22.01.13

Bewerbung

So plant der DFB für die Fußball-EM 2020

Die EM 2020 soll in 13 Ländern ausgetragen werden. Deutschland will mit vier Städten ins Bewerbungs-Rennen gehen. Die Frage ist nun: Heimvorteil in der Gruppenphase oder prestigeträchtige Finalspiele?

Foto: picture alliance / dpa

Gewinner: Als Hauptstadt war Berlin mit dem Olympiastadion, Austragungsort des WM-Finals 2006, im deutschen Bewerbungsverfahren gesetzt.

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Berlin, München, Dortmund und Stuttgart - diese vier deutschen Städte können sich Hoffnungen machen, 2020 Ausrichter von EM-Spielen zu sein. Das gab DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Dienstag bekannt. Bislang ist dies aber nur ein Plan, der noch nicht durch einen Präsidiumsbeschluss abgesichert ist.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung wird noch ein wenig Zeit vergehen. Viele Überlegungen müssen noch angestellt werden, viele Details sind noch zu klären, viele Fragen noch zu beantworten.

Warum hat der DFB diese vier Städte erwählt?

Die Uefa wird wohl erst im März die endgültigen Rahmenbedingungen für die erste in mehr als zwei Ländern ausgetragene EM festlegen. Einige Details sind aber jetzt schon durchgesickert. So sollen insgesamt 13 Nationen Spiele austragen dürfen, in 12 Ländern finden wohl Vorrundenspiele statt, in einem die Halbfinals und das Endspiel.

"Für die drei letzten Spiele wird eine Stadionkapazität von 70.000 Sitzplätzen diskutiert. Für die übrigen Städte und Stadien ist eine Kapazität von 50.000 Plätzen im Gespräch", sagt Niersbach. Dadurch ergibt sich die Auswahl fast automatisch. Berlin und Dortmund können über 70.000 Besucher fassen, Stuttgart und München über 50.000. Kandidaten wir Hamburg, Frankfurt oder Gelsenkirchen, wären aus dem Rennen. Nach Uefa-Standards fassen diese Arenen keine 50.000 Zuschauer.

Für welche Spiele will sich der DFB bewerben?

Die Festlegung auf die vier ausgewählten Städte lässt dem Fußballverband alle Optionen. Mit Berlin und Dortmund könnte er sich sowohl auf die Final- als auch auf Vorrundenspiele bewerben, mit München und Stuttgart kämen nur Gruppenspiele und K.o.-Runden-Partien vor dem Halbfinale in Frage.

Dass ein Land sowohl Vorrundenspiele als auch Finalspiele ausrichten wird, gilt als ausgeschlossen. Der DFB muss sich also entscheiden, was er will: das Prestige der Finalspiele. Oder Vorrundenspiele, in der die eigene Mannschaft Heimvorteil genießen würde. Niersbach tendiert "zu einer Bewerbung für die Vorrunde, weil wir dann zwei sichere Heimspiele hätten".

Sein Vorgehen bei der Bewerbung will der DFB-Präsident noch mit der sportlichen Leitung besprechen, bestehend aus Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff.

Welchen Zeitplan verfolgt die Uefa?

Bislang hat der europäische Verband erst seine Idee einer multinationalen EM vorgestellt, aber noch keine klaren Ausschreibungskriterien benannt. Dies soll aller Voraussicht nach im März geschehen. So ist zum Beispiel noch unklar, ob Länder sich nur mit einem oder mehreren Stadien bewerben können.

Nach der Ausschreibung beginnt die Bewerbungsfrist, die bis April 2014 laufen soll. Eine endgültige Entscheidung über die Austragungsländer und -städte soll im September 2014 fallen.

Wer ist Favorit auf die Finalspiele?

Die Festlegung auf die endgültigen Spielorte im September 2014 kommt nicht von ungefähr. Am 7. September 2014 wird vom IOC der Ausrichter der olympischen Sommerspiele 2020 bekannt gegeben. Diese Entscheidung will die Uefa offenbar abwarten.

Neben Tokio bewerben sich nämlich noch Madrid und Istanbul um Olympia. Der türkischen Metropole werden gute Chance auf die Finalspiele der EM zugesprochen. Gerade dann, wenn sie Olympia nicht ausrichten darf. "Sollte Istanbul nicht den Zuschlag bekommen, wäre es für die drei Finalspiele wohl in einer gewissen Favoritenrolle", sagt Niersbach.

Nach welchem Modus wird gespielt?

Ab 2016 wird die EM mit 24 Mannschaften ausgetragen, es wird also sechs Vorrundengruppen mit je vier Teams geben. 16 Mannschaften qualifizieren sich für das Achtelfinale, insgesamt gibt es also 51 Spiele, im Gegensatz zur WM wird der dritte Platz nicht ausgespielt. Zumindest bislang.

Offenbar soll jede Gruppe auf zwei austragende Länder aufgeteilt werden, die nicht zu weit voneinander entfernt liegen. Laut Niersbach wolle die Uefa den Teams und ihren Fans in der Gruppenphase Flugzeiten von höchstens vier Stunden zumuten.

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