17.09.12

Kontakt mit BMW

Zanardi plant Motorsport-Comeback im DTM-Cockpit

Nach zwei Gold- und einer Silbermedaille bei den Paralympics 2012 in London sucht Alex Zanardi eine neue Herausforderung. Der 45-jährige Italiener will in die DTM und steht bereits in Kontakt mit BMW.

Foto: DPA
London 2012 Paralympic Games
Alessandro Zanardi will DTM-Rennen fahren

Nach seinen Erfolgen bei den Paralympics in London plant Rennfahrer Alex Zanardi ein Comeback im DTM-Cockpit. Der frühere Formel-1-Pilot, der bei einem Horror-Unfall auf dem Lausitzring 2001 beide Beine verloren hatte, steht mit BMW in Kontakt.

Die Münchner, die auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des "kicker" bestätigten, wollen nach der im Oktober endenden Saison die grundsätzliche Machbarkeit für einen Einsatz des 45-Jährigen in einem BMW M3 DTM prüfen.

"Alex ist ein herausragender Sportler und ein leuchtendes Beispiel dafür, dass man mit Hingabe und Einsatz alles schaffen kann. Wir wissen, dass Alex immer noch vor Ehrgeiz brennt", sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. Er schränkte allerdings ein, dass zunächst "zahlreiche Kriterien" geprüft werden müssten, "schon rein bauart- und auch sicherheitsbedingt".

Schon in der WTCC für BMW gefahren

"Wenn es nach Zanardi ginge, dann würde er schon beim nächsten Rennen für uns an den Start gehen", sagte ein BMW-Sprecher. "Wir sagen nicht kategorisch nein. Aber auch nicht kategorisch ja."

Zwei Jahre nach dem Unfall auf dem Lausitzring hatte BMW Zanardi als Werksfahrer verpflichtet und ihm ein Comeback in der Tourenwagen-WM (WTCC) ermöglicht, in der der Italiener bis 2009 vier Siege feierte. Marquardt hob allerdings hervor, dass ein DTM- und ein WTCC-Auto "naturgemäß kaum vergleichbar" seien.

Fahnenträger bei der Abschlussfeier

Für die Rennen in der WTCC hatte BMW seinem Werkspiloten einen umgebauten 320i zur Verfügung gestellt. Zanardi gab mit der Hand Gas und bremste mit der Prothese des rechten Beins. Vor dem Unfall war Zanardi für Jordan, Minardi, Lotus und Williams in der Formel 1 aktiv.

Zanardi sucht nach seinem Paralympics-Abenteuer neue Herausforderungen. In London hatte er als Handbiker zweimal Gold und einmal Silber gewonnen und bei der Abschlussfeier als erfolgreichster Sportler seines Landes die Fahne ins Olympiastadion getragen.

Quelle: dpa, sid/fb
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