20.12.12

Champions League

Rummenigge – "Die deutschen Klubs sind Favorit"

Entspannte Weihnachten: Die Auslosung des Champions-League-Achtelfinales bescherte Bayern, Schalke und Dortmund schlagbare Gegner und so manches Wiedersehen mit alten Bekannten.

Von Lars Wallrodt
Foto: AFP

Die Bayern bekommen es im Achtelfinale der Champions League im Februar 2013 mit dem FC Arsenal und Lukas Podolski zu tun. In der Liga erzielte der Deutsche fünf Tore und bereitete fünf weitere vor. In der Champions League traf Podolski bereits dreimal.

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Vereinsbosse müssen ein Pokerface beherrschen, besonders bei Auslosungen. Gibt es einen starken Gegner, ist ein heiteres Gesicht gefordert, eines, das Selbstvertrauen ausstrahlt. Bei weniger prominenten Rivalen hingegen muss die Stirn in Falten gelegt und auf die Stärken des Gegners verwiesen werden, der "auf keinen Fall unterschätzt" werden dürfe.

Am Donnerstag haben drei deutsche Klubchefs einen guten Job gemacht. In Nyon/Schweiz wurde die Viertelfinalspiele der Champions League ausgelost, und anschließend runzelten Hans-Joachim Watzke, Horst Heldt und Karl-Heinz Rummenigge die Stirn.

Es waren also machbare Lose, die ihren Vereinen zugegangen waren. "Ich denke, alle drei Deutschen kann man ohne Übertreibung als Favorit bezeichnen", sagte Rummenigge.

Watzkes Dortmunder werden es mit der ukrainischen Mannschaft von Schachtjor Donezk zu tun bekommen. Schalke 04 trifft auf Galatasaray Istanbul, was Manager Heldt keine schlaflosen Nächte bereiten wird. Und der FC Bayern München darf sich mit Arsenal London duellieren. Vorstandschef Rummenigge wird wohl zuerst an Lukas Podolski gedacht haben, der von 2006 bis 2009 in München spielte und nun bei dem englischen Traditionsklub sein Geld verdient. Doch der Reihe nach…

Dortmund – Donezk

Augenscheinlich das leichteste Los hat "Glücksfee" Steve McManaman dem BVB beschert. Doch Dankesgeschenke hat er aus Dortmund nicht zu erwarten. Gerade weil Schachtjor Donezk in Sachen Glamour nicht annähernd an die Vorrundengegner der Borussen heranreicht, die sich mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam auseinandersetzen mussten, sind die Ukrainer ein unbequemes Los.

Seit 2004 lenkt Trainer Mircea Lucescu die Geschicke des Klubs. In Zusammenarbeit mit Präsident Rinat Achmetow, einem milliardenschweren Oligarchen, hat der Rumäne Schachtjor zum erfolgreichsten Klub des Landes gemacht. In den vergangenen drei Jahren holte Donezk jeweils den Meistertitel, 2009 wurde der Klub Uefa-Pokal-Sieger.

Achmetow, angeblich zwölf Milliarden Euro schwer und seit 2011 Besitzer einer der teuersten Wohnung Londons (156 Millionen Euro), hat seinem Verein vor allem Stars aus Brasilien verordnet. Acht spielen derzeit in Donezk, darunter Willian, der mit einer Ablöse von 25 Millionen Euro der teuerste Spieler des Vereins ist. Und natürlich Luiz Adriano, der Ende November den Zorn auf sich zog, als er gegen Nordsjaelland einen für die Dänen bestimmten Schiedsrichterball aufnahm und ein Tor erzielte. Er wurde wegen Unsportlichkeit für ein Gruppenspiel gesperrt.

"Da wartet ein schwerer Gegner auf uns. Das ist eine der schwierigsten Aufgabe, die wir bekommen konnten. Ich habe drei Spiele von Donezk in der Champions League gesehen, das war schon beeindruckend", sagte Geschäftsführer Watzke, "aber wenn wir unseren Fußball spielen und unser Ding durchziehen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir das Viertelfinale erreichen."

Bayern – Arsenal

Über der Partie des deutschen Rekordmeisters schwebt natürlich das Wiedersehen mit Lukas Podolski. Der Stürmer spielte drei Jahre lang in München, kam aber nie über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Manager Uli Hoeneß kritisierte den Nationalspieler dafür immer wieder. 2009 kehrte Podolski vorzeitig zu seinem Heimatklub 1.FC Köln zurück. Vor der laufenden Saison wechselte er zu Arsenal und absolvierte dort 16 Ligaspiele, in denen er fünf Tore erzielte.

Doch weder er noch der zweite deutsche Nationalspieler in Reihen der "Gunners", Per Mertesacker, konnten den latenten Niedergang der Londoner stoppen. In der Liga steht die Mannschaft von Trainer Arsene Wenger auf Platz fünf, in der Champions-League-Vorrunde verlor sie gegen Schalke 04 vor heimischem Publikum 0:2, das Rückspiel endete 2:2.

"Wir kennen Arsenal gut. Das ist ein Los, mit dem wir zufrieden sein können. Das Spiel wird kein Selbstläufer, wir dürfen Arsenal nicht unterschätzen. Es ist wichtig, dass wir versuchen, in London ein gutes Ergebnis und ein Tor zu erzielen", sagte Karl-Heinz Rummenigge, während Philipp Lahm strahlte: "Ich freue mich auf das Wiedersehen mit 'Poldi' und Per, es ist immer etwas Besonderes, Kollegen aus der Nationalmannschaft zu treffen."

Schalke – Galatasaray

Doch nicht nur in München gibt es ein Wiedersehen alter Freunde, auch die Schalker treffen im Achtelfinale auf einen guten Bekannten. Nach vier Jahren beim FC Bayern und einem kurzen Intermezzo bei Real Madrid heuerte der 30-jährige Hamit Altintop im Sommer bei Galatasaray Istanbul an. Mit dem erfolgreichsten türkischen Verein steht er derzeit unangefochten auf Platz eins der Süper Lig.

Die Mannschaft des ehemaligen Nationaltrainers Fatih Terim setzte sich in der Champions League gegen Sporting Braga und CFR Cluj durch und gewann sogar das Rückspiel gegen den Gruppenersten Manchester United. Herausragend in der Gruppenphase war Stürmer Burak Yilmaz, der sechs Tore schoss.

Für Schalke-Manager Horst Heldt ist Galatasaray ein Wunschgegner: "Wir haben uns über das Los gefreut. Galatasaray ist eine Mannschaft, die sich mit uns auf Augenhöhe bewegt. Wenn wir sehen, wer sonst noch im Topf war, können wir damit sehr gut leben." Natürlich seien die Istanbuler ein starker Gegner, "aber wir sollten uns trotzdem zutrauen, das Achtelfinale zu überstehen".

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