1:0 gegen Färöer
Mario Götze kann endlich wieder jubeln
Starker Liga-Start, überzeugendes Länderspiel: Der Auftritt von BVB-Star Mario Götze gegen Färöer weckt Erinnerungen an das vergangene Jahr. Damals folgte allerdings der jähe Absturz.
Der Jubel ist der gleiche geblieben. 28 Minuten war das Qualifikationsspiel gegen Färöer alt, da drehte Mario Götze mit erhobenen Zeigefingern ab, um seine Teamkollegen zum Torjubel zu empfangen. Am Freitagabend in Hannover markierte sein Treffer den Auftakt zum 3:0 (1:0)-Sieg gegen die überforderten Nord-Europäer. Es ist ziemlich genau 13 Monate her, dass Mario Götze zum ersten Mal auf der große Bühne seine Jubelpose präsentierte.
Beim berauschenden 3:2-Testspielsieg gegen Brasilien in Stuttgart war der Dortmunder seinerzeit der beste DFB-Spieler – ebenso beim weit weniger mitreißenden Erfolg gegen Färöer. "Es war ein sehr schweres Spiel, der Gegner hat sehr tief gestanden. Das Tor hat mir sehr gutgetan" sagte der 20-Jährige nach dem Schlusspfiff. Insgesamt muss Götze sein Saisonstart vorkommen wie ein Deja-vu.
Hype um den Posterboy
Damals zauberte sich der Rechtsfuß beim Eröffnungsspiel gegen Hamburg in die Schlagzeilen, diesmal sicherte er seinem Team als Joker den 2:1-Sieg über Werder Bremen. Anno 2011 versuchte ihn sein Trainer Jürgen Klopp mit einer Interview-Sperre zu schützen, doch der Hype um den neuen Posterboy des deutschen Fußballs war längst ausgebrochen. Als dann wenig später auch noch die Gala gegen Brasilien folgte, hatte der Professorensohn nicht nur den Spitznamen "Götzinho" weg, sondern konnte sich auch vor Vergleichen mit Lionel Messi kaum noch retten.
Doch anders als der kleine Argentinier konnte der junge Mann aus Memmingen in Baden-Württemberg seine Leistungen im vergangenen Jahr nicht bestätigen. Zwischenzeitlich schickte ihn Klopp sogar in den Urlaub, um sich von dem Rummel um ihn zu erholen und eine Schambein-Verletzung auszukurieren – mitten während der Saison.
Bei der EM nur Reservist
Die Schambein-Blessur überwand Götze, doch als er sich kurz vor Weihnachten einen scheinbar harmlosen Muskelfaserriss zuzog, streikte sein Körper. Fast die gesamte Rückrunde musste er verletzt aussetzen und von der Tribüne mit ansehen, wie seine Teamkollegen zum Double stürmten. Im Pokalfinale gönnte ihm Klopp nicht einmal einen Kurzeinsatz, Bundestrainer Joachim Löw war bei der EM nur unwesentlich spendabler (elf Spielminuten insgesamt).
Nach seinem starken Auftritt von Hannover wird Götze nun hoffen, am kommenden Wochenende auch in der Bundesliga erstmals in die Startelf befördert zu werden. Damit diese Saison für ihn erfreulicher weitergeht als die abgelaufene.















