30.01.2013, 23:27

Trotz Insolvenz Nürburgring richtet deutschen Formel-1-Lauf aus


Vor heimischen Fans: Sebastian Vettel im Juli 2011, als die Formel 1 zuletzt am Nürburgring gastierte

Foto: Harald Tittel / dapd

Vor heimischen Fans: Sebastian Vettel im Juli 2011, als die Formel 1 zuletzt am Nürburgring gastierte Foto: Harald Tittel / dapd

Die Formel 1 in Deutschland ist auch 2013 gesichert. Die Serie gastiert am 7. Juli auf dem Nürburgring. Darauf einigten sich die insolventen Betreiber mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone.

Die Formel 1 ist in diesem Sommer auf dem Nürburgring zu Gast: Die Betriebsgesellschaft der insolventen Nürburgring GmbH, NBG, hat sich mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone geeinigt. Das bestätigen Regierungskreise am Mittwochabend in Mainz. Zuvor hatten auch die Mainzer "Allgemeine Zeitung" und die "Rhein-Zeitung" über die Einigung berichtet. Das Rennen ist für den 7. Juli geplant.

Damit ist nach monatelangen Verhandlungen klar, dass Weltmeister Sebastian Vettel & Co. in diesem Jahr auf der Traditions-Rennstrecke in der Eifel fahren können. Der Automobilverband FIA hatte den Ort des Rennens im Rennkalender noch offengelassen. Im Gespräch war auch der badische Hockenheimring gewesen.

Die langwierigen Verhandlungen waren von der Insolvenz der staatlichen Besitzfirma der Rennstrecke im vergangenen Sommer überschattet worden. Dazu kam ein Streit zwischen Rheinland-Pfalz und den damaligen privaten Pächtern, denen das Land wegen ausstehender Pacht im Februar 2012 gekündigt hatte.

Als Knackpunkt galt die Fahrergebühr

Nach der Insolvenz einigten sich Ex-Pächter, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), und Sanierer: Die NAG gab Betrieb und Immobilien zurück, sollte aber noch die Formel 1 managen und verhandelte daher mit Ecclestone.

Am vergangenen Wochenende berichtete der "Spiegel" dann, Ecclestone habe die Verhandlungen abgebrochen. Für diesen Fall hatten die Sanierungsverwalter des insolventen Rings betont, selbst mit Ecclestone sprechen zu wollen. Als Knackpunkt galt stets, dass der klamme Nürburgring keine Fahrerfeldgebühr zahlen wollte.

"Eine gute Nachricht für die Region"

Dass nun eine Einigung zustande kam, wurde im politischen Mainz positiv aufgenommen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) freuten sich über den Durchbruch für die Formel 1 am Nürburgring, kommentierte Regierungssprecherin Monika Fuhr über den Kurznachrichtendienst Twitter. "Das ist eine gute Nachricht für die Region."

Die frühere SPD-Alleinregierung hatte am Nürburgring vor einigen Jahren für 330 Millionen Euro einen riesigen Freizeitpark bauen lassen. Dorthin kommen viel weniger Besucher als erwartet. Um einen 330-Millionen-Kredit zu decken, mussten vorrangig Haushaltsmittel verwendet werden. Der Versuch der Privatfinanzierung war 2009 gescheitert.

(dpa)
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