27.12.12

Radio-Rechte

Stirbt die legendäre Bundesliga-Konferenz der ARD?

Erstmals werden die Fußball-Bundesligarechte auch fürs Radio ausgeschrieben, damit bekommt die legendäre Konferenz der ARD Konkurrenz. Laut DFL gibt es ernst zu nehmende Bewerber.

Foto: pa/dpa
Sabine Töpperwien
WDR-2-Sportchefin Sabine Töpperwien ist eine der Stimmen der Radiokonferenz

Wer senden will, muss zahlen: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die ARD mit der erstmaligen Ausschreibung der Bundesliga-Audiorechte gewaltig unter Druck gesetzt. Die ARD muss um ihre Hörfunk-Berichterstattung bangen, die populäre Samstagskonferenz mit bis zu acht Millionen Zuhörern könnte bald der Vergangenheit angehören. Bis Ende März 2013 sollen die Rechte für die Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 vergeben werden.

Laut der DFL gibt es ernst zu nehmende Konkurrenz für die ARD. Namen wollten die Verantwortlichen zwar nicht nennen, auch Unternehmen außerhalb der Medienbranche und Agenturen sollen aber Interesse angemeldet haben. "Wir gehen davon aus, dass es eine Konkurrenzsituation geben wird. Ob am Ende tatsächlich jemand bietet, wissen wir nicht. Aber wir würden die Ausschreibung natürlich gar nicht machen, wenn es keine ernsthaften Alternativen geben würde", sagte DFL-Marketingdirektor Jan Lehmann: "Wir sind nicht unzufrieden mit dem, was die ARD macht. Aber jeder wird die gleichen Chancen haben."

Bislang kosten die Rechte sieben Millionen Euro

Auch die Internet-Audiorechte, die derzeit von 90elf gehalten werden, können neu erworben werden. Derzeit nimmt die DFL rund sieben Millionen Euro pro Saison für die gesamten Audiorechte ein, die ARD soll davon angeblich rund 6,5 Millionen Euro zahlen. Die Verantwortlichen des Verbands erwarten zukünftig einen Erlös in etwa der gleichen Höhe. Allerdings ist davon auszugehen, dass die DFL wie bei den TV-Rechten über diesen Zeitraum (von 412 auf 628 Millionen Euro pro Saison) mit einem deutlichen Einnahme-Plus rechnen kann.

"Der Preis steht nicht im Vordergrund, es geht nicht primär ums Geld. Wir haben kein Ziel beim Preis. Es geht um eine neue Struktur und Ordnung", äußerte Lehmann, der zudem betonte, dass die DFL nicht automatisch den höchsten Bieterbetrag annehmen muss. Ab Januar können sich die Interessenten bei der DFL registrieren lassen. Die ARD hatte bereits im Vorfeld angekündigt, an der bisherigen Form der Berichterstattung festhalten zu wollen.

Verschiedene Pakete im Angebot

Konkret wird die DFL drei Pakete ausschreiben. Im ersten Paket geht es um den UKW-Hörfunk, der zeitglich auch im Internet und im Digitalradio (DAB+) verbreitet werden kann. In diesem Paket, auf das derzeit die ARD zurückgreift, sind lange Reportagen von den Partien und die Konferenz vorgesehen.

Im zweiten Paket geht es um den Empfang über Internet und mobile Geräte (Smartphones, Tablet-Rechner). Dieses Paket enthält die komplette Übertragung der Spiele und die Möglichkeit der Konferenz. In einem dritten Paket können sich die Ersteigerer des ersten oder des zweiten Pakets weitere Rechte wie Interview-Möglichkeiten sichern.

Außerhalb der Ausschreibung wird es für Lokalradios wie bisher die Möglichkeit zur kurzen Berichterstattung über die Spiele ihres Klubs geben. Auch die individuellen Rechte der Klubs, die das Spiel ihrer Mannschaft live auf ihrer Internetseite übertragen können sowie einen Hörfunksender ins Boot holen können, bleiben erhalten.

Quelle: sid/SUF
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Rechtsanspruch: Bis 2017 müssen insgesamt 11.000 Betreuungsplätze geschaffen werden
07:20Erfolgloses Konzept
"Ein-Euro"-Kitas werden wieder abgeschafft

Viele Berliner Kitas müssen dringend saniert werden, den Bezirken fehlt jedoch das Geld. Das zur Lösung des Problems geplante Ein-Euro-Programm wird nun beendet - der Senat hält es für gescheitert. mehr...


Im Friedrichstadt-Palast wird das Programm für den Gay Pride Month vorgestellt
21.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Mittwoch

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Mittwoch, den 22. Mai. mehr...


Bei den Lohnverhandlungen gab es eine Einigung bei den BVG
09:05Lohnverhandlungen
Einigung im Tarifstreit bei den BVG - Streikgefahr abgewendet

Am frühen Mittwochvormittag gab es einen Kompromiss in den festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben. Damit sind mögliche Streiks im öffentlichen Verkehr nun abgewendet. mehr...

Die Wohnung des Rap-Musikers Bushido  wurde von der Berliner Staatsanwaltschaft durchsucht
21.05.13Rap-Musiker
Verdacht auf Steuerstraftat - Bushidos Privathaus durchsucht

Rapper Bushido sorgt immer wieder für Aufsehen. Jetzt steht er unter Verdacht, eine Steuerstraftat begangen zu haben. Seine Wohnräume wurden aufgrund dessen durchsucht. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Multimedia
Trainingslager

Hier schwitzt die Bundesliga für die Rückrunde

Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Tornado in Oklahoma Familie filmt die Zerstörung aus dem Sturmkeller
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
Unwetter Starke Tornados wüten in vier US-Bundesstaaten
Der Futiklub Absolutely Ferguson
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote