04.11.12

Freudenfeuer

Hier fackeln die Briten Lance Armstrong ab

Jedes Jahr Anfang November werden in einem kleinen Dorf in Südost-England prominente Pappfiguren verbrannt. Nach Wayne Rooney und Mario Balotelli trafen Hohn und Spott dieses Mal Lance Armstrong.

Foto: REUTERS

Da brannte er plötzlich lichterloh: Lance Armstrongs Pappfigur in Flammen.

9 Bilder

Diese Briten... Ursprünglich gedachten die Bewohner des Dorfes Edenbridge in der Grafschaft Kent Anfang November in der "Guy Fawkes Night" stets einem gescheiterten Attentat. Am 5. November 1605 nämlich hatte Fawkes probiert, das englische Parlament in die Luft zu jagen. Der Bösewicht wurde allerdings rechtzeitig verraten und zum Tode verurteilt. Aus diesem Grund veranstaltet die "Edenbridge Bonfire Society" einmal im Jahr einen Fackelumzug und lässt ein riesiges Fawkes-Double verbrennen.

In diesem Jahr erhielt der Lump einen prominenten Sportler als Nachbarn: Lance Armstrong. Auf einer Wiese am Rande der Ortschaft hatten die Organisatoren eine Figur im Gelben Trikot, angeknackstem Tour-de-France-Pokal in der einen und einem Schild in der anderen Hand zur Verbrennung aufgebaut. Auf dem Schild stand: "Zu verkaufen: Rennrad. Wird nicht mehr gebraucht."

Wer den Schaden hat (Dopingermittlungen, aberkannte Titel, drohende Gerichtsprozesse), braucht für den Spott nicht zu sorgen. Am Samstagabend jedenfalls ging das rund neun Meter hohe Armstrong-Double in Flammen auf, Feuerwerkskörper schossen in den Himmel. Übrig blieb nicht viel mehr als ein Metallgerüst.

"Burn, Baby, Burn!"

"Burn, Baby, Burn", titelte der "Mirror" schadenfroh. Mark Young, Sprecher der "Edenbridge Bonfire Society", sagte: "Lance Armstrong ist sicherlich der größte Gauner im Sport. Fans auf der ganzen Welt fühlen sich betrogen von einem Mann, von dem man annahm, er sei weißer als weiß." Zuletzt erst hatte die amerikanische Comedy-Kultserie "South Park" Armstrong aufs Korn genommen.

Zielscheibe des fragwürdigen Spektakels in der 8000-Seelen-Gemeinse waren in den Jahren zuvor schon andere Prominente (neben Guy Fawkes) gewesen: 2011 ging eine Figur von Mario Balotelli in Flammen auf, auch Wayne Rooney wurde schon verbrannt, genau wie Cherie Blair, Gordon Brown und Katie Price.

Quelle: JHU
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