02.12.12

Mord und Selbstmord

NFL steht nach Belcher-Tragödie unter Schock

Jovan Belcher von den Kansas City Chiefs hat seine Lebensgefährtin erschossen und sich selbst getötet. Noch gibt es keine Erklärung für die Tat. Bereits am Sonntag will das Team wieder spielen.

Foto: dapd
Chiefs Player Shooting Football
Jovan Belcher erschoss erst seine Freundin und dann sich selbst

Der Schock sitzt tief: Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit haben Kollegen, Fans und Politiker auf den Selbstmord von Football-Profi Jovan Belcher reagiert. Der 25 Jahre alte Linebacker der Kansas City Chiefs hatte am Samstag seine Freundin erschossen und sich anschließend vor dem Trainingsgelände im Beisein von Chefcoach Romeo Crennel und Manager Scott Pioli selbst getötet. Das Tatmotiv ist noch unklar, die Ermittlungen laufen. Trotzdem wollten die Chiefs ihre Partie am Sonntag gegen die Carolina Panthers unbedingt spielen.

"Für immer in unseren Herzen. Ich liebe dich Bruder", twitterte Chiefs-Safety Kendrick Lewis. "Bin am Boden zerstört. Ein großartiger, großartiger, großartiger Mitspieler. Wir werden ihn für immer vermissen", erklärte Tight End Tony Moeaki.

Die National Football League (NFL) teilte in einer Presseerklärung mit: "Unsere Gedanken und Gebete sind bei all denen, die von dieser unvorstellbaren Tragödie betroffen wurden."

Paar hatte eine drei Monate alte Tochter

Belcher hatte zunächst daheim mehrmals auf seine 22 Jahre alte Freundin geschossen, mit der er eine drei Monate alte Tochter hat. Seine Mutter sah die Szene und alarmierte umgehend den Notruf. Die Lebensgefährtin wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie verstarb. Belcher fuhr nach seiner Tat zum Vereinsgelände.

Dort haben Trainer Crennel und Manager Pioli nach Angaben von Polizeisprecher Darin Snapp vier, fünf Minuten mit ihm gesprochen und sich dabei "nie in Gefahr gefühlt." Nach dem Eintreffen der Polizei habe sich Belcher bei beiden für all das bedankt, was sie für ihn getan hatten – und sich erschossen.

"Niemand kann sich vorstellen, wie es ist, wenn man Zeuge wird, wie sich jemand erschießt", betonte Kansas Citys Bürgermeister Sly James. "Sowas willst du sofort aus deinem Gedächtnis löschen, aber es geht nicht." James hatte zuvor Kontakt zu Pioli aufgenommen, für den die Geschehnisse "sehr emotional" waren, so James. "Denken Sie an Ihren schlimmsten Alptraum und multiplizieren das mit fünf."

"Irgendwas ist da total falsch gelaufen"

Auch Belchers Berater Joe Linta war ratlos und konnte sich die Gründe für die Tragödie nicht erklären. "Irgendwas ist da total falsch gelaufen. Wir werden wohl nie erfahren, was es war", meinte Linta – und beschrieb den 25 Jahre alten Profi als "glücklichen, stolzen Vater" und "freundlichen, uneigennützigen, hart arbeitenden Mann", der in der Sommerpause mit Kindern in Jugendprogrammen zusammengearbeitet habe.

Nur Stunden nach der Tragödie gaben die Chiefs bekannt, das zwölfte Saisonspiel am Sonntag gegen die Panthers solle wie geplant stattfinden. Nur wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem sich Belcher eine Waffe an den Kopf hielt und abdrückte, mussten seine ehemaligen Teamkollegen im Arrowhead Stadium ihrem Job nachgehen.

Touchdowns und Tackles statt Trauer und innerer Einkehr. "Warum die Eile nach solch einer Tragödie zu spielen?", kritisierte die "USA Today". Verein und Liga haben es nach gemeinsamen Beratungen so gewollt.

Quelle: dpa/fb
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