06.01.13

Andrea Petkovic

"Ich sah mich als Alkoholikerin mit zehn Kindern"

Die dritte schwere Verletzung im dritten Jahr: Tennisspielerin Andrea Petkovic spricht offen über ihre Angst vor dem Karriere-Ende und freut sich, dass es diesmal doch nicht ganz so schlimm ist.

Foto: pa/Reinhard Eise/www.picturedesk.com
AUT, WTA, Generali Ladies Linz
Andrea Petkovic zog sich in Australien einen Meniskusriss zu

Andrea Petkovic hatte nach ihrer neuerlichen Knieverletzung große Angst vor dem Ende ihrer Karriere. "In der Nacht, nachdem es passierte, habe ich kein Auge zugemacht", sagte die 25-jährige Darmstädterin im Gespräch mit der "Bild am Sonntag": "Ist es wieder ein Kreuzbandriss? Schaffe ich es wirklich noch mal, mich sechs Monate durch die Reha zu quälen? Ich hatte natürlich Schiss, dass es das war mit der Tenniskarriere."

In ihren düsteren Gedanken habe sie sich schon "als Alkoholikerin in einem Wohnwagen mit zehn Kindern" gesehen. Umso größer sei dann die Erleichterung nach der jüngsten Diagnose gewesen: "Hey, es ist nur ein Meniskusriss. Cool, ich gehe gleich in die Reha. Und nicht wieder in die Depressionsphase wie letztes Jahr, als ich mit Gips im Bett lag."

Unterstützung von Nowitzki und Haas

Nach der Operation am vergangenen Freitag muss Andrea Petkovic acht Wochen pausieren, dennoch will sie in Zukunft nicht kürzertreten. "Ich habe noch so viel in mir drin, das ich noch zeigen will. Verletzt höre ich nicht auf. Nicht so", sagte sie.

Viel Unterstützung habe sie von anderen Sportlern erfahren, die eine ähnliche Leidenszeit hinter sich haben: "Dirk Nowitzki hat mir gleich eine Nachricht geschrieben. Und Tommy Haas kam zu mir und hat mir Mut gemacht. Die beiden wissen, was einem hilft. Händchenhalten ist es definitiv nicht."

Als realistisches Ziel für ein Comeback nennt Andrea Petkovic die French Open Ende Mai in Paris. Ihr Verhältnis zu Australien, wo sie bereits zum insgesamt dritten Mal nach Kreuzbandriss (2008), Ermüdungsbruch im Becken (2011) und nun dem Meniskusriss verletzt passen muss, ist mittlerweile ein bisschen gestört: "Ich weiß nicht, ob ich zukünftig das Risiko Australien noch mal eingehe. Das passt nicht so ganz mit uns ..."

Quelle: sid/SUF
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