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German Open

Berlins Strand liegt nun am Hauptbahnhof

Die Beachvolleyballkulisse vor dem Berliner Hauptbahnhof ist eine der beeindruckendsten weltweit. Weil aber im Vergleich zum Vorjahr die Sponsoreneinnahmen drastisch zurückgegangen sind, haben die Veranstalter dieses Mal kein Weltserien-Turnier ausgerichtet. Dennoch steht fest - Berlin ist die wichtigste Beachvolleyballstadt Deutschlands.

Beachvolleyball - Vorschau German Masters
Foto: dpa/DPA
Training für die German Masters 2009. Auf dem Washingtonplatz ist wieder ein großer Strand errichtet worden, auf dem am Mittwoch und Donnerstag gebaggert wird

Die 85 Sattelschlepper haben ganze Arbeit geleistet. 2600 Tonnen besten märkischen Sand luden die wuchtigen Laster in den vergangenen Tagen am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof ab. Dazu wurde ein stählernes Stadion hochgezogen, das 3500 Zuschauern Platz bietet. "Jetzt steht das Schmuckstück", frohlockt Siegbert Brutschin, Turnierdirektor des German Masters im Beachvolleyball, das heute mit den Ausscheidungsspielen vor dem Hauptbahnhof beginnt. Ilka Semmler, die mit ihrer Berliner Partnerin Katrin Holtwick zu den Favoritinnen bei den Frauen gehört, schwärmt: "Das ist das größte Europa-Turnier, das ich je gesehen habe. Vom Aufbau her ist das hier wie bei einem Grand Slam."

Die internationale Wirtschaftskrise hat auch vor dem Beachvolleyball nicht Halt gemacht. So erklärt Hinnerk Femerling vom German-Masters-Vermarkter Global Sports Marketing (GSM) "Unsere Sponsoreneinnahmen sind gegenüber 2008 dramatisch gesunken." Daher wäre das finanzielle Risiko einer Ausrichtung eines Weltserien-Tuniers wie noch im Vorjahr zu groß gewesen. Deshalb gibt man sich mit der Veranstaltung des europäischen Verbandes CEV etwas bescheidener. Immerhin sind auch hier etwa 700.000 Euro an Kosten zu decken. Aber das Engagement eines Sponsors sowie der Berliner Senat haben das German Masters kräftig unterstützt, so dass die Verantwortlichen stolz verkünden können, "dass die Veranstaltung das Flaggschiff der europäischen Beachtour ist."

100 000 Euro Preisgeld

Das Masters ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert, die beiden Siegerpaare erhalten jeweils 11.000 Euro Prämie. Damit schüttet Berlin in der Tat das höchste Preisgeld auf CEV-Ebene aus. "Berlin ist unsere Hochburg in Deutschland", frohlockt der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), Werner von Moltke. Laut Femerling gibt es mit den Partnern bereits gute Absprachen, "so dass wir mit Zuversicht in die Zukunft sehen können." Ein Ziel ist es, dass 2010 die Europameisterschaften in Berlin stattfinden. Allerdings muss diese Entscheidung erst noch durch die Gremien des europäischen Verbandes bestätigt werden.

Sportlich ist das Masters sehr stark besetzt. Neben Holtwick/Semmler, die im Mai das erste Europa-Turnier auf Gran Canaria gewannen, sind auch die Berlinerinnen Sara Goller und Laura Ludwig, die zuletzt in Baden bei Wien triumphierten, favorisiert. "Das wird für uns ein ganz spezielles Event", sagt Goller, die mit ihrer Partnerin für Hertha BSC baggert. Auch Ilka Semmler freut sich auf die Herausforderung vor heimischem Publikum, die Studentin sagt: "Je schwerer die Spiele werden, desto besser werden wir."

Große nationale Konkurrenz

Bei den Männern liegen die deutschen Hoffnungen auf den Ranglisten-Ersten Julius Brink/Jonas Reckermann (Leverkusen/Köln) sowie auf David Klemperer/Eric Koreng (Berlin/Kiel). Für sie ist das Masters zugleich die Generalprobe für die Weltmeisterschaften in Stavanger/Norwegen (ab 25. Juni). "Das ist jetzt unsere Saison-Hochphase schlechthin", sagt Katrin Holtwick und glaubt nicht, dass sich der eine oder andere aus Verletzungssorgen schonen wird: "Alle Paare werden hier in Berlin Vollgas gehen." Die Belastung, sagt David Klemperer, sei man im Beachvolleyball gewohnt. Der Berliner belegt mit Eric Koreng derzeit Rang vier der Europarangliste: "Wir spielen ja jede Woche ein Turnier." DVV-Präsident von Moltke hofft auf ein ähnliches Ergebnis wie im Vorjahr in Hamburg. Damals hatten je zwei deutsche Duos bei Frauen und Männern das Halbfinale erreicht.

Die neue Stärke der deutschen Duos resultiert auch aus der gewachsenen Konkurrenz im eigenen Lager. David Klemperer ist froh darüber: "Das Leistungsniveau bei uns ist gigantisch, aber davon profitieren wir alle." Auch die Fans beim German Masters.

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