20.01.13

Australian Open

Auch Kerber und Görges in Melbourne ausgeschieden

Der Traum vom Viertelfinale bei den Australian Open hat sich für Angelique Kerber und Julia Görges nicht erfüllt. Für beide war im Achtelfinale Schluss. Kerber klagte zudem über Schmerzen.

Foto: Getty Images
Angelique Kerber
Angelique Kerber konnte sich strecken, wie sie wollte – es reichte nicht

Angelique Kerber und Julia Görges verließen den "Happy Slam" im sommerlichen Melbourne mit traurigen Gesichtern. Die eine haderte nach dem verpassten Viertelfinale bei den Australian Open mit einer Rückenverletzung, die andere mit einem handfesten Rückhand-Fauxpas. Damit sind beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres keine deutschen Profis mehr im Rennen. Der mit großen Hoffnungen gestarteten Kerber waren beim 5:7, 4:6 im Achtelfinale gegen Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 19) die Probleme im Lendenbereich deutlich anzumerken.

"Ich habe das schon seit zwei, drei Tagen. Trotzdem will ich die Niederlage nicht auf den Rücken schieben. Ich hatte meine Chancen, habe sie aber nicht genutzt", sagte die an Position fünf gesetzte Kerber. Die Wimbledon-Halbfinalistin, die eine genaue Diagnose erst nach einer Untersuchung in Deutschland erhalten wird, war sichtlich niedergeschlagen: "Natürlich bin ich enttäuscht, denn ich wollte noch eine Runde weiter kommen." Dort hätte im Kampf um den Einzug ins Halbfinale die Russin Maria Scharapowa gewartet.

Kerbers Fed-Cup-Kollegin Görges ärgerte sich derweil noch Stunden nach dem 6:7 (6:8), 1:6 gegen die einstige French-Open-Siegerin Li Na aus China über den vielleicht entscheidenden Schlag des Matches. "Dieser Punkt hat mir das Genick gebrochen. Es hätte einen großen Unterschied gemacht, wenn ich den ersten Satz gewonnen hätte", meinte die 24-jährige Görges, die damit weiter auf ihre erste Viertelfinal-Teilnahme bei einem Major-Turnier warten muss: "Aber das wird passsieren, das weiß ich." Ausgerechnet ihren einzigen Satzball beim Stand von 6:5 im Tiebreak des Auftaktdurchgangs beförderte die Weltranglisten-18. mit der Rückhand aus zwei Metern Entfernung direkt ins Netz, nachdem Li die Filzkugel zuvor nur mit dem Rahmen getroffen hatte.

Auch die Pause half Kerber nicht

"Wenn man solche Chancen nicht nutzt, wird man dafür bestraft", sagte Görges selbstkritisch. Am Samstag war bereits Philipp Kohlschreiber als letzter deutscher Spieler in der dritten Runde des Herreneinzels mit 6:7 (4:7), 3:6, 4:6 an Milos Raonic (Kanada/Nr. 13) gescheitert. Kerber war die Enttäuschung über ihr Verletzungspech auch in den Stunden nach ihrer Niederlage anzumerken. Selbst eine fünfminütige Behandlungspause, das Tapen des unteren Rückenbereichs und zwei Schmerztabletten halfen während des Matches in der mit 13.000 Zuchauern gefüllten Rod-Laver-Arena nicht.

Besonders beim Aufschlag war die 25-Jährige, die im ersten Satz einen 2:5-Rückstand egalisierte, stark eingeschränkt. "Man hat das natürlich immer im Hinterkopf, obwohl man versucht, nicht daran zu denken", berichtete Kerber. Wohlwissend, dass auf diesem Level gegen die letztjährige Viertelfinalistin Makarowa "zwei, drei Punkte" entscheidend für den Ausgang sind.

Teamchefin Barbara Rittner bangt jetzt sogar um den Fed-Cup-Einsatz ihrer Nummer eins im Spiel gegen Gastgeber Frankreich am 9./10. Februar in Limoges. "Mit einer Rückenverletzung ist nicht zu spaßen. Ich hoffe, dass nach ein paar Tagen Pause wieder alles okay ist", sagte Rittner über Kerber, die ausgerechnet bei ihrem Lieblings-Grand-Slam in Melbourne ihre schlechteste Bilanz hat. Bei den anderen drei Majors hat die Kielerin schon mindestens die Runde der letzten Acht erreicht. Görges ging ihre Harakiri-Rückhand "noch viel zu lange" durch den Kopf.

"Es gab kein Konzept"

Nach dem ersten Satz hatte sie bei einer Toilettenpause versucht, den ärgerlichen Fauxpas abzuhaken. Was nicht gelang. "Es ist schwer, so etwas aus dem Kopf zu bekommen. Das ist vielleicht noch der Unterschied zu einer Spielerin wie Li Na", sagte sie, zog aber dennoch ein positives Fazit: "Diese Erfahrung wird mir helfen. Ich bin aber spielerisch definitiv da angekommen, wo ich hin möchte." Der an Position 17 gesetzte Kohlschreiber war nach der Niederlage gegen den 1,96 Meter großen Aufschlagriesen Raonic und dem damit verpassten Achtelfinale reichlich entnervt. "Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Spiel bewerten soll. Es gab kein Konzept, das war einfach nur Kraft", klagte der Davis-Cup-Spieler aus Augsburg.

Symptomatisch, dass der Weltranglisten-15. Raonic das Match mit seinem 23. Ass beendete. "Ich habe sein Service viel zu wenig lesen können und war selbst zu harmlos", klagte "Kohli". Die Turnierfavoriten gaben sich beim Gute-Laune-Slam in Melbourne bislang keine Blöße. French-Open-Siegerin Maria Scharapowa gab auf ihrem Weg ins Viertelfinale bislang insgesamt nur fünf Spiele ab. Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer entzauberte die australische Hoffnung Bernard Tomic mit 6:4, 7:6 (7:5), 6:1.

Quelle: sid/jr
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
U.S. President Barack Obama and First Lady Michelle wave as they board Air Force One to depart from Berlin
19.06.13Minutenprotokoll
Obama in Berlin – Bye Bye, Mr. President

US-Präsident Barack Obama, Ehefrau Michelle und die Töchter Sasha und Malia haben in Berlin ein eng getaktetes Programm absolviert. Der Tag der Obamas im Minutenprotokoll. mehr...


Joachim Sauer zeigt Malia (l.) und Sasha sowie Michelle (r.) und Auma Obama die Mauergedenkstätte. Er habe viele Geschichten erzählt, heißt es später
07:24"Sonderprogramm"
Joachim Sauer erklärt der First Family die Hauptstadt

Michelle Obama und ihre beiden Töchter Malia und Sasha haben mit Angela Merkels Ehemann Joachim Sauer Holocaust-Mahnmal, "Mauerpanorama" und Bernauer Straße in Berlin-Mitte besucht. mehr...


Zwei Linkshänder mit Humor: US-Präsident Barack Obama und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Brandenburger Tor in Berlin
07:31Obama in Berlin
Was Klaus Wowereit und Barack Obama gemein haben

Berlins Regierender Bürgermeister findet auf dem Podium am Brandenburger Tor einen lockeren Umgangston mit US-Präsident Barack Obama. Die beiden verbindet eine Gemeinsamkeit aus ihrer Jugend. mehr...


„Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte Kanzlerin Merkel in einer Pressekonferenz mit US-Präsident Obama
19.06.13Häme bei Twitter
"Die kleine Angela möchte aus #neuland abgeholt werden"

Mit einer Bemerkung über das Internet zog Kanzlerin Merkel im Netz viel Spott auf sich. In Sekundenschnelle wurde #Neuland zum meistdiskutierten Begriff auf Twitter in Deutschland. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Multimedia
Tennis

Maria Scharapowa hat eine eigene Fruchtgummi-Firma

Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
Berlin-Besuch Obamas Rede in voller Länge
Berlin Präsident Obama verabschiedet sich nach dem Dinner
Berlin-Besuch Absperrungen und Hitze am Brandenburger Tor
Deutschland-Besuch Familie Obama zu Gast in Berlin
 
Top Bildershows mehr
US-Präsident

Barack Obama und sein Tag in Berlin

Eigenes Programm

First Lady Michelle Obama in Berlin

First Lady

Das ist die Stilikone Michelle Obama

Staatsbesuch

Von Kennedy bis Bush – US-Präsidenten in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote