17.01.13

Dopingbeichte

IOC fordert Armstrongs Olympiamedaille zurück

Seine sieben Tour-de-France-Siege wurden ihm bereits aberkannt. Nun droht Lance Armstrong seine Olympiamedaille zu verlieren. Doch auch der eventuelle Nachrücker hat eine dunkle Vergangenheit.

Foto: pa/dpa
Armstrong droht Bronze-Verlust
Das Siegertreppchen von Olympia 2000. Jan Ullrich, Wjatscheslaw Jekimow und Lance Armstrong (v.l.)

Lance Armstrong dürfte bei einem Doping-Geständnis seine olympische Bronzemedaille von 2000 verlieren. Das kündigte der Sprecher der Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Mark Adams, in der Zeitung "USA Today" an.

"Wenn Armstrong zugibt, betrogen zu haben, dann werden wir die Medaille zurückfordern, so wie wir es bei jedem Sportler machen würden", sagte Adams dem Blatt. Der des Doping überführte und inzwischen offenbar geständige Ex-Radprofi hatte bei den Spielen in Sydney im Einzelzeitfahren hinter dem Russen Wjatscheslaw Jekimow und Jan Ullrich Bronze gewonnen.

Sollte Armstrong seine Plakette wirklich abgeben sollen, würde der Viertplatzierte nachrücken. Es handelt sich um den Spanier Abraham Olano. Und wie im Radsport längst üblich, ist auch dieser Mann nicht ohne Vergangenheit. 1994 war er positiv auf Doping getestet worden. Zudem soll er in der Kundenkartei des Dopingarztes Michele Ferrari gestanden haben. Olano ist nicht mehr aktiv, er beendete seine Karriere bereits 2002.

Wird Radsport aus dem Programm gestrichen?

Spekulationen um einen möglichen Ausschluss des Radsports von den Olympischen Spielen trat Adams entgegen. Es sei noch zu früh, um über einen derart drastischen Schritt nachzudenken, meinte der Sprecher.

IOC-Mitglied Richard Pound hat jüngst eine Verbannung der Sportart von den Sommerspielen als mögliches Szenario beschrieben, sollte hohen Funktionären des Radsport-Weltverbandes UCI Mitwisserschaft bei Armstrongs Dopingvergehen.

Armstrong hat der US-Talk-Masterin Oprah Winfrey ein langes Interview gegeben, in dem er aller Voraussicht nach eine Dopingbeichte ablegt. Das Gespräch wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (3.00 Uhr MEZ) ausgestrahlt.

"Habe alles auf den Tisch gelegt"

Die Spekulationen über die Armstrong-Aussagen im TV-Interview haben unterdessen neue Nahrung erhalten. "Ich habe ihr alles auf den Tisch gelegt. Die Leute sollen entscheiden", sagte Armstrong der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag.

Die "New York Daily News" zitiert einen anonymen Zeugen, der aussagte, dass Armstrong in dem Gespräch nicht bereut habe, leistungsfördernde Mittel genommen zu haben, wie es ihm die US-Anti-Doping-Agentur Usada in über 1000 Seiten Ermittlungsakten nachgewiesen hatte. Daraufhin war der 41-jährige Texaner lebenslang gesperrt worden und seine sieben Tour-de-France-Siege waren ihm aberkannt worden.

Während seiner gesamten Karriere hatte er Doping stets abgestritten. "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt – außer, dass ich meine Kinder im Arm halten werde."

Quelle: dpa/SUF
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