20.01.13

WM-Achtelfinale

Handballer träumen vom nächsten Wintermärchen

Dank einer starken Vorstellung gegen Mazedonien stehen Deutschlands Handballer im Viertelfinale der WM. Sieggarant war einmal mehr Keeper Heinevetter. Doch jetzt wartet ein echtes Schwergewicht.

Foto: Bongarts/Getty Images
Handball-WM
Stefan Kneer war beim Sieg gegen Mazedonien einer der besten Deutschen

Bundestrainer Martin Heuberger klatschte schon 30 Sekunden vor dem Ende strahlend mit seinen Helden ab, der überragende Silvio Heinevetter wurde von seinen Mitspielern vor Freude fast erdrückt. Die deutschen Handballer dürfen nach dem Einzug ins WM-Viertelfinale weiter vom größten Erfolg seit dem goldenen Wintermärchen 2007 träumen. "Wir haben zwar keine Superstars, aber eine richtig geile Truppe. Jetzt wollen wir auch ins Halbfinale", sagte Heinevetter nach dem 28:23 (13:9)-Erfolg im Achtelfinale in Barcelona gegen den EM-Fünften Mazedonien.

Der Berliner Schlussmann war neben einer erstklassigen Abwehrleistung mit zahlreichen sehenswerten Paraden der Sieggarant der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die in der Runde der letzten Acht am Mittwoch in Saragossa auf Gastgeber Spanien oder Vize-Europameister Serbien trifft. "Ich glaube, dass Spanien der Gegner sein wird. Auch da müssen wir wieder unser Spiel durchziehen", sagte Heinevetter, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Heuberger gönnte sich nach dem Viertelfinal-Einzug erst einmal ein Bier als Belohnung. "Ich bin wirklich erleichtert und sehr stolz auf diese Mannschaft. Sie hat ihre Arbeit auf dem Feld gemacht und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen", sagte ein überglücklicher Bundestrainer.

Bester deutscher Werfer beim vierten Sieg im vierten Vergleich mit den Mazedoniern war vor 8200 Zuschauern im Palau Sant Jordi der Magdeburger Stefan Kneer mit fünf Treffern. Nach dem fünften Sieg im sechsten Turnierspiel hat die laut Spielmacher Michael Haaß als "Gurkentruppe vom Dienst" angereiste deutsche Mannschaft sogar die Medaillen im Visier. Unter den Augen von Weltverbandspräsident Hassan Moustafa und DHB-Boss Ulrich Strombach bot der EM-Siebte erneut eine bärenstarke Abwehrleistung.

Zehn Paraden von Heinevetter

Kapitän Oliver Roggisch und Michael Haaß bildeten in der Anfangsphase einen schier unüberwindlichen Mittelblock vor Heinevetter. Den Mazedoniern um Superstar Kiril Lazarov fiel zunächst kein Mittel gegen das deutsche Bollwerk ein. So erkämpfte sich der Weltmeister von 2007 in der Defensive immer wieder die Bälle, die im Tempogegenstoß zu Torerfolgen genutzt wurden.

Konsequenz war eine schnelle 4:0-Führung nach sieben Minuten. Mazedonien gelang erst in der achten Minute der erste Treffer, Rückraum-Ass Lazarov musste sogar bis zur elften Minute bis zu seinem ersten erfolgreichen Wurf warten. Heinevetter zog dem WM-Torschützenkönig von 2009 und dessen Team mit zehn Paraden im ersten Durchgang eindrucksvoll den Zahn.

Zielstrebig und mit schönen Varianten agierte derweil die DHB-Auswahl. Auf die Anspiele auf den Kieler Kreisläufer Patrick Wiencek fand die offensive mazedonische 5:1-Deckung zunächst kein Mittel. Als Adrian Pfahl gegen seinen Gummersbacher Teamkollegen Borko Ristovski im Tor der Mazedonier in der 23. Minute zur ersten Sechs-Tore-Führung traf (11:5), hatte das schwer auszurechnende deutsche Team schon neun verschiedene Torschützen – eine bemerkenswerte Bilanz. "Neun Gegentore sind super. So müssen wir weitermachen und im Angriff noch etwas mehr den Ball laufen lassen", sagte Abwehrchef Roggisch in der Halbzeitpause.

Christophersen verletzt sich

Einziger Wermutstropfen im ersten Durchgang war die frühe Verletzung von Sven-Sören Christophersen. Der Berliner prallte in der fünften Minute mit seinem Gegenspieler unglücklich zusammen und musste mit Schmerzen im linken Knie und Oberschenkel danach zuschauen. Doch Ersatzmann Kneer fügte sich glänzend ein.

Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild. Das deutsche Angriffsspiel war zwar nicht fehlerfrei, doch auf Heinevetter und die Abwehr um Roggisch war weiterhin Verlass. Mazedonien verkürzte dennoch auf 16:18 (43.), doch Heinevetter verhinderte gegen den frei vor ihm auftauchenden Dejan Manaskov den Anschlusstreffer. Ein Treffer von Tobias Reichmann und ein Doppelpack seines Wetzlarers Teamkollegen Kevin Schmidt stellten die Weichen endgültig auf Sieg und Viertelfinaleinzug (21:16/47. Minute).

Quelle: sid/sip
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