30.12.12

Tennis

Meniskusriss – Petkovic verpasst Australian Open

Die neue Tennis-Saison beginnt für Tennis-Profi Andrea Petkovic mit dem nächsten Rückschlag: Wegen eines Meniskusrisses muss die 25-Jährige ihre Teilnahme an den Australian Open in Melbourne absagen.

Foto: dpa
Andrea Petkovic
Andrea Petkovic verletzte sich im ersten Spiel des Jahres schwer am Knie

Andrea Petkovic vergrub ihr Gesicht im Handtuch, schaute ungläubig auf ihr rechtes Knie und humpelte schließlich dick bandagiert und weinend vom Platz. Ihr Vater Zoran kämpfte wenige Meter entfernt mit den Tränen, Bundestrainerin Barbara Rittner saß zu Hause in Köln völlig konsterniert vor der Internetübertragung des Hopman Cups aus dem australischen Perth. Meniskusriss lautete die erste Diagnose – da war ihr selbst so oft verletzungsgeplagter Mixed-Partner Tommy Haas auf einmal als Trostspender gefragt.

Für den 34-Jährigen geht es Down Under nun mit Petkovics Freundin Tatjana Malek weiter und doch nicht mit einer historischen Premiere. Zunächst hatte es geheißen, dass keine deutsche Tennisspielerin so kurzfristig verfügbar sei und deshalb die 16 Jahre alte Kroatin Donna Vekic einspringen werde. Malek reist nun von Miami nach Australien und soll für das Match am Mittwoch gegen Italien einsatzbereit sein. "Ich freue mich sehr. Es ist immer schön, für dein Land zu spielen", sagte die Weltranglisten-112.

Petkovic wollte nach dem völlig missratenen Jahr 2012 und dem Absturz auf Platz 126 endlich wieder ganz oben angreifen. Die einstige Nummer neun der Tennis-Welt wollte ein bisschen Spaß haben mit Altmeister Haas bei der inoffiziellen Mixed-WM, vor allem aber Spielpraxis sammeln und Selbstvertrauen tanken zum Saisonbeginn kurz vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Die nächste Zwangspause

Doch stattdessen der nächste Rückschlag – und schon wieder eine Zwangspause. Nach der Diagnose bei einer Kernspinuntersuchung in einem Krankenhaus der westaustralischen Hafenstadt war klar: Die Australian Open in Melbourne (14. bis 27. Januar) und die wichtige Fed-Cup-Partie der deutschen Tennis-Damen in Frankreich (8. bis 10. Februar) wird Petkovic definitiv verpassen.

Wie lange sie pausieren muss, hängt auch von der Art der Behandlung ihres schon mehrmals lädierten rechten Knies ab. Im schlimmsten Fall droht ein Ausfall von bis zu drei Monaten. "Es wäre toll, wenn ich schon nach drei oder vier Wochen wieder auf dem Platz stehen könnte", sagte die 25-Jährige jedoch schon wieder vorsichtig-optimistisch bei einer Abschieds-Pressekonferenz in Perth.

Mitgefühl von Rittner

"Es tut mir einfach nur leid. Ich wünsche ihr, dass sie da jetzt noch mal gut durchkommt", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner am Sonntagmorgen und betonte: "Ich hoffe, dass sie jetzt nicht in ein ganz tiefes Loch fällt, sondern eher die Erleichterung überwiegt, dass es nicht wieder ein Kreuzbandriss ist. Hoffentlich ist es damit jetzt auch mal vorbei mit den Verletzungen."

Noch kurz vor dem Saisonstart hatte die Fed-Cup-Teamchefin die Hoffnung geäußert, dass die 2012 fast acht Monate verletzte Petkovic "wieder zurückkommt, wenn ihr der Körper keinen Strich durch die Rechnung macht". Denn die gerade abgelaufene Spielzeit war eine zum Vergessen für die ehrgeizige Athletin aus Darmstadt. Zunächst litt sie an einem komplizierten Ermüdungsbruch im Rücken, dann zog sie sich beim Turnier in Stuttgart im Frühjahr eine Sprunggelenkverletzung zu. Schon Ende 2011 hatte Petkovic wegen eines Meniskuseinrisses im Knie pausieren müssen. 2008 hatte sie bei den Australian Open einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten.

Geduld gehört nicht zu ihren Stärken

Nun ist also wieder einmal Geduld gefordert – eine Eigenschaft, die zuvor nicht unbedingt zu Petkovics Stärken zählte. Aufmunternde Worte gab es prompt von ihren Kolleginnen. "Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Du weißt, in Gedanken bin ich bei dir und es wird alles gut! Kopf hoch!", twitterte Angelique Kerber. "Fühl dich gedrückt, Petko. Das wird alles wieder!", schrieb Sabine Lisicki.

Petkovic schien wenige Stunden nach der niederschmetternden Diagnose schon wieder ihren Humor gefunden zu haben. Tommy Haas habe sie getröstet, "er kennt ja so ziemlich alle Verletzungen", erzählte die Einser-Abiturientin lachend, "aber leider hat das meinen Meniskus auch nicht geheilt". Auf ihrer To-do-Liste stünden nun: Haare sehr kurz schneiden, pink oder blond färben und Rafael Nadals Hand halten, bis "wir beide wieder gesund sind".

Quelle: dpa/jr
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