11.11.12

Olympische Spiele

Rio 2016 – Windsurfen wieder rein, Kitesurfen raus

Erst sollte Windsurfen aus dem olympischen Programm fliegen. Das war im Mai. Das war auch noch Freitag so. Kitesurfen sollte den Platz übernehmen. Jetzt wurde die Entscheidung revidiert.

Foto: pa/dpa/EPA
London 2012 - Segeln
Ein Bild, das kurzzeitig schon einen Nostalgiefaktor hatte: Windsurferin Moana Delle bei den Olympischen Spielen. Erst wurde ihre Sportart aus dem olympischen Programm gestrichen, jetzt ist sie 2016 doch dabei

Welch ein Hick-Hack. Und welch ein Wechselbad der Gefühle für Windsurfer und Kiteboarder. Jetzt aber steht fest: Surfen bleibt olympisch.

Die Generalversammlung der Weltseglerverbandes ISAF hat in Dun Laoghaire/Irland alle vorherigen Verbandsbeschlüsse zugunsten einer Aufnahme des Kitesports in das olympische Programm rückgängig gemacht. Stattdessen werden die RS:X-Surfer auch 2016 in Rio um Medaillen kämpfen.

Bei den Olympischen Spielen im August vor dem britischen Weymouth hatten die Windsurfer Toni Wilhelm und Moana Delle als beste Athleten des Deutschen Segler-Verbandes die Plätze vier und fünf belegt. Deshalb freute sich DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner über die Entscheidung in Irland. "Wir hoffen, dass beide ihre Karriere so mitreißend fortsetzen können und das Sommermärchen in Rio eine Fortsetzung findet", sagte sie.

Der Kampf der Windsurfer

Im Mai hatte die ISAF zunächst völlig überraschend entschieden, zugunsten des Trendsports bei den Spielen 2016 auf das Windsurfen zu verzichten, das seit 1984 olympisch ist.

Die Windsurfer hatten die umstrittene Entscheidung nicht einfach hinnehmen wollen. Sie setzten eine Petition auf, gingen in die Öffentlichkeit und kämpften für ihre Sportart. "Sie können doch gerne das Kiten hinzunehmen. Aber es gibt keinen Grund, ausgerechnet jene Disziplin im Segeln, die am meisten Nationen mitbringt, zu eliminieren", sagt Windsurf-Ikone Björn Dunkerbeck der "Welt". "Für das Windsurfen ist diese Entscheidung jetzt sehr wichtig."

Der 41-malige Weltmeister hatte sich wie andere Größen der Szene für den Erhalt des Olympiastatus' engagiert, obwohl er selbst nie bei den Spielen dabei war. Denn die olympische Windsurf-Regatta wird mit Einheitsmaterial gefahren und hat wenig gemein mit den Slalomrennen und schon gar nichts mit dem Waveriding, das die Zuschauer beispielsweise jährlich beim Weltcup vor Sylt zu sehen bekommen. Ein großer, kräftiger Athlet wie Dunkerbeck ist für das Einheitsmaterial nicht gemacht.

Der Kompromissvorschlag kommt nicht an

Wäre Kitesurfen olympisch geworden, hätte es womöglich nicht eine derart strikte Materialvorgabe gegeben. "Windsurfen so zu öffnen wie es bei Kite vorgesehen war, wäre schon ein großer Schritt. So könnten auch noch mehr Windsurfer an den Spielen teilnehmen", sagt Dunkerbeck. An sich selbst denkt er dabei aber nicht. "Oh nein! Wenn, dann bin ich als Hobbywindsurfer vor Ort."

Der Einsatz der Windsurfer jedenfalls hat sich gelohnt. Für die Kitesurfer hingegen ist ein Traum geplatzt. Florian Gruber, der 2016 beim Racing durchaus eine gute Chance gehabt hätte, muss weiter hoffen. Vielleicht auf 2020. Der Kompromissvorschlag, beide Disziplinen in das Programm aufzunehmen, fand im Verband dieses Mal noch keine Mehrheit.

Quelle: mh/dpa/sid
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