11.11.12

Boxen

Wladimir Klitschko verteidigt gegen Wach seinen WM-Titel

Der 36-Jährige besiegte den völlig chancenlosen Wach einstimmig nach Punkten. "Rocky" Sylvester Stallone sprach von einem "tollen Kampf".

Foto: REUTERS

Wladimir Klitschko beherrscht weiterhin das Schwergewicht. Der Ukrainer gewann den WM-Kampf gegen den chancenlosen Polen Mariusz Wach (r.) souverän nach Punkten
Wladimir Klitschko beherrscht weiterhin das Schwergewicht. Der Ukrainer gewann den WM-Kampf gegen den chancenlosen Polen Mariusz Wach (r.) souverän nach Punkten

Wladimir Klitschko hat seine WM-Titel erfolgreich verteidigt. Der Schwergewichts-Champion aus der Ukraine bezwang in der Nacht zu Sonntag vor 15.000 Zuschauern in Hamburg Herausforderer Mariusz Wach aus Polen nach zwölf Runden deutlich nach Punkten (120:107, 120:107, 119:109).

Klitschko feierte damit seinen 59. Sieg im 62. Kampf. Er behält damit die WM-Gürtel der Boxverbände WBA, IBF und WBO. Wach musste in seinem 28. Profikampf erstmals eine Niederlage hinnehmen. Klitschko hatte zuletzt im April 2004 gegen Lamon Brewster (USA) einen Kampf verloren.

"Mit einem Rocky in der Halle kann man nicht verlieren. Aber danke auch an die Zuschauer für die Unterstützung", sagte Klitschko nach dem Sieg und meinte damit Ur-Rocky Sylvester Stallone, der wie Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman und Schauspieler Ralf Möller unter den prominenten Gästen war.

Denn Augenzeuge des Duells unmittelbar am Ring war eben jener Sylvester Stallone, der die Hauptrolle im Boxer-Mehrteiler "Rocky" gespielt hatte. Der 66-Jährige produziert gemeinsam mit den Klitschko-Brüdern das Musical "Rocky", das in einer Woche in Hamburg Weltpremiere feiert. "Wladimir ist klüger als "Rocky"", sagte Stallone. "Ein toller Kampf", befand er.

Mehr als 20 Darsteller tanzten vor dem Kampf im Ring, RTL zeigte Ausschnitte aus dem Musical.

Klitschko dominiert den Kampf von Beginn an

Im Ring war Klitschko von der ersten Runde an überlegen. Der Ukrainer begann ungewöhnlich stürmisch und landete gleich in der ersten Runde fünf Treffer. Lediglich in Runde fünf geriet Klitschko einmal in Bedrängnis, Wach konnte aber keine klaren Treffer setzen.

Danach dominierte Klitschko den Kampf nach Belieben und trieb den taumelnden Wach Runde für Runde durch den Ring. Der Pole wollte einfach nicht zu Boden gehen und hielt über die volle Distanz durch, auch wenn er am Ende chancenlos war.

Klitschko musste erstmals nach acht Jahren Zusammenarbeit ohne seinen Trainer Emanuel Steward in den Ring steigen, der am 25. Oktober 2012 nach einer schweren Darmerkrankung verstorben war. Vor dem Kampf ertönten zu Ehren des Amerikaners zehn Gongschläge. "Es war psychisch für mich sehr schwierig", sagte Klitschko nach dem Kampf.

Am Montag wollen die Klitschko-Brüder zur Beisetzung nach Detroit fliegen. Auf den Kampf gegen Wach wurde Klitschko von seinem Trainingspartner Johnathon Banks vorbereitet. Banks boxt in wenigen Tagen selbst.

Unmittelbar vor dem Duell kam es zu einem Zwischenfall. Während der Ansagen von Ringsprecher Michael Buffer gelang es einem jungen Mann in einem weißen T-Shirt mit den Aufschriften "WWF, Greenpeace und Unicef" in den Ring zu stürmen. Er wurde daraufhin vom Sicherheitspersonal abgeführt.

Zur Einmarschmusik "Can"t stop" von den Red Hot Chili Peppers trat dann Klitschko unter dem Jubel seiner Fans in den Ring. Erstmals in seiner Karriere stand dem 1,98-Meter-Mann in dem vier Zentimeter längeren Wach ein größerer Gegner gegenüber. Wach war mit 113,8 Kilogramm auch 1,8 Kilo schwerer als der Titelverteidiger. An dem klaren Sieg änderte das nichts.

Quelle: dapd/dpa/sei
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