23.01.13

Eintracht Frankfurt

Trainer Veh geht auf Fans und Vorstand los

Großer Auftritt von Frankfurts Trainer Armin Veh. Erst nennt er die Bengalos zündenden Eintracht-Fans "Vollidioten", dann legt er sich mit seinem Boss an und droht mit persönlichen Konsequenzen.

Foto: dapd

Armin Veh im Rampenlicht: Dem Frankfurter Trainer geht die aktuelle Situation gehörig auf die Nerven
Armin Veh im Rampenlicht: Dem Frankfurter Trainer geht die aktuelle Situation gehörig auf die Nerven

Trainer Armin Veh hat sich massiv über die seiner Meinung nach zu zögerliche Stürmersuche bei Eintracht Frankfurt beklagt. "Ich bin angesäuert, weil nix passiert. Es ist absolut notwendig, einen neuen Stürmer zu holen. Ich kann nicht drei Spieler abgeben und keinen kriegen", sagte der 51-Jährige.

Veh, dessen Vertrag mit dem Fußball-Bundesligisten am Saisonende ausläuft, stellte sogar mögliche persönliche Konsequenzen in den Raum. "Wenn man jetzt nichts macht, ist das ein Zeichen für mich", meinte er.

Der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen konterte die Vorwürfe seines Trainer umgehend. "Ich gehe davon aus, dass noch ein Stürmer kommt. Wir wollen alle das Gleiche, wir haben alle die gleichen Ziele", sagte er. "Bruno Hübner (Sportdirektor der Eintracht, d.Red.) arbeitet hart daran, diese Ziele umzusetzen. Wir sind aber Eintracht Frankfurt, und es muss alles in eine Linie passen."

Interesse an de Camargo

Die Eintracht hat ein starkes Interesse an Igor de Camargo von Borussia Mönchengladbach und Srdjan Lakic vom VfL Wolfsburg, doch gut eine Woche vor dem Ende der Wechselfrist am 31. Januar noch keine Verstärkung für den Angriff verpflichten können.

Im Gegenzug stehen die sportlich völlig chancenlosen Stürmer Rob Friend (Vancouver Whitecaps) und Dorge Kouemaha (Gaziantepspor) vor dem Abgang, Benjamin Köhler ist bereits zum 1. FC Kaiserslautern gewechselt.

"Ich fordere ja nur ein, was machbar ist", betonte Veh. "Mir ist es immer lieber, man holt erst Verstärkung oder zieht die Transfers parallel durch. Bei uns laufen die Uhren eben anders. Das plätschert hier alles so dahin."

"Die kommen ja nicht mal ins Kino"

Deutliche Worte fand Veh auch noch einmal für jene Eintracht-Fans, die am vergangenen Samstag durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern für eine Unterbrechung des Spiels in Leverkusen gesorgt hatten.

"Das belastet uns im sportlichen Bereich. Wir werden jeden Tag mit diesem Mist konfrontiert", schimpfte der Coach. "Fragt diese Typen mal, wer bei uns spielt. Das wissen die gar nicht. Die kommen ja nicht mal ins Kino, wenn die Filme ab 18 sind. Wenn wir sportlich bestraft werden wegen diesen Vollidioten, verstehe ich die Welt nicht mehr."

Quelle: dpa/SUF
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