04.01.13

Biathlon

Männerstaffel läuft trotz Strafrunde auf Rang drei

Beim Heim-Weltcup in Oberhof landet die deutsche Männerstaffel auf Rang drei. Weil das alles ohne den derzeit Besten und unter widrigen Umständen gelang, war Trainer Krichner voll des Lobes.

Foto: Getty Images
FIS Nordic World Cup - Biathlon - Men's Relay
Erik Lesser lief an Position zwei und kam ohne Fehler durch seine Runde

Minutenlang ließen sich die deutschen Skijäger nach ihrem Podestcoup beim Heimweltcup in Oberhof noch feiern, aus den Boxen dröhnte die Rockhymne "An Tagen wie diesen". Irgendwie fühlte sich auch der dritte Rang im turbulenten Staffel-Rennen wie ein Sieg an. Denn die Umstände, mit denen das junge Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) zuvor konfrontiert worden war, erschwerte die geplante Mission erheblich.

"Das Podium ist das, was wir anstreben, und das haben wir geschafft. Das ist schwer in Ordnung. Bei diesem Wind war das Schießen mit Abstand die größte Herausforderung. Deshalb gibt es auch wegen der Strafrunde überhaupt keine Vorwürfe", sagte ein zufriedener Herren-Trainer Mark Kirchner.

Neben dem traditionellen Schmuddelwetter im Thüringer Wald trotzten Simon Schempp (Uhingen), Erik Lesser (Frankenhain), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) sowie Florian Graf (Eppenschlag) auch dem Ausfall ihres Besten. Der Gesamtweltcup-Dritte Andreas Birnbacher hatte überraschend wegen eines grippalen Infekts auf einen Start verzichten müssen.

"Es ist bemerkenswert, was die Mannschaft geleistet hat"

"Da kann ich der Mannschaft nur gratulieren. Wenn man sieht, welche Leistungsdichte bei den Männern herrscht, kann man auch ganz schnell mal Sechster oder Siebter werden. Es war wirklich bemerkenswert, was die Mannschaft geleistet hat", sagte Kirchner und lobte seine Jungs.

Diese heizten mit ihrem Auftritt die Partystimmung der ohnehin schon begeisterten 19.500 Fans zusätzlich auf. Kuhglocken läuten am legendären Birxsteig, auf der Zielgeraden empfing ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer Schlussläufer Graf. Irgendwie passte es, dass er seine Faust im gleichen Moment gen Himmel reckte wie der letzte Läufer der siegreichen russischen Staffel. Selbst bei den zweitplatzierten Norwegern schien die Freude nicht an die ausgelassene Stimmung im deutschen Lager heranzukommen. Besonders Graf strahlte erleichtert.

Eine Strafrunde zum Auftakt

"Ich habe erst heute früh erfahren, dass ich laufen darf. Da habe ich mich direkt gefreut. Nach dem dritten Platz der Mädels war es klar, dass wir mindestens diesen Platz erreichen müssen", sagte er und stimmte damit in die Worte von Bundestrainer Uwe Müssiggang mit ein: "Mit diesem Team muss man das Podest einfach ins Auge fassen. Hier in Oberhof geht niemand an den Start und sagt sich, dass man nur dabei sein will", sagte dieser.

Dabei war der Auftakt schlecht verlaufen, der sonst so zuverlässige Schempp leistete sich gleich im ersten Anschlag die Strafrunde. Mit einer fehlerfreien Schnellfeuereinlage im Stehendschießen und beflügelt von der tobenden Menge am legendären Rennsteig hielt er den Schaden danach in Grenzen und übergab mit einer knappen halben Minute Rückstand an Lokalmatador Lesser.

Zufrieden nickte dann Lesser kurz mit dem Kopf, nachdem er auch die zweiten fünf Scheiben ohne Nachlader getroffen hatte und das deutsche Team hinter dem norwegischen Altstar Ole Einar Bjoerndalen und den USA auf Rang drei brachte. Danach verkürzte der frühere Sprint-Weltmeister Peiffer trotz vier Nachladern den Abstand zur Spitze sogar auf fünf Sekunden. In einem packenden Finale behielt Graf die Nerven und lief den Podesplatz nach Hause.

Quelle: sid/dw
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