20.11.12

Schweiz

Hitzfeld wegen Stinkefinger für zwei Spiele gesperrt

Gegen Norwegen zeigte der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld dem spanischen Schiedsrichter den Mittelfinger. Seine Erklärung, die Geste habe ihm selbst gegolten, half bei der Fifa nicht.

Foto: dapd
Ottmar Hitzfeld
Ottmar Hitzfeld darf die nächsten beiden WM-Qualifikationsspiele nicht auf der Schweizer Bank sitzen

Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist nach der Stinkefinger-Affäre für zwei Spiele gesperrt worden. "Grund ist ein Verstoß gegen Artikel 57 des Fifa-Disziplinarreglements (Ehrverletzung und Fairplay)", hieß es in der Erklärung.

Die Disziplinarkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa verurteilte den ehemaligen Trainer des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München zudem zu einer Geldstrafe von 7000 Schweizer Franken (etwa 5791 Euro) sowie zur Übernahme der Verfahrenskosten in Höhe von 1000 Schweizer Franken (etwa 827 Euro).

Hitzfeld ist damit für die WM-Qualifikationsspiele der Schweiz in Zypern am 23. März 2013 und gegen Zypern am 8. Juni 2013 gesperrt. Nach Angaben der Fifa kann die Entscheidung "nicht angefochten werden und ist damit rechtskräftig".

"Dieses Urteil ist sehr hart und für mich enttäuschend", sagte Hitzfeld, der von den Sanktionen in seinem Urlaub in Afrika erfuhr. Auch der Nationalmannschaftsdelegierte Peter Stadelmann zeigte wenig Verständnis: "Das Urteil ist an der oberen Grenze."

Mittelfinger in Richtung des Schiedsrichters

Hitzfeld hatte am 12. Oktober im WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Norwegen (1:1) den ausgestreckten Mittelfinger in Richtung des spanischen Schiedsrichters David Fernandez Borbalan gezeigt - offensichtlich aus Unmut über dessen schwache Leistung. Anschließend bedauerte er die Geste, behauptete aber, diese habe nicht dem Referee, sondern ihm selbst gegolten.

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte der Schweizer Verband mitgeteilt, dass er nicht mit einer harten Bestrafung Hitzfelds rechne und keine eigene Untersuchung eingeleitet. "Wir teilten der Fifa schriftlich mit, dass wir keine Sanktion gegen den Trainer wünschen, weil wir sein Verhalten als Ausrutscher ansehen und Fehler passieren können", hieß es damals in einer Verbandsmitteilung. "Es kann nicht sein, dass plötzlich zwei Verfahren gegen Hitzfeld laufen - eines der Fifa und eines von uns", hatte der Nationalmannschaftsdelegierte Peter Stadelmann erklärt.

Quelle: dpa/sid/jr
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