11.12.12

Halbzeitansprache

Mourinho brüllte Özil an – "Du bist nutzlos für Real"

Schon seit Langem ist das Verhältnis zwischen Trainer und Spielgestalter angespannt. In der Halbzeitpause der Partie gegen La Coruña soll Mourinho den Deutschen Mesut Özil heftigst beschimpft haben.

Foto: pa/dpa/EFE

Hassliebe? José Mourinho lobt und tadelt Mesut Özil, wie es ihm gefällt
Hassliebe? José Mourinho lobt und tadelt Mesut Özil, wie es ihm gefällt

Im Leben des Fußballspielers Mesut Özil geht es bisweilen kurios zu. Am Wochenende erst wurde der Spielgestalter von Real Madrid wieder mal mit Lob überhäuft, weil er beim 3:2 gegen Real Valladolid gleich zwei Tore erzielt hatte und seinem Team zumindest den zarten Traum an eine Titelverteidigung in der Primera División erhielt. Trainer José Mourinho adelte den deutschen Nationalspieler mit den Worten: "Das war großartig."

Nicht immer allerdings geht der Portugiese offenbar derart liebevoll mit seinem Star um. Wie die in Spanien erscheinende Tageszeitung "El País" berichtet, war es Ende September zu einem heftigen Disput zwischen Trainer und Spieler gekommen. In der Halbzeitpause des Spiels gegen La Coruña – Achtung: Es stand zu diesem Zeitpunkt 3:1 für Madrid, Endstand 5:1 – soll Mourinho Richtung Özil gebrüllt haben: "Du bist nutzlos für Real!" Als Özil daraufhin seine Schienbeinschoner ablegte, schoss Mourinho verbal weiter: "Was ist? Willst du jetzt aufgeben?"

Kaka kam nach der Pause

Offenbar eine rhetorische Frage, denn in der Halbzeit wechselte Mourinho den bis dato zwar nicht sonderlich auffälligen, aber dennoch passablen Deutsch-Türken, der nach dem Anpfiff des Portugiesen einige Tränen vergossen haben soll, gegen den Brasilianer Kaka aus.

Eine Maßnahme, die nicht alle im Team verstehen wollten. Abwehrspieler Sergio Ramos etwa bestritt die zweite Hälfte mit einem unter seinem Dress gut sichtbaren Özil-Trikot mit der Nummer 10. Tage später rechtfertigte Ramos die Aktion damit, er habe im Falle eines eigenen Torerfolges zusammen mit seinem Kumpel über den Trikotgag jubeln wollen.

Mourinho kann darüber vermutlich nicht lachen, denn die Solidaritätsbekundung gefährdet den Erfolg seiner eigenen Methoden. Seit Langem schon scheint den Trainer und den Regisseur Özil eine seltsame Hassliebe zu verbinden, bereits mehrmals lobte Mourinho den Nationalspieler als unverzichtbar und einen der besten Transfers überhaupt, um ihn kurz darauf wie einen vorlauten Pennäler abzustrafen und in die Ecke zu stellen. Dort könnte sich der umstrittene Coach ehedem selbst wiederfinden. Vieles jedenfalls spricht nicht dafür, dass er über den Sommer hinaus in Madrid bleibt.

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