30.01.13

Skifahren in den USA

Park City – Olympia-Pisten und Totenkopf-Abfahrten

Seit den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City boomen Utahs Skigebiete. Die einstige Silberminenstadt Park City lockt mit historischem Flair – und mit dem besten Schnee der Welt.

Vor 100 Jahren war Park City noch ein verruchtes Silberminennest im Wilden Westen. Wo sich einst trinkfreudige Glücksritter und schießwütige Cowboys mit leichten Mädchen vergnügten, stapfen heute Skifahrer zu den Liften.

Der Wintersport hat den zwischenzeitlich zur Geisterstadt verkommenen Ort in Utah vor dem Verfall gerettet. Seit den Olympischen Spielen von Salt Lake City 2002 boomen Park City und seine Nachbarresorts Deer Valley und Canyons.

Zur Eröffnung des Skigebiets 1963 wurden die ersten Sportler noch in einem alten Förderzug durch einen düsteren Minentunnel auf den Berg gebracht. Heute erschließt ein modernes Liftsystem das Skigebiet von Park City, das 2002 das Herz der Winterspiele war. Fast alle alpinen Rennen fanden unter dem 3047 Meter hohen Jupiter Peak statt.

Die Olympischen Spiele bescherten Park City internationalen Ruhm, seine Silberminen-Geschichte geben der Region ein besonderes Flair. "Selbst im Skigebiet stehen noch alte Fördertürme und Minengebäude", erzählt Pamela Graves-Longley vom "Sky Lodge"-Hotel direkt an der Main Street.

Backsteingebäude und Holzhäuser

Park City ist keines dieser künstlichen US-Skiresorts, die mit pseudoalpiner Architektur die Sehnsucht der Amerikaner nach Schweizer Bergromantik stillen. Hier reihen sich Backsteingebäude und pastellfarbene Holzhäuser an Cafés, Restaurants und Galerien.

Auch George Baker liebt das historische Flair in Park City. Noch mehr aber liebt der pensionierte Pilot den berühmten Schnee. "In Utah schreiben sie völlig zurecht "Greatest Snow on Earth" auf ihre Autokennzeichen", erzählt George.

Nicht einmal ein Schneeball lässt sich aus dem trockenen Pulver pressen. "Utah hat wegen der Höhe und Ausrichtung der Wasatch-Mountains das ideale Schneeklima", erklärt Brian McInerney vom Nationalen Wetterdienst. "Einige Ski-Gebiete mögen noch trockeneren Schnee und andere noch mehr Schnee haben – Utah aber hat die beste Kombination", behauptet George.

Kostenlose Kennenlern-Touren

Als einer von vielen ehrenamtlichen Guides beweist er dies auf kostenlosen Kennenlern-Touren immer wieder gern. "Europäer begeistern vor allem die unendlichen Möglichkeiten", erzählt George.

Innerhalb der Skigebietsgrenze darf man überall weg von den Pisten und rein in die lichten Wälder, die über 3000 Meter hoch reichen. Seine Lieblingspisten sind die Double-Black-Diamond-Abfahrten hinab vom Jupiter-Gipfel. Als Double Black Diamonds bezeichnen die Amerikaner die schwierigsten, meist unpräparierten Geländeabfahrten.

Direkt zugänglich sind die steilen Wald- und Geländeabfahrten der McConkey's Bowl. Dort steht die "Viking Yurt", zu der Touristen abends mit einem Schlitten für ein romantisches Dinner gebracht werden.

Hollywoodstars und Filmsternchen

Während der Olympischen Spiele 2002 schaute der norwegische König im Wikingerzelt vorbei. Gekrönte Häupter lassen sich in dem bodenständigen Park City ansonsten selten blicken.

Hollywoodstars und Filmsternchen geben sich dagegen jedes Jahr im Januar bei Robert Redfords Sundance-Kinofilm-Festival die Klinke in die Hand. So viel Trubel herrscht auf der Main Street selten und im Skigebiet nie. Dafür ist es mit über 13 Quadratkilometern zu groß und von zu vielen Konkurrenten umgeben. Rund um Salt Lake gibt es 13 Resorts, die alle nur knapp eine Stunde vom Flughafen entfernt sind.

Direkt neben Park City liegt das noble Deer Valley, zehn Autominuten entfernt Utahs neuestes und größtes Skigebiet Canyons. Am Fuß des gigantischen Bergs sprießen Luxushotels aus dem Boden. 21 Lifte erschließen das Areal, das sich die Wintersportler allerdings mit einem Dutzend Elche teilen müssen.

Unbeeindruckt vom Pistentrubel blockieren die nicht ungefährlichen Tiere gerne mal Pisten. "Deshalb hat die Bergwacht extra eine Elch-Patrol eingeführt", erzählt Ski-Guide Art Brothers. Von ihrer Hütte auf dem 3045 Meter hohen Ninety-Nine-Gipfel überwachen die Elch-Patroler eine Skiarena der Superlative.

Paradies für Freerider

Die Rückseite des Berges ist ein Paradies für Freerider, die mit Totenkopfschildern vor Leichtsinn gewarnt werden. Mit Bergführern oder auf den direkt aus dem Skigebiet startenden Heliski-Touren der Wasatch Powder Guides ist das Abenteuer jedoch sicher.

Freerider und Genussskifahrer treffen sich nachmittags zum Après-Ski an der Talstation. Auch im Mormonenstaat wird gern getrunken, Park City wird abends zur Party City. Dann platzt der "No Name Saloon" an der Main Street aus allen Nähten. Die Kneipe sieht aus wie eine Western-Filmkulisse. Fehlen eigentlich nur noch Whisky bechernde Minenarbeiter und Pistolen schwingende Cowboys.

Quelle: dpa
Quelle: dapd
25.12.12 1:38 min.
Ski- und Snowboardfahrer können sich nicht nur über Internetseiten über die aktuelle Schneelage in den Skigebieten informieren, sondern auch unterwegs mit Hilfe einer ganzen Reihe von Apps.
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Tipps und Infos
  • Anreise

    Von Frankfurt aus zum Beispiel mit Lufthansa und United Airlines über Washington oder Chicago nach Salt Lake City. Von dort mit dem Mietwagen oder einem Shuttlebus in 35 Minuten nach Park City. Das öffentliche Busnetz ist nach offiziellen Angaben in der Region kostenlos.

  • Skifahren

    Die drei Resorts rund um Park City bieten 57 Liftanlagen und 387 Abfahrten verteilt auf ein 3800 Hektar großes Wintersportgebiet.

  • Informationen

    Utah Office of Tourism, Telefonnummer: 0221/233 64 06

    Park City Ski Resort, www.visitparkcity.com

    Canyons Ski Resort, www.canyonsresort.com

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