29.01.13

Ski-Weltcup

Lena Dürr gewinnt sensationell in Moskau

Die Deutsche startete in Moskau nur als Ersatzläuferin – und steht plötzlich erstmals ganz oben. Dagegen muss Felix Neureuther seine Hoffnungen auf den Gewinn des Slalom-Weltcups wohl abschreiben.

Foto: dpa

Voll auf Angriff: Lena Dürr in Moskau auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcup-Sieg
Voll auf Angriff: Lena Dürr in Moskau auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcup-Sieg

Sensation im Ski-Weltcup: Eine Woche vor der WM in Schladming feierte Lena Dürr beim Parallel-Slalom in Moskau ihren ersten Weltcupsieg. Dabei war Dürr war in Russland überhaupt nur am Start, weil Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg auf die Teilnahme verzichtet hatten.

"Das ist so toll. Das habe ich nun wirklich nicht erwartet. Ich hatte noch nie so viel Spaß beim Skifahren wie heute", sagte die 21-Jährige aus Germering. Im Finale gegen Veronika Velez Zuzulova aus der Slowakei behielt sie mit 0,43 Sekunden Vorsprung die Oberhand.

Vor ihrem ersten Start bei einem mit Weltcuppunkten belohnten City-Event war Dürr im Weltcup nie besser als Sechste gewesen. "Ich habe zwar gedacht: Jeder kann hier was reißen, aber ich hatte noch nicht mal den Start trainiert."

"Ich habe gewusst, was ich kann"

Neben 100 Punkten für die Slalom-Wertung brachte Dürr der unerwartete Erfolg auch ein starkes Signal zur richtigen Zeit – kommenden Dienstag beginnen die Weltmeisterschaften. "Das gibt natürlich Selbstvertrauen für die WM", meinte sie. "Ich habe gewusst, was ich kann, und bin auf Angriff gefahren."

Bei den Männern wurde Felix Neureuther Vierter und musste durch die Halbfinal-Niederlage gegen den Schweden Andre Myhrer einen Rückschlag in der Slalom-Weltcup-Wertung einstecken. Im Rennen um Platz drei war dann Ivica Kostelic aus Kroatien 0,01 Sekunden schneller. "Das ist ärgerlich, weil es so knapp war", sagte Neureuther. "Die Piste war mir zu flach".

Neureuther wirft gefrustet seinen Stock

Sichtbar gefrustet warf der 28-Jährige nach dem letzten Lauf seinen Skistock in den Kunstschnee am Ende der rund 60 Meter langen Tribünenstrecke. Denn der Sieg ging an seinen Dauerrivalen Marcel Hirscher, der dadurch seine Führung im Slalom-Weltcup um 50 weitere Punkte vergrößerte. Bei noch zwei ausstehenden Slalom-Rennen und 184 Zählern Rückstand sind die Chancen des Partenkircheners nur noch minimal.

"Das ist sehr, sehr gut", sagte Hirscher, der nach einem Fehler am Start beinahe schon in der ersten Runde ausgeschieden wäre. "Man darf hier einfach nicht daran denken, was passieren kann, und muss Vollgas geben."

Für Fritz Dopfer war im Viertelfinale Schluss, auch er war langsamer als Myhrer. "Bis kurz vor dem Ziel war ich gleichauf, dann hatte er mit mehr Schwung die Nase vorn." Toll fand der 25-Jährige die Reise nach Osten trotzdem. "Unter Flutlicht in der Millionenstadt Moskau zu fahren, ist absolut genial."

Quelle: dpa/fh
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