25.01.13

Steuergelder

Bundesrechnungshof prüft Finanzen im Spitzensport

Acht Verbände, das Innenministerium und der DOSB müssen ihre Bücher öffnen. Finanzprüfer wollen wissen, wohin die 132 Millionen Euro Steuergelder flossen, die im vergangenen Jahr investiert wurden.

Foto: dpa

Nach der Rückkehr aus London war die Stimmung in der deutschen Olympiamannschaft bestens. Jetzt untersucht der Bundesrechnungshof die Finanzen diverser deutscher Sportverbände
Nach der Rückkehr aus London war die Stimmung in der deutschen Olympiamannschaft bestens. Jetzt untersucht der Bundesrechnungshof die Finanzen diverser deutscher Sportverbände

Der Bundesrechnungshof prüft in diesen Tagen die Finanzen des deutschen Spitzensports. Die Beamten wollen nach Informationen der "WAZ" und des Deutschlandfunks wissen, was mit den 132 Millionen Euro passiert, die das Innenministerium pro Jahr in den Sport investiert. Seit langem bemängeln Experten und Politik, dass die Verwendung der Steuergelder wenig transparent ist.

Eine solche Überprüfung durch den Bundesrechnungshof hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. "Wir prüfen in erster Linie das Bundesministerium des Innern, aber auch alle Bereiche, die von der Förderung des Spitzensports betroffen sind", sagte Rechnungshof-Sprecher Martin Winter. Wegen des laufenden Verfahrens wollte der Sprecher nicht sagen, welche Verbände und Institute von der Prüfung betroffen sind.

Dem Recherche-Ressort der WAZ und dem Deutschlandfunk liegt jedoch eine E-Mail des Bundesrechnungshofs an das Innenministerium vor. Darin steht, wer neben dem BMI noch von einer Prüfung betroffen ist.

Anscheinend nehmen die Rechnungsprüfer auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie acht Spitzenverbände genauer unter die Lupe: Den Deutschen Turner Bund, den Ruder Verband, den Hockey- und den Fechter-Bund, den Schwimm-Verband, den Leichtathletik- und den Kanuverband sowie den Bund Deutscher Radfahrer.

Ergebnisse noch unklar

Auch die Olympiastützpunkte Bayern und Rheinland müssen anscheinend ihre Bücher öffnen. Besuch bekommen haben auch drei staatlich geförderte Forschungsinstitute: Das Bundesinstitut für Sportwissenschaften das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten FES und das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften IAT.

Schon Ende 2011 entschied die oberste Kontrollbehörde des Bundes, sich die Förderung des Spitzensports genauer anzusehen. Mit der Prüfung habe man Anfang des Jahres begonnen, sagte Sprecher Martin Winter.

"Wann die Prüfung beendet sein wird, kann ich nicht sagen. Das hängt davon ab, was wir für Feststellungen machen." Die Prüfung könnte sich je nach Verlauf bis zum Ende des Jahres ziehen.

Zweifelhafte Zielvorgaben für Olympia

Der Rechnungshof will die gesamte Haushalts- und Wirtschaftsführung des Spitzensports prüfen. Besonders genau wollen die Prüfer wissen, warum welcher Verband wie viel Geld bekommt und ob die Kriterien dafür angemessen sind. Im Zentrum stehen deshalb die Zielvereinbarungen. In diesen ist geregelt, wie viel zusätzliches Steuergeld ein Verband erhält und was er dafür leisten muss.

Die WAZ-Mediengruppe hatte im vergangenen Jahr das Bundesministerium des Innern erfolgreich auf die Herausgabe der Medaillenvorgaben für die Olympischen Spiele in London verklagt. Der Bundesrechnungshof will angeblich nicht nur die vergangene Förderung für die Olympischen Spiele in London prüfen, sondern auch die Zielvereinbarungen, die in diesen Wochen für die nächsten Spiele in Rio abgeschlossen werden. Auch Kooperationspapiere mit Olympiastützpunkten sowie FES und IAT will der Rechnungshof sehen.

Quelle: SID/mac
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