26.06.09

Wimbledon

Federer lässt Kohlschreiber keine Chance

Roger Federer hat bei den 123. All England Championships das Achtelfinale erreicht. Der topgesetzte Schweizer besiegte Philipp Kohlschreiber, gab aber gegen den Deutschen seinen ersten Satz ab. Der Krimi Tommy Haas gegen den Kroaten Marin Cilic musste im fünften Satz wegen Dunkelheit abgebrochen werden.

Foto: AFP

Roger Federer hat alle überholt: Pete Sampras, Björn Borg und auch Rod Laver

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Thomas Haas musste bei den All England Championships in Wimbledon am Freitagabend in die Warteschleife. Wegen der Dunkelheit wurde die Drittrundenpartie des Hamburgers gegen den Kroaten Marin Cilic beim Stand von 7:5, 7:5, 1:6, 6:7 (3:7), 6:6 aus Sicht des Deutschen auf Samstag vertagt.

Philipp Kohlschreiber konnte den großen Roger Federer bei seinem Centre-Court-Debüt in Wimbledon ein wenig ärgern. Am Ende aber stand dann doch die erwartete 3:6, 2:6, 7:6 (7:5), 1:6-Niederlage gegen den Schweizer und das Aus in der dritten Runde der 123. All England Championships. Sogar der Eintrag in die Geschichtsbücher wurde dem Augsburger verwehrt: Im Gegensatz zur Wettervorhersage blieb es während des gesamten Matches trocken, das neue Dach wurde also noch nicht eingeweiht.

"Ich denke, das ist ein Platz wie jeder andere", hatte Kohlschreiber vor der Partie und seinem ersten Auftritt in der "Kathedrale des Tennis" (Pete Sampras) gesagt. Als er aber gegen 13.00 Uhr Ortszeit das mit knapp 15.000 Zuschauern gefüllte Stadion betrat, wirkte der 25-Jährige schon etwas unruhig. Schon beim Einschlagen mit Centre-Court-Stammgast Federer unterliefen ihm ungewöhnliche Fehler.

Als das Match dann um 13.09 Uhr begann, überrannte Federer den Deutschen geradezu. Kohlschreibers Plan jedenfalls ließ sich nicht verwirklichen. "Ich muss versuchen einen guten Start zu haben und das Match lange offen zu halten", lautete sein Matchplan. Aber das Gegenteil war der Fall.

Federer lobt sich

Er gab die ersten sieben Punkte in Folge ab, verlor seine ersten beiden Aufschlagspiele und lag schnell mit 0:4 zurück. Erst nach einem Break zum 1:4 entwickelte sich bis Ende des ersten Satzes eine ausgeglichene Partie. "Das war mein bestes Spiel im bisherigen Turnier", sagte Federer zu seiner Leistung: "Es ist ein tolles Gefühl weiter zu kommen und dabei nicht allzuviel Energie zu verlieren." 2:31 Stunden dauerte die Partie.

Der Weltranglisten-Zweite spielt nun im Achtelfinale am Montag gegen den Schweden Robin Söderling. Beide Spieler standen sich erst vor drei Wochen bei Federers Triumph bei den French Open in Paris im Finale gegenüber.

Kohlschreiber begann erst nach seinem ersten Spielbeginn tatsächlich so etwas wie Spaß auf dem Platz zu haben. Als ein Zuschauer beim Stand von 5:2 lautstark rief: "I love you, Philipp", hob der 25-Jährige beide Arme und grüßte ins Publikum. Seine Rückhand-Schüsse kamen nun besser, er suchte auch immer wieder den Weg an Netz und bot den Fans gute Tennisunterhaltung.

Allerdings verlor er jeweils zu Beginn der folgenden Sätze seinen Aufschlag, ein Vorteil, den sich Federer in der Regel nicht nehmen lässt. Lediglich im dritten Durchgang erlaubte er "Kohli" ein Re-Break zum 4:4 und verlor im anschließenden Tiebreak seinen ersten Satz während des Turniers.

Der Weltranglisten-32. hatte schon vor dem Match gegen Federer sein sportliches Ziel an der Church Road erreicht. Durch den Einzug in die dritte Runde hat er sein Vorjahresergebnis, als er bereits in seinem Auftaktmatch ausgeschieden war, deutlich verbessert. Er wird also in der neuen Weltrangliste voraussichtlich wieder auf einen Platz unter den besten 30 vorrücken. Außerdem kassierte er ein Preisgeld von 29.250 Pfund (rund 34.300 Euro).

Quelle: sid/fb
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