15.01.13

Besuch bei Bürgern

Auf Twitter erlebt Steinbrück sein #Eierlikörgate

Mit Wohnzimmergesprächen zu Hause bei Bürgern wollte sich SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück ins rechte Licht rücken. Doch das ist schiefgegangen, er hatte sich wohl die falschen Gastgeber ausgesucht.

Foto: dapd

Peer Steinbrück (r.) beim nunmehr umstrittenen Wohnzimmergespräch mit Stefan Meier (l.), David und Marike Bebnowski
Peer Steinbrück (r.) beim Braunschweiger Wohnzimmergespräch mit Stefan Meier (l.), David und Marike Bebnowski

Nach der schier ewig dauernden Debatte über seine Vortragshonorare und dem heftig kritisierten Interview über das Kanzlergehalt wollte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück jetzt so richtig in den Wahlkampf starten: Sogenannte Wohnzimmergespräche, Besuche bei potenziellen Wählern zu Hause also, sollten ihn beliebter machen. Sein erstes Wohnzimmergespräch sorgte tatsächlich für Schlagzeilen – doch nicht unbedingt für positive.

Denn Steinbrück war am Montag zu Besuch bei einem Braunschweiger Ehepaar – es handelte sich aber ausgerechnet um die Eltern einer ehemaligen Mitarbeiterin des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Hubertus Heil. Die Frau arbeitete seit 2008 in dessen Wahlkreisbüro und war außerdem Stadtbezirksverordnete.

Flugs verbreitete sich die "Panne" im Internet, bei Twitter spotteten die Nutzer über Steinbrücks #Eierlikörgate. Steinbrücks Sprecher Michael Donnermeyer sagte, die Mutter der ehemaligen Mitarbeiterin habe sich beworben – die SPD hatte per Zeitungsanzeige nach Interessenten gesucht. Man könne, so Donnermeyer, die Bewerber nicht bis in die zweite Generation checken. Das Gespräch sei keine SPD-Veranstaltung gewesen.

Doch auch die SPD kann Twitter – Heil selbst wehrte sich auf diesem Weg. Nachdem er in dem Netzwerk zunächst offenbar ahnungslos auf einen Artikel der "Braunschweiger Zeitung" über das Wohnzimmergespräch verlinkt hatte, schrieb er später: "Ich wußte nicht, das sich Eltern einer früheren Mitarbeiterin auf Zeitungsanzeige für Wohnzimmergespräch beworben haben & ausgewählt wurden." Er hält es aber für "lustig, dass JU-Aktivisten in diesem schönen Zufall ein Problem sehen".

Besagter Artikel übrigens lieferte auch gleich den Twitter-Hashtag. Er ist nämlich überschrieben mit einem Zitat, das der Gastgeber des Kanzlerkandidaten mittlerweile bereuen dürfte: "Wir haben extra Eierlikör für Steinbrück gekauft."

Quelle: smb
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