30.12.12

Titel-Hattrick

Vettel ist das sympathische Gesicht der Formel 1

Die längste Formel-1-Saison der Geschichte war alles andere als langweilig. Sebastian Vettels Weg zum dritten Titel verlief dramatisch. Michael Schumachers Abschied war nur eine von vielen Episoden.

Foto: REUTERS

Sebastian Vettel ist zum dritten Mal Weltmeister!

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Der Formel-1-Jahrgang 2012 hat das Zeug zum Klassiker. Angeführt von Triple-Weltmeister Sebastian Vettel und seinem furiosen Widersacher Fernando Alonso bot die Königsklasse in dieser Saison ein Spektakel, das die Fans mit Rekorden und irren Wendungen von Anfang bis Ende verzückte.

"Die Leute wollen eine Show sehen – also geben wir ihnen eine", brachte es Altmeister Michael Schumacher nach dem nun wohl endgültigen letzten Rennen seiner Karriere in Brasilien auf den Punkt.

Der siebenmalige Champion verabschiedete sich nach drei frustrierenden Comeback-Jahren im Mercedes von der größten PS-Bühne, auch in dem Gefühl, den Beginn einer neuen Ära miterlebt zu haben.

Im Stile eines Champions

Mit gerade einmal 25 Jahren raste Kumpel Vettel als jüngster Fahrer der Geschichte zu seinem dritten Triumph, allen Widrigkeiten und Widerständen zum Trotz. "Natürlich muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Aber ich glaube auch, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist", erklärte Vettel.

Im Stile eines Champions zwang der Hesse das Glück auf seine Seite. Nach der erdrückenden Überlegenheit der Vorsaison kam Red Bull bis zum Sommer nicht auf Touren, Vettel haderte mit seinem Dienstwagen.

Bis auf 44 Punkte wuchs der Rückstand auf Alonso. Der Spanier quetschte das Maximum aus seinem oft unterlegenen Ferrari. Doch dann kam der Herbst mit vier Vettel-Siegen in Serie, gefolgt von den atemberaubenden Aufholjagden in Abu Dhabi und Brasilien. Vettel ist beileibe kein Zufallsweltmeister.

Mehr als 1000 Überholmanöver

Dabei hatte es lange danach ausgesehen, als wenn der Zufall in dieser Formel-1-Saison die Regie übernommen hätte. Sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Rennen, das hatte es nie zuvor gegeben. Sieben Mal wechselte im Saisonverlauf die WM-Führung, weit mehr als 1000 Überholmanöver gab es auf der Strecke.

Die mit 20 Rennen längste Saison der Formel-1-Geschichte war vieles, aber bestimmt nicht langweilig. "Diese Saison bekommt von mir die Höchstnote", sagte der WM-Zweite Alonso.

Die geglückte Rückkehr des coolen Finnen Kimi Räikkönen, der Sensationssieg des Venezolaners Pastor Maldonado in Barcelona, der Horror-Unfall am Start von Spa, das starke Gastgeber-Debüt von Austin und die schnell verglühte Euphorie um Nico Rosbergs Premierenerfolg im Silberpfeil – an fesselnden Episoden herrschte kein Mangel. "Der Gewinner ist die Formel 1", befand McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

Pannen kosten Hamilton die Titelchance

Wie schnell es von ganz oben nach tief unten geht, weiß der Brite genauso wie die Kollegen bei Mercedes. McLaren war über weite Strecken mindestens auf Augenhöhe mit Vettels Red-Bull-Team, warf durch zu viele technische Pannen aber die Titelchance weg. Bei Mercedes verblasste die Freude über Rosbergs China-Glanzstück schnell angesichts des bislang schwächsten Jahres für das Werksteam.

Nun soll es Neuzugang Lewis Hamilton richten, dessen Abschied von McLaren ein Transfer-Erdbeben auslöste. Der streitbare Hamilton ist Schumachers Nachfolger im Silberpfeil – eine explosive Konstellation für 2013. "Ich freue mich auf meine Zukunft", beteuerte Hamilton. Zweifel daran sind verständlich.

"Die Geschichte ist noch nicht vorbei"

Gesichert ist hingegen, dass dem Wanderzirkus Formel 1 vorerst die Geschichten nicht ausgehen werden. Auf so manche Story aber hätte die PS-Welt gern verzichtet. Das Bahrain-Rennen wurde wegen der blutigen Unruhen im Golfstaat zum Politikum.

Die Formel 1 ignorierte Warnungen und Proteste und fuhr trotzdem. Dass Chefvermarkter Bernie Ecclestone seit Monaten im Mittelpunkt einer Schmiergeldaffäre steht, wirkt ebenfalls nicht imagefördernd.

Zum Glück ist da dieser Vettel. Die bodenständige Plaudertasche aus Heppenheim ist das sympathische Gesicht der Formel 1 – und könnte es noch eine ganze Weile bleiben. "Die Geschichte ist noch nicht vorbei", versprach Vettel den Angriff auf Titel Nummer vier.

Wer ist jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten?
Frage 1 von 20
Quelle: dpa/fb
Quelle: SID
04.12.12 1:08 min.
Floyd Mayweather Jr. ist der Topverdiener im Sport 2012. Der Boxer verdiente rund 65 Mio. Euro. Bestverdienender deutscher Sportler ist Michael Schumacher. Bei den Frauen liegt Maria Scharapowa vorne.
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