25.12.12

Andrew Luck

Ein "deutscher" Quarterback begeistert Amerika

Andrew Luck wuchs in Frankfurt auf und lernte dort das Football-Spielen. Jetzt ist er Quarterback bei den Indianapolis Colts und einer der Shootingstars in der nordamerikanischen Profiliga NFL.

Foto: REUTERS
Indianapolis Colts quarterback Luck looks for receiver against Tennessee Titans during first quarter of an NFL football game in Indianapolis
Andrew Luck ist Quarterback der Indianapolis Colts. Seine Pässe bringt er meistens zum Mitspieler

Vom Fußball-Knirps aus Frankfurt zum Footballstar in Amerika: Klingt nach Hollywood-Fiktion, ist aber die wahre Lebensgeschichte des Andrew Luck. Der 23 Jahre alte Quarterback der Indianapolis Colts gilt als der Shootingstar der bisherigen Saison in der National Football League NFL. Die Colts, die in der Vorsaison nur zwei von 16 Spielen gewannen, sind dank Glücksgriff Luck auf dem Weg in die Play-off und bieten derzeit die "unwahrscheinlichste Story der NFL-Saison" ("Sports Illustrated").

"Wir haben einfach Spaß", sagt Luck. Der imposante Werdegang des Rookies ist längst Thema in US-Zeitungen, Magazinen und TV-Sendungen. Dabei wird immer wieder darauf verwiesen, dass die Karriere des 1,93 Meter großen Playmakers ihren Ursprung in "Frankfurt/Germany" hat.

Vater Luck war Boss der NFL Europe

Als Luck ein Jahr alt war, zog die Familie 1991 in die Metropole am Main. Vater Oliver, ein früherer NFL-Quarterback, wurde Präsident bei Frankfurt Galaxy. "Wir wussten nicht, ob wir ein oder zwei Jahre bleiben würden – letztlich sind es zehn geworden", erinnert sich Luck senior. Er kannte Deutschland, hatte die Sommer als Kind zusammen mit seinen drei Geschwistern in Omas Haus in Karlsruhe verbracht.

Auf Frankfurt folgten für die Lucks die Stationen Rhein Fire Düsseldorf und London, wo Oliver Präsident der NFL Europe wurde. In den USA schlugen die Herzen vieler Kids damals für die Dallas Cowboys und Denver Broncos um die Quarterback-Stars Troy Aikman und John Elway.

In Deutschland hingegen schwärmte der kleine Andrew Luck für die Frankfurt Galaxy und deren Wide Receiver Mario Bailey. "Wir waren bereits sieben Stunden vor dem Spiel auf dem Parkplatz zum Tailgaiting. Es war immer ein Riesen-Spaß", erinnert sich Luck an die Atmosphäre samt Grillpartie rund um die Heimspiele im Waldstadion.

Im Schrank hängt ein deutsches Nationaltrikot

Luck besuchte die Internationale Schule, in der Freizeit warf er sich mit dem Papa das Football-Ei zu. Voranging spielte er jedoch Fußball. Davon, so Oliver Luck, profitiere seine Beinarbeit immer noch. Und Andrew "wäre heute noch glücklich, wenn er in Frankfurt leben und drei Tage die Woche Fußball gucken könnte", sagt der Vater, der die Wochenenden oft für gemeinsame Fußball-Tripps nach Barcelona, Paris oder Glasgow nutzte.

Die Zeit in Deutschland habe ihn sehr geprägt, betont Luck junior. Ein Blick in seinen Kleiderschrank bestätigt dies: Dort hängt neben zahlreichen Football-Jerseys auch ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

In Sebastian Vollmer (New England Patriots) und Markus Kuhn (New York Giants) spielen zwei Deutsche in der NFL – durch Andrew Luck bekommt die Liga noch etwas mehr schwarz-rot-goldene Couleur. Der Mann mit der Rückennummer zwölf tritt bei den Colts in die riesigen Fußstapfen von Peyton Manning, der im Frühjahr nach Denver wechselte. Aber Luck hat bereits gezeigt, dass die Fans vor der Post-Peyton-Ära keine Angst haben müssen.

Uni statt schnelles Geld

Luck hat es nicht nur im rechten Wurfarm, sondern auch im Kopf. Bereits 2011 hätte er an der NFL-Draft teilnehmen dürfen, bei der jährlich die besten Universitätsspieler auf die Profiteams verteilt werden. Doch Luck bevorzugte College statt Kohle und blieb an der Stanford University.

Diese Bodenhaftung hat sich Luck in der NFL bewahrt. Sein Telefon ist sechs Jahre alt, einen Twitter-Account hat er nicht. In einer Welt, in der Spieler wie er zwangsläufig im Mittelpunkt stehen, versucht Luck, den Hype zu umgehen.

Quelle: dpa/SUF
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