30.12.12

Leser-Abstimmung

"Wundliegen" ist das Sportwort des Jahres

Vettrick? Traumschiffparty? Halbangst? Nein! Die Leser von welt.de haben entschieden: Ihr "Sportwort des Jahres" lautet "wundliegen". Ob Bayern-Stürmer Mario Gomez sich darüber freut, ist fraglich.

Von Jens Hungermann
Foto: WDR/Herby Sachs/AFP

Wundliegen ist für die "Welt.de"-Leser das Sportwort des Jahres 2012: Während der EM erhob TV-Experte Mehmet Scholl (l.) schwere Vorwürfe gegen Mario Gomez.

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Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat Mitte Dezember bekanntgegeben: "Rettungsroutine" ist das "Wort des Jahres" und damit Nachfolger von "Stresstest" (2011) und "Wutbürger" (2010). Zu allen drei Wörtern könnte der Fußballtrainer a.D. Felix Magath sicherlich eine Menge erzählen (wenngleich in anderem Zusammenhang). Aber darum soll es hier nicht gehen. Denn auch die "welt.de"-User haben im Dezember abgestimmt und ihr "Sportwort des Jahres" gewählt.

Der Sieg geht eindeutig an ein Verb: "wundliegen", bekannt nicht aus dem Funk, dafür aus dem Fernsehen. ARD-Zuschauer während der Fußball-Europameisterschaft erlebten am Abend des 9. Juni mit, wie der Experte Mehmet Scholl in den allgemeinen gefühlsduseligen Erlösungsschwips der öffentlich-rechtlichen Berichterstatter hinein über das 1:0 im Auftaktspiel ("Die Erleichterung muss riesig sein") nörgelte.

Er trat damit eine Debatte los, die niemand erwartet hatte. Über den Bayern-Stürmer Mario Gomez, Siegtorschütze im Spiel gegen Portugal, sagte der Bayern-Angestellte Scholl also: "Er macht zu wenig für die Mannschaft. Ich hatte zwischendurch Angst, dass er sich wund liegt und mal gewendet werden muss."

Beißende Ironie, die nicht gut ankam

Das saß. Nicht jeder mochte der beißenden Ironie des früheren Mittelfeldzauberers etwas abgewinnen. Schon gar nicht in München, beim FC Bayern. Andererseits erhielt Scholl jede Menge Beifall. So erfrischend-ehrlich mag im deutschen Fernsehen nicht jeder sprechen. Die welt.de-Leser honorierten die Anleihe aus der Krankenpflege – "wund liegen" wird in der Fachsprache "Dekuibtus" genannt – und machten es mit 58 Prozent zum "Sportwort des Jahres".

Dahinter, deutlich abgeschlagen, schaffte es eine Mischung aus "Vettel" und "Hattrick" auf Platz zwei: "Vettrick" erhielt 22 Prozent der mehr als 2200 Stimmen. "Halbangst", ein Begriff, den der damalige Hertha-BSC-Trainer Otto Rehhagel prägte, kam mit immerhin noch neun Prozent Stimmanteil auf Platz drei, gefolgt von "Traumschiffparty" und "Seebühne".

"Der Spruch war grenzwertig"

TV-Experte Scholl übrigens ist dann ja nur wenige Tage nach seiner Gomez-Kritik zurückgerudert. Ein bisschen zumindest. Er sagte: "Sicherlich ist der Dekubitus-Spruch grenzwertig. Aber was steht, und das bleibt auch stehen, ist die Kritik in Inhalt und Form."

Amazon übrigens bietet, das wollen wir an dieser Stelle nicht verschweigen, in der Kategorie "Küche & Haushalt" ein besonderes Schnäppchen an: "4-schichtige wasserdichte Matratzenauflage gegen Wundliegen in 75x90 cm" für 29,99 Euro. Ob Mehmet Scholl davon gehört hat?

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