10.01.13

Beachvolleyball

Olympiasieger Reckermann macht überraschend Schluss

Aus für das Gold-Duo Reckermann/Brink. Sie holten 2012 den Olympiasieg nach Berlin. Nun hört Jonas Reckermann auf - wegen Rückenproblemen.

Foto: dapd

Nach Gold in London muss Reckermann nun aufhören
Nach Gold in London muss Reckermann nun aufhören

Das Ende seiner Karriere kam für Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann selbst ziemlich überraschend. "Das kam alles sehr plötzlich für uns", sagte er. Der Rücken macht nicht mehr mit, Untersuchungen Ende Dezember brachten die traurige Gewissheit, Reckermann zog schweren Herzens die Konsequenzen: "Gesundheit kann man sich nicht kaufen und die geht letzten Endes vor", sagte der 33-Jährige. Irreversible Schäden an der Wirbelsäule zwangen ihn zum Rücktritt.

DOSB-Präsident Thomas Bach bedauerte das vorzeitige Ende des Vorzeigeduos. "Ich bin wirklich betroffen über diese Nachricht, vor allem aufgrund der krankheitsbedingten Umstände", sagte Deutschlands oberster Sportfunktionär dem SID: "Es ist natürlich eine betrübliche Nachricht für Julius Brink und den gesamten deutschen Sport, denn die beiden waren ein, wenn nicht DAS Aushängeschild der deutschen Olympiamannschaft in London mit einer weltweit sympathischen Ausstrahlung, deshalb drücke ich beiden die Daumen."

Am 9. August 2012 sah die Welt noch ganz anders aus: Erstmals in der Geschichte der Spiele holte ein europäisches Beach-Duo im olympischen Finale Gold. Vor rund 12.000 Zuschauern an der Horse Guards Parade erlebte Reckermann mit seinem Partner Julius Brink den größten Moment seiner erfolgreichen Laufbahn.

Danach präsentierten die beiden überall in Deutschland gut gelaunt ihre Goldmedaillen, heimsten weitere Ehrungen ein und machten sich Gedanken um die sportliche Zukunft. Sogar der zweite Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro war ein Thema. Doch eine Zyste, die bei Reckermann auf einen Nerv der Lendenwirbelsäule drückt, bereitete dem Traum ein jähes Ende.

"Irreversiblen Schädigung" droht

"Bei Beibehaltung der bisherigen Trainings- und Turnierintensität käme es zu einem Fortschreiten der irreversiblen Schädigung", sagte der Düsseldorfer Sportmediziner Dr. Antonius Kass, der Reckermann seit Jahren betreut. Erst 2012 hatten Beschwerden an der Schulter den Zwei-Meter-Mann zurückgeworfen, es folgten Europameistertitel und Olympiasieg. Auch nach einer Schulter-OP im Oktober war der Weltmeister von 2009, der bereits seit längerem an einem fortgeschrittenen degenerativen Prozess an der Wirbelsäule leidet, noch guter Dinge gewesen.

Umso größer ist nun die Enttäuschung. "Ich hätte gerne mit Julius weitergespielt, und eine Titelverteidigung an der Copacabana wäre eine Riesensache gewesen", sagte der fünfmalige deutsche Meister, der seit 2009 gemeinsam mit Brink die Strände dieser Welt "unsicher" machte. "Die Entscheidung ist bitter, weil wir beide unheimlich gerne noch einmal gemeinsam an den Start gegangen wären", sagte Brink dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD: "Wenn ich diesen Körper gehabt hätte, hätte ich auch so entschieden."

Brink macht mit Fuchs weiter

Der 30-jährige Brink wird seine Laufbahn mit seinem ehemaligen Trainingspartner Sebastian Fuchs fortsetzen. Dabei können die beiden auf die Unterstützung von Reckermann bauen, der eine noch näher zu definierende Rolle im neuen Team seines ehemaligen Partners übernehmen wird. "Welche das sein wird, ist noch offen", sagte der Kölner, der sich auf der Facebook-Seite des Duos bei seinen Fans "für eine geile Zeit" bedankte. Auch abseits des Sandplatzes bleiben die beiden ein Team. "Wir werden keine getrennten Wege gehen", sagte Reckermann.

Mit Wehmut blickt der sympathische Rotschopf auf eine lange und erfolgreiche Beachvolleyball-Karriere zurück. Zum historischen Triumph in London und dem WM-Sieg 2009 kommen neben den fünf nationalen Titeln noch Siege bei insgesamt vier Europameisterschaften, zwei davon mit Brink, dazu. Eigentlich hat Reckermann also alles erreicht – nur so plötzlich hätte das Ende nicht kommen müssen.

Quelle: sid/ap
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