31.01.13

Nach dem Clásico

Mourinho spricht über seinen Abschied im Sommer

Youngster Raphael Varane war Reals Held nach dem Remis im Pokal-Halbfinale gegen Erzrivale FC Barcelona. Am Rande des Clásico machten neue Gerüchte um die Zukunft von Trainer José Mourinho die Runde.

Foto: dpa
Jose Mourinho
Jose Mourinho schwieg nach dem Pokal-Clasico erneut – und ließ seinen Assistenten das Spiel kommentieren

Youngster Raphael Varane war der Held von Madrid nach dem 1:1 im Pokal-Halbfinale gegen den Erzrivalen FC Barcelona. "Das ist für mich wie ein schöner Traum - und das mit 19 Jahren. Das ist unglaublich", schwärmte Varane nach seinem Treffer (81.) zum 1:1 (0:0), mit dem er dem Rekordmeister im unterhaltsamen 254. Clasico die Chance auf den 38. Einzug ins Finale erhielt. Das Rückspiel steigt am 27. Februar in Barcelona.

"Oh la la! Der Franzose Varane rettet Real in einem Spiel, in dem beide Mannschaften gezeigt haben, dass sie die Besten der Welt sind", schrieb die Sportzeitung "Marca", und auch "AS" schloss sich der Bewertung an: "Das war der beste Fußball der Welt, die Varane nach seinem Tor nunmehr zu Füßen liegt."

Cesc Fabregas hatte Barca in der 51. Minute im Estadio Bernabeu verdient in Führung gebracht, bevor der 1,91 Meter lange Edelreservist Varane nach einem Freistoß des deutschen Nationalspielers Mesut Özil den Ausgleich köpfte, um im nächsten Moment in einer jubelnden weißen Spielertraube zu verschwinden.

Varane (bisher sieben Liga-Einsätze in der Saison), der 2011 vom RC Lens nach Madrid wechselte, war zum Einsatz gekommen, weil die etatmäßigen Innenverteidiger Sergio Ramos (gesperrt) und Pepe (verletzt) nicht zur Verfügung standen. Und er nutzte seine Chance. "Varane hat gegen Barca promoviert", kommentierte "AS".

"Barca vergaß, den Sack zuzumachen"

"Real hat nur von unseren Ballverlusten gelebt. Wir waren besser und werden es ihnen auch im Rückspiel zeigen", resümierte Barcas Welt- und Europameister Xavi, der unter anderem Pech mit einem Lattenschuss (21.) hatte. "Barca hat nicht alles geholt, was in Bernabeu möglich war", urteilte "Sport". "Barca vergaß, den Sack zuzumachen", stellte "El Mundo Deportivo" fest.

Die beiden deutschen Nationalspieler Sami Khedira und Özil standen bei Real über die kompletten 90 Minuten auf dem Platz, blieben aber ebenso blass wie Superstar Cristiano Ronaldo. Weltfußballer Lionel Messi war beim Tabellenführer der Primera Division zwar ebenso erfolglos, legte jedoch Fabregas zumindest zum Führungstreffer auf.

Wechselgerüchte von Mourinho halten sich

Statements von Madrids Trainer Jose Mourinho gab es wieder nicht. Stattdessen schickte er mal wieder seinen Co-Trainer Aitor Karanka zur Pressekonferenz. "Das ganze Team hat eine tolle Arbeit verrichtet", lobte dieser, "in der Liga haben wir zwar sehr viel liegen lassen, aber in den direkten Duellen zeigt sich der tatsächliche Abstand immer wieder. Das Ganze ist ziemlich konkurrenzfähig."

Um Mourinho blühen unterdessen täglich neue Spekulationen über die Zukunft des Portugiesen in der spanischen Hauptstadt auf. Angeblich soll der exzentrische Coach einem italienischen Journalisten von der Tageszeitung "Il Giornale" verraten haben, dass er Real am Saisonende verlassen werde. Nicht minder hartnäckig halten sich zugleich Gerüchte, dass Mourinho mit einem lukrativen Engagement bei dem von Scheichs gesponserten Klub Paris St. Germain liebäugelt.

Lopez sticht Adan im Tor aus

Im Team der Madrilenen spielte beim Clasico auch Zugang Diego Lopez mit. Als Ersatz für Stammtorwart und Kapitän Iker Casillas, der verletzt einige Wochen ausfallen wird, war der 31-Jährige noch schnell gekauft worden. Im Clasico gab er seinen Einstand und stach damit Reals ewigen Zweiten Antonio Adan aus. "Die Erfahrung und die Ruhe, die Diego ausstrahlt, zeigen uns, dass wir uns bei ihm nicht geirrt haben", erklärte Karanka die Entscheidung des Trainerstabs für den Zugang, "aber natürlich vertrauen wir Antonio. Vom jetzigen Zeitpunkt bis zum Saisonende."

"Für einen Madridista ist es eine große Freude in diesem Stadion zu spielen und das dann auch noch in einem Clásico gegen Barcelona", ließ Lopez die Erfahrung Revue passieren und erklärte, dass es zwischen Adan und ihm keine Probleme gebe. "Wir sind in der Kabine vereint, die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auf Augenhöhe mit Barça ist und die Sache unter Kontrolle hatte", erklärte er.

Quelle: sid/jkr
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