Tarifstreit
Amerikas Eishockeystars flüchten nach Europa
Thornton, Kowaltschuk, Jagr – die Eishockeystars der nordamerikanischen Profiliga NHL wandern aus. Bis zum Ende des Lockouts suchen sich die Spieler neue Arbeitgeber. Und Europa profitiert davon.
Die Eishockeystars kehren Nordamerika reihenweise den Rücken zu. Nach dem deutschen Nationalspieler Christian Ehrhoff haben sich weitere Profis der nordamerikanischen Profiliga NHL für die Dauer des Lockouts Klubs in Europa gesucht.
Teambesitzer und Spielergewerkschaft NHLPA hatten sich in der vergangenen Woche nicht auf einen neuen Arbeitstarifvertrag einigen können. Die Folge: Alle rund 700 NHL-Profis wurden mit Ablauf des alten Kontraktes am Samstag um Mitternacht (Ortszeit) von ihren Vereinen ausgesperrt. Wann sich beide Seiten zu weiteren Verhandlungen treffen, ist derzeit offen.
Kanadas Olympiasieger Joe Thornton (San Jose Sharks) hat sich jetzt dem Schweizer Rekordmeister HC Davos angeschlossen. Als weiterer Zugang wird dort auch Rick Nash (New York Rangers) gehandelt. Thornton und Nash hatten mit Davos 2004/2005, als die NHL-Saison komplett ausfiel, die Schweizer Meisterschaft gewonnen.
Der Schweizer Verteidiger Mark Streit vom Stadtrivalen New York Islanders wechselt zum Ligakonkurrenten SC Bern.
Kowaltschuk, Malkin und Gontschar gehen in die Heimat
Ilja Kowaltschuk von den New Jersey Devils folgt seinen Landsleuten Jewgeni Malkin und Sergej Gontschar in die russische Heimat. Der Stürmer wird bis zu einer Einigung im Tarifstreit für SKA St. Petersburg in der Kontinental Hockey-Liga (KHL) spielen.
Zuvor hatte sich Superstar Malkin im Zuge des Lockouts in der nordamerikanischen Profiliga NHL mit dem dreimaligen russischen Meister Metallurg Magnitogorsk auf ein Engagament geeinigt. Der Center der Pittsburgh Penguins, MVP der vergangenen NHL-Saison, unterschrieb wie Verteidiger Gontschar von den Ottawa Senators einen Vertrag bis zum Saisonende.
Eishockeylegende Jaromir Jagr (Dallas Stars) kehrt derweil zu seinem Heimatverein Kladno in die tschechische Liga zurück.
Ehrhoff spielt schon Freitag für Krefeld
Christian Ehrhoff wird schon am Freitag für die Krefeld Pinguins, mit denen er 2003 deutscher Meister geworden war, in der Deutschen Eishockey-Liga gegen die Hamburg Freezers auflaufen. Der Verteidiger der Buffalo Sabres soll Dienstag in Krefeld vorgestellt werden.
Es ist der dritte NHL-Lockout seit 1994. Bereits in den Spielzeiten 1994/1995 und 2004/2005 hatten sich Liga und Spielergewerkschaft nicht auf einen Arbeitsvertrag einigen können. Beim ersten Lockout war nur ein Teil der Saison ausgefallen, 2004/2005 wurde die gesamte Spielzeit abgesagt.















