14.12.2012, 12:01

Boxen Abraham kämpft gegen den nächsten Karriereknick

Arthur Abraham

Foto: dpa

Arthur Abraham Foto: dpa

Der neue Arthur Abraham trainiert jetzt fleißig und befolgt die Anweisungen von Trainer Ulli Wegner. Am Samstag verteidigt er gegen Mehdi Bouadla erstmals nach seinem Comeback den Weltmeistertitel.

Der Mann gibt sich geläutert. Arthur Abraham ist trainingsfleißig und kassiert schon vor seiner ersten Titelverteidigung nach dem gelungenen Comeback Lob von seinem strengen Trainer. Der Weltmeister des Verbandes World Boxing Organization (WBO) im Supermittelgewicht will seinen persönlichen Wandel am Samstag in Nürnberg gegen seinen Herausforderer Mehdi Bouadla aus Frankreich bestätigen. "So gut lief es noch nie", beschreibt Trainer Ulli Wegner die Vorbereitung in der Abgeschiedenheit von Kienbaum und Neuruppin mit seinem Schützling, der in der Vergangenheit nicht immer so geradlinig und zielgerichtet gearbeitet hatte.

Der 32-Jährige, der nach seinen bitteren Niederlagen im Super-Six-Turnier einen Karriereknick und schmerzenden Imageverlust verkraften musste, weiß: Nur der Titel garantiert weitere Zahltage und Anerkennung. "Über eine mögliche Niederlage haben wir uns keine Gedanken gemacht. Der Sieg ist Pflicht", sagt Meistertrainer Wegner.

Bouadla verlor vier von 30 Kämpfen

Die Rückkehr auf den WM-Thron nach dem einstimmigen Punktsieg über Robert Stieglitz im August hat Abraham gelehrt, dass das Einhalten taktischer Marschrouten helfen kann. Im Kampf um den Titel war der in Armenien geborene Herausforderer nicht wie sonst auf den schnellen K.o. aus. Außerdem war Abraham gegen den "maßgeschneiderten Gegner" und wohl schwächsten aller Weltmeister im Supermittelgewicht schon vom ersten Gong an hellwach und voll bei der Sache. So soll es am Samstag auch gegen den zwei Jahre jüngeren Franzosen laufen, der von seinen bisher 30 Kämpfen vier verlor.

Abraham ist fest davon überzeugt, dass er auch nach seinem 39. Profikampf (drei Niederlagen) den Ring als Sieger verlässt. "Ich bin sehr gut vorbereitet und überzeugt, dass ich gewinne", sagt der Mann, der noch immer mit Titanplatten und Schrauben im Kiefer boxt, den er sich in einem der vielleicht denkwürdigsten Kämpfe der Boxgeschichte vor sechs Jahren im Fight gegen den trotzdem unterlegenen Edison Miranda gebrochen hatte.

Rückkampf gegen Stieglitz ist ungewiss

Auf ähnliche Dramatik mit viel Blut können die meisten Zuschauer in der Arena von Nürnberg und vor dem Fernseher (ARD, 22.15 Uhr) sicher verzichten. Beim Ersten sitzen die Boxfans noch mindestens bis 2014 – mit Option für ein weiteres Jahr – in der ersten Reihe. So lange läuft der TV-Vertrag mit dem Sauerland-Boxstall mit garantierten acht bis zehn Veranstaltungen pro Jahr. Und so lange will auch Abraham mit seinem WM-Gürtel noch mitmischen. Ein mit Stieglitz vereinbarter Rückkampf ist zurzeit wegen juristischer Probleme des Ex-Weltmeisters aus Magdeburg allerdings ungewiss.

Sein erfolgreiches Comebackjahr will Abraham in Nürnberg, wo er früher als Amateur "für ein Hendl und ein Bier" boxte, mit dem vierten Sieg 2012 abschließen. Dabei vertraut der Berliner auch auf Symbolik. Wie vor seinem K.o.-Sieg am 14. Januar gegen den Argentinier Natalio Farias sorgen die Berliner Countryrocker BossHoss wieder für die Einmarschmusik.

(dpa/jr)
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