04.12.12

Versuchter Betrug

Wach wollte gegen Klitschko ohne Handschuhpolster boxen

Der polnische Profiboxer versuchte offenbar nicht nur mit Doping, den WM-Kampf gegen Titelverteidiger Wladimir Klitschko zu gewinnen.

Foto: Bongarts/Getty Images

Wladimir Klitschko und Mariusz Wach (r.) beim WM-Titelkampf am 10. November 2012
Wladimir Klitschko und Mariusz Wach (r.) beim WM-Titelkampf am 10. November 2012

Der polnische Schwergewichtsboxer Mariusz Wach soll vor dem Kampf gegen Weltmeister Wladimir Klitschko am 10. November 2012 in Hamburg eine weitere Manipulation versucht haben. "Aus seinem rechten Handschuh ist die Polsterung entfernt worden", sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte am Montagabend bei der Gesprächsrunde "Anstoß Hamburg".

Der versuchte Betrug sei vor dem Kampf bei der technischen Kontrolle entdeckt worden. Vitali Klitschko, der aus dem Lager seines Bruders an der Überprüfung teilnahm, stellte die Manipulation fest. "Den Gegner so ernsthaft verletzen zu wollen ist brutal und Wahnsinn", sagte Bönte.

Über den Betrugsversuch wurde die Öffentlichkeit zunächst nicht informiert. Erst nach Bekanntwerden der positiven A-Probe bei der Dopingkontrolle des Polen teilte Bönte auch die Manipulation der Handschuhe mit.

Laut Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), sollen in Wachs Urinprobe Spuren von anabolen Steroiden gefunden worden sein.

Der Pole hatte den Kampf am 10. November in Hamburg einstimmig verloren, war aber trotz zahlreicher Kopftreffer nicht k.o. gegangen. Spekulationen, dass muskelbildende Anabolika zu größeren Nehmerqualitäten führen könnten, widersprechen Dopingfahnder allerdings.

Wach blieb trotz schwerster Treffer auf den Beinen

Wladimir Klitschko meinte: "Jetzt wundert mich nicht mehr, dass Wach die härtesten Schläge weggesteckt hat." Der in den USA lebende 32-Jährige hielt sich in dem Kampf trotz schwerster Treffer zwölf Runden auf den Beinen. Dennoch verlor er deutlich nach Punkten und musste nach 27 Siegen die erste Niederlage seiner Profikarriere hinnehmen.

Anabole Steroide werden im Sport zu Muskelzuwachs und Erhöhung der Regenerationsfähigkeit missbraucht. Ob sie auch das Schmerzempfinden beeinflussen und die Nehmerqualitäten eines Boxers erhöhen, ist nicht bewiesen.

Spekulationen kommen jetzt auf, ob auch Vitali Klitschkos Gegner Shannon Briggs vor zwei Jahren unter Dopingeinfluss gestanden haben könnte. Der Amerikaner verlor gegen den heute 41 Jahre alten Ukrainer einstimmig nach Punkten, ging aber trotz schwerster Treffer nicht k.o.

Als er zur Dopingkontrolle sollte, wurde Briggs ohnmächtig und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wurden eine Gehirnerschütterung, zwei Frakturen im Gesicht, ein Muskelriss sowie ein geplatztes Trommelfell festgestellt.

Quelle: dpa/sid/sei
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