17.01.13

Pressestimmen

"Guardiola stößt Chelsea vor den Kopf"

Die Nachricht von Pep Guardiolas Unterschrift bei Bayern München hat in England für Erstaunen und Entsetzen gesorgt. Von "Brüskierung" und einem "Schock für die Premier League" schreiben die Medien.

Quelle: Reuters
17.01.13 1:20 min.
Der spanische Trainer Josep Guardiola wird ab Juli 2013 neuer Trainer des FC Bayern München – für drei Jahre. Er tritt die Nachfolge von Jupp Heynckes an, der seinen Vertrag nicht verlängern möchte.

In England sind sich die Medien weitgehend einig: Dass Josep "Pep" Guardiola nach seinem Sabbatical nicht auf die Insel wechselt, sondern zu Bayern München in die Bundesliga, obwohl er zuletzt vermeintlich noch so sehr interessiert gewesen war, ruft großes Staunen hervor – und ein stückweit auch Entsetzen.

Die "Daily Mail" etwa titelt auf Deutsch: "Auf Wiedersehen, Pep!" Die schlimmsten Befürchtungen von Roman Abramowitsch, Eigentümer des FC Chelsea, seien wahr geworden, denn "Pep Guardiola lässt Chelseas Millionen links liegen und schließt sich Bayern München an", so die Zeitung weiter.

Der "Guardian" titelt ganz ähnlich: "Guardiola brüskiert Chelsea, indem er sich für Bayern entscheidet", und analysiert: "Die Premier-League-Oberen haben einen schmerzhaften Reality-Check erlitten, nachdem Pep Guardiola, der begehrteste Fußballtrainer der Welt, einem potenziellen Gang nach England die kalte Schulter zeigt und als nächster Trainer von Bayern München bestätigt worden ist."

"Eine schallende Brüskierung"

Der "Telegraph" sieht die Verpflichtung des Spaniers durch Bayern München ebenfalls als "schallende Brüskierung von Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch". Guardiolas Entscheidung habe "Auswirkungen auf die ganze Premier League, wo Manchester City, Manchester United und Arsenal seinen nächsten Schritt ebenfalls aufmerksam beobachtet haben". Beim FC Chelsea stärke die unerwartete Entwicklung vor allem die Position von Interimstrainer Rafael Benitez.

Die "Sun" schreibt: "Pep's Deal mit Bayern überrascht Chelsea und City. Schock-Schritt erschüttert die Premier League." Guardiola habe in der Liga "Herzen gebrochen, indem er zustimmte, bei Bayern München als Boss zu übernehmen. Die deutschen Riesen erwiesen sich als größere Attraktion als Manchester City oder Chelsea, dessen Eigner Roman Abramowitsch einige Zeit lang Jagd auf Guardiola gemacht hatte."

Auch in Spanien staunen die Medien

In Spanien, Guardiolas Heimatland, wird der Schritt des früheren Barca-Trainers ebenfalls einigermaßen mit Erstaunen registriert. "Überraschung: Pep Guardiola geht nicht in die Premier League sondern zu den Bayern", schreibt "As". Die renommierte Madrider Tageszeitung ""El Pais" analysiert: "Die Bundesliga fasziniert Guardiola. Die Nachricht ist eine relative Überraschung, wie immer bei Nachrichten, die Guardiolas Zukunft betreffen."

"El Pais" weiter: "Der Techniker wählt Bayern wegen seiner guten finanziellen Lage im deutschen Fußball, der Option, dem Team einen neuen Spielstil zu geben, und der vertrauten Stabilität, die ihm die Millionen anderen Angebote aus England und Italien nicht geben können. Guardiola, der immer seine Bewunderung für den deutschen Klub ausdrückte, begreift, dass er dort über ausreichend Ressourcen verfügen wird um Bayern München einen neuen Stil zu geben."

Die spanische Sportzeitung "Marca" meint: "Das beste Team, die größte Herausforderung für Pep. Guardiola wird von vornherein nicht Barcelonas Stil im bayrischen Team umsetzen können. Dafür gibt es keine Spieler mit ausreichendem Profil."

"Ein Hauch Barcelona für Bayern München"

Dennoch sieht die "New York Times" darin einen Auftrag für den früheren Barca-Angestellten: "Der neue Trainer soll Bayern München einen Hauch Barcelona vermitteln." In New York hat Guardiola während seiner Auszeit vom Fußball zuletzt gelebt.

Quelle: JHU/jkr
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