03.11.2012, 16:05

Radsport Staatsanwälte werfen Winokurow Sportbetrug vor

Olympische Spiele London 2012 - Strassenrennen Elite Maenner

Foto: Augenklick/Roth

Gewann der 39-jährige Kasache Alexander Winkurow den Tagesklassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich vor zwei Jahren durch Bestechung? Deshalb ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Padua gegen ihn.

Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Padua hat Olympiasieger Alexander Winokurow ins Visier genommen. Die Ermittler verdächtigen den Sieger des Straßenradrennens von London des Sportbetrugs. Der 39-jährige Kasache soll das Rennen Lüttich–Bastogne–Lüttich im Jahr 2010 durch Bestechung gewonnen haben. Dies berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Samstag.

Den Staatsanwälten liegen offenbar Unterlagen vor, die beweisen, dass der frühere Dopingsünder seinem letzten Begleiter Alexander Kolobnew 150.000 Euro versprochen und später auch überwiesen hat. Dafür hatte dieser offenbar Winokurow den Sieg überlassen. Damit bestätigen die italienischen Ermittler einen Bericht des Schweizer Magazins "L'Illustre" aus dem Dezember des Vorjahres.

Schweizer Bankkonto unter Kolobnews Namen

Angeblich ist ein Schweizer Bankkonto unter Kolobnews Namen entdeckt worden. Auf dieses soll das Geld überwiesen worden sein. Das Konto wurde bei einem Angestellten der Schweizer Bank BSI eröffnet, gegen den die Staatsanwälte in Padua wegen Geldwäsche zugunsten mehrerer Athleten mit Kontakt zum umstrittenen italienischen Dopingarzt Michele Ferrari ermitteln.

Gegen Winokurow gebe es "unbestreitbare Beweise", verlautete es aus Padua. Die Ermittlungen der italienischen Staatsanwälte kreisen um den höchstumstrittenen Sportmediziner Ferrari, früher auch Arzt von Ex-Radprofi Lance Armstrong. Dem 59-jährigen Ferrari wird vorgeworfen, von seiner Wohnung in St. Moritz aus Millionengeschäfte mit der Betreuung von Athleten gemacht zu haben. Dabei soll er die Sportler bei der Einnahme von Dopingmitteln beraten haben.

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