21.12.12

Fußball

Brenos Anwalt legt Beschwerde in Karlsruhe ein

Noch sitzt der 23-Jährige in Untersuchungshaft. Kommt er auf freien Fuß, darf er in seiner Heimat auf einen Neuanfang hoffen.

Foto: DPA

Verurteilt zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen schwerer Brandstiftung: Der ehemalige FC-Bayern-Spieler Breno stand seit Mitte Juni vor Gericht. Schon am ersten Prozesstag...

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Die Verteidigung des wegen schwerer Brandstiftung verurteilten Fußball-Profis Breno hat gegen dessen fortdauernde Untersuchungshaft Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht. Da bei dem Innenverteidiger keine Fluchtgefahr bestehe, gebe es auch keine Rechtfertigung für die Untersuchungshaft, begründete der Münchner Anwalt Steffen Ufer den Schritt.

"Wir hoffen auf eine baldige positive Entscheidung, da die Münchner Gerichte Breno entgegen der allgemein üblichen Rechtspraxis eingesperrt haben", erklärte Ufer im "Münchner Merkur".

Seit knapp 15 Monaten sitzt Breno in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Der Traum von einer großen Karriere ist für den brasilianischen Fußball-Profi seit der verhängnisvollen Nacht auf den 20. September 2011 in weite Ferne gerückt.

Damals zündete der 23-Jährige in alkoholisiertem Zustand seine Mietvilla in Grünwald an. Drei Jahre und neun Monate Haft lautete das im Juli getroffene Urteil gegen den damaligen Profi des deutschen Rekordmeisters Bayern München.

Kurz vor Weihnachten gibt es für Breno aber einen Hoffnungsschimmer: Der FC Sao Paulo hat ihm trotz Haftstrafe einen Vertrag angeboten. Das könnte eine Chance für den Innenverteidiger sein, vielleicht seine letzte im Profi-Fußball.

Der Vertrag mit Breno soll laut Vereinsangaben bis zum 7. Oktober 2015 geschlossen werden und wurde beim brasilianischen Verband CBF bereits registriert. Der Sieger der Copa Sudamericana will seinem ehemaligen Spieler und dessen Familie mit dem Kontrakt "Sicherheit, Stabilität und vor allem Perspektive" geben. Der Vertrag tritt aber erst bei einer Freilassung Brenos in Kraft. Mit dem neuen Arbeitsverhältnis in der Hand hofft der Brasilianer auf ein vorzeitiges Ende seiner Haftstrafe.

Laut Brenos Anwalt Steffen Ufer wurde aber noch kein Vertrag unterschrieben. "Er hat nichts unterschrieben und weiß auch, dass das Unsinn und kontraproduktiv wäre in jeder Hinsicht", sagte Ufer dem "Münchner Merkur". Breno habe lediglich ein Angebot von Sao Paulo erhalten – aber das werde er erst annehmen, "wenn in Deutschland alles erledigt ist".

Angebot ohne rechtlichen Einfluss

Brenos Anwälte hatten nach der Urteilsverkündung Revision eingelegt. Dieser Antrag liegt derzeit beim Bundesgerichtshof, eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen.

Der Vertrag mit Sao Paulo "hat auf die Revisionsentscheidung keinen Einfluss", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München I. Bei dem Revisionsantrag geht es um mögliche Verfahrensfehler. "Wir hoffen auf eine baldige positive Entscheidung, da die Münchner Gerichte Breno entgegen der allgemein üblichen Rechtspraxis eingesperrt haben", sagte Ufer, der zudem Beschwerde gegen die andauernde Untersuchungshaft Brenos beim Bundesverfassungsgericht eingelegt hat.

Der in Cruzeiro geborene Breno muss sich also weiter in Geduld üben. Sao Paulo werde nach eigenen Angaben die "Situation verfolgen". Man habe "Vertrauen in die deutsche Justiz".

Breno war Anfang 2008 für rund zwölf Millionen Euro von Sao Paulo an die Säbener Straße gewechselt, wo er jedoch auch wegen Verletzungen nie zur erhofften Stammkraft wurde. Daher wurde er 2010 zum Ligakonkurrenten 1. FC Nürnberg ausgeliehen, doch nach wenigen Spielen erlitt er einen Kreuzbandriss.

Nach seiner Rückkehr nach München folgten weitere verletzungsbedingte Rückschläge und Operationen. Vor der folgenschweren Nacht erfuhr er, dass er erneut am Knie operiert werden muss. Wieder war eine Chance dahin, sportlich Fuß zu fassen.

Quelle: sid/sei
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