Schwimmen
Britta Steffen ärgert sich über eigenen Weltrekord
Weltrekord im Vorlauf: Bei den Deutschen Meisterschaften freute sich Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen nur kurz über ihr 100-m-Freistilrennen und rechnete stattdessen mit dem "Rüstungswahn" in der Szene ab. "Man schwimmt wie auf einer Luftmatratze", sagte die 25-Jährige über ihren neuen Anzug, der bald wieder verboten wird.
Als Britta Steffen in ihrem "Weltraumanzug" in eine neue Galaxie vorgedrungen war, freute sich die Doppel-Olympiasiegerin nur kurz und rechnete dann lieber mit dem "Rüstungswahn" im Schwimmsport ab. "Das ist das Krasseste, was ich je erlebt habe. Mein neuer Anzug ist wie von einem anderen Stern, wie ein Weltraumanzug", sagte Steffen und konnte ihren Weltrekord über 100 m Freistil bei den deutschen Meisterschaften in Berlin kaum genießen: "Diese Entwicklung ist schädlich für unseren Sport."
In 52,85 Sekunden blieb Steffen im Vorlauf drei Hundertstel unter der 15 Monate alten Bestmarke ihrer australischen Rivalin Lisbeth Trickett und fügte der Farce bei der Entwicklung der umstrittenen Wunderanzüge ein weiteres Kapitel hinzu. "Man schwimmt wie auf einer Luftmatratze. In dem Anzug bin ich knapp eine Sekunde schneller", sagte Steffen und fragte mit einem Kopfschütteln in die Runde: "Wo soll das alles hinführen?"
An ihrem neuen Anzug wird Steffen allerdings nicht allzu lange Freude haben. "Der Anzug besteht hauptsächlich aus dichtem Material und wird im kommenden Jahr verboten werden", sagte die 25 Jahre alte Berlinerin und fügte hinzu: "Das ist auch gut so."
Doch bei aller Kritik muss sich auch Steffen, die das neue Produkt erst vor einer Woche erhalten hatte, den Umständen anpassen. Mit dem Rekord zur frühen Morgenstunde im Europapark an der Landsberger Allee unterstrich Deutschlands Sportlerin des Jahres 2008 jedenfalls ihre Ausnahmestellung auch im nacholympischen Jahr und schickte vier Wochen vor der WM in Rom ein deutliches Signal an die Konkurrenz.
"Ich fühle mich sehr gut. Ich bin in einem guten Zustand, und der neue Anzug gibt im wahrsten Sinne des Wortes zusätzlichen Auftrieb", sagte Steffen. Nach ihrem doppelten Olympia-Triumph im Wasserwürfel von Peking hatte sie zunächst pausiert, einen Urlaub in Mexiko mit ihrem Freund genossen und sich verstärkt auf ihr Studium konzentriert.
Leise Zweifel an ihrer Form fegte Steffen nun mit dem Rekord auf einen Schlag vom Tisch. In Rom, wo sie ihren ersten WM-Titel gewinnen will, sieht sich die Berlinerin trotzdem nicht in klarer Favoritenstellung. "Ich bilde mir auf diesen Rekord nichts Großes ein", sagte Steffen gewohnt zurückhaltend: "Bei der WM wird diese Marke mit Sicherheit wieder gebrochen." Vielleicht von ihr selbst.
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