Titel in den vergangenen Jahren stehen die Sponsoren in Maranello Schlange. Ein Maschinenproduzent aus China gesellte sich sehr zur Freude von di Montezemolo zum russischen Hersteller von Sicherheitssoftware und dem Energydrink-Hersteller aus Brasilien, die ihre Verträge verlängerten, mit ins Boot. Entsprechend fühlt sich Ferrari gut aufgestellt, um endlich die Siegesserie von Sebastian Vettel und Red Bull zu beenden.

Vettel wird am Sonntag im englischen Milton Keynes seinen neuen Red Bull RB9 präsentieren. Mercedes mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg stellt den neuen Silberpfeil am Montag in Jerez vor.

Quelle: sid/mh
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