10.11.12

Olympia-Held

Als Storl mit dem Luftgewehr auf einen Hund zielte

David Storl war einer der strahlenden Helden bei Olympia. In London hat er Silber im Kugelstoßen geholt. Das Silberne Lorbeerblatt blieb ihm verwehrt. Wegen einer Vatertagssünde.

Foto: dapd
Storl
David Storl sagte der "Bild"-Zeitung, dass er den Schuss auf den Hund bereue

Wir haben uns mal zu Gemüte geführt, was im Juni alles gejagt werden darf. Das ist Ländersache, also ist das Jagdwesen in etwa so wie das Bildungswesen. Vielleicht etwas niveauvoller, aber nun gut.

In unserem speziellen Fall müssen wir nach Sachsen schauen. Zur Strecke gebracht werden dürfen da im Juni Füchse und Marderhunde. Seehunde haben Schonzeit, was der ausdrücklichen Erwähnung bedarf. Nicht dass einer in Sachsens Wäldern auf falsche Gedanken kommt.

Nun ist das mit den sächsischen Hunden aber so eine Sache. Denn am 2. Juni 2011, zu Christi Himmelfahrt, das wurde gerade publik, soll es einen erwischt haben. Wir können nur hoffen, dass er ein dickes Fell hatte. Über das wahre Schicksal ist noch nichts bekannt geworden, dafür aber über den Vorfall.

Der Olympiazweite David Storl hat auf dem Gelände des Chemnitzer Sportforums die Kugel aus der Hand gelegt, mit einem Luftgewehr angesetzt und dem armen Köter traktiert. Gut für den Hund und blöd für Storl, dass er dabei ertappt wurde. Der 22-Jährige sagte, dass er das "längst sehr bereut" habe. Jaul.

Der Schuss ging nach hinten los

Es darf angenommen werden, dass Storl dem armen Tier ordentlich eins übergebraten hat, denn er ist bei der Bundespolizei angestellt, eine gewisse Treffsicherheit darf schon von Berufs wegen erwartet werden. Jedenfalls ging der Schuss nach hinten los.

Behördenintern wurde der Fall publik, weswegen von seiner Ausbildung als Diensthundeführer ebenso abgesehen wurde wie von seiner Entsendung ins Schloss Bellevue. Bundespräsident Joachim Gauck ehrte dort am Mittwoch Olympiahelden, aber eben keine Tierschänder. Storl bleibt die Silbermedaille, er brachte sich so jedoch um das Silberne Lorbeerblatt.

Es scheint eine merkwürdige Beziehung von Sportlern zu Luftgewehren zu geben. Wir erinnern uns da insbesondere an Diego Maradona. Der ballerte aus seinem Haus heraus auf wartende Journalisten. Fünf wurden verletzt. Jahre später schreckte er seine Nachbarn regelmäßig mit nächtlichem Feuerwerk auf und rannte mit einer Maske von Osama Bin Laden durch den Garten. "Es ist wie Krieg, irgendwann bringt er uns noch um", klagte eine Anwohnerin. Im Hintergrund winselte ihr verschreckter Hund.

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