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11.05.09

Drama in Köln

Jockey nach Sturz vom Pferd querschnittsgelähmt

Der Jockey Peter Heugl bleibt nach einem schweren Trainingssturz, bei dem er sich mit der Stute überschlug, querschnittsgelähmt. Trotz einer Notoperation konnten die Ärzte die schwere Verletzung des 38-Jährigen nicht mehr verhindern. Tragische Unfälle wie dieser lassen sich nicht ausschließen.

© Galopp-Club Rhein-Main
Peter Heugl - hier bei einem Rennen 2004 - hat sich schwer verletzt
Peter Heugl - hier bei einem Rennen 2004 - hat sich schwer verletzt

Der Schock sitzt immer noch tief beim Kölner Trainer Waldemar Hickst. Auch unmittelbar nach dem Renntag am Sonntag eilte der Galoppsportspezialist wieder in die Universitätsklinik, um nach seinem Jockey Peter Heugl (38) zu schauen.

Seit Mittwoch liegt der in Wien geborene Reiter im Krankenhaus. 7.40 Uhr war er in der letzten Trainingsgruppe mit der dreijährigen Stute Navira auf die Rennbahn in Köln-Weidenpesch gegangen. Der Trainer Hickst beobachtete von seinem Turm noch, wie Heugl auf dem letzten Pferd der Gruppe galoppierte. Dass der Jockey sich dann mit der Stute überschlug, konnte er nicht erkennen. Ihm fiel nur auf, als Heugl im Ziel fehlte. "Keiner hat gesehen, wie das passiert ist", jammert Hickst.

In den künstlichen Tiefschlaf versetzt

Als der Trainer umgehend zu seinem Schützling eilte, war Heugl zwar bei Bewusstsein, doch Hickst dämmerte, dass er schwere Verletzungen davon getragen haben könnte. Sofort alarmierten die Verantwortlichen den Rettungshubschrauber. In der Universitätsklinik wurde Heugl umgehend in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Die zuständigen Ärzte diagnostizierten eine Fraktur des sechsten Brustwirbels und eine Lungenquetschung. Doch trotz einer mehrstündigen Notoperation konnten sie nicht verhindern, dass Heugl querschnittsgelähmt bleibt. "Er ist ein ruhiger gelassener Typ", sagt Hickst, "aber er war schon sehr schockiert."

Obwohl die Risiken im Galoppsport bekannt sind und Vorkehrungen gegen ihre Verwirklichung getroffen werden, lassen sich tragische Konsequenzen wie in anderen Sportarten niemals ausschließen. Im Galoppsport beschleunigen die bis zu zehn Zentner schweren Pferde auf bis zu 60 Stundenkilometer. Mit Schutzwesten versuchen sich Jockeys zwar vor schweren Verletzungen zu schützen, doch helfen ähnlich wie im alpinen Skirennsport bei manchen Stürzen selbst die besten Vorkehrungen nicht.

Ein Dutzend schwere Unfälle

Über ein Dutzend schwerer Unfälle ist in den vergangenen 30 Jahren im Galopprennsport dokumentiert. Der erfolgreiche frühere Trainer Harro Remmert etwa sitzt seit dem 25. April 1976 im Rollstuhl, weil er als Jockey mit seinem Hengst Arpard beim Rennen in Krefeld in ein angrenzendes Waldstück gerast und gestürzt war. Im September 1979 verstarb Manfred Fechner nach einem Unfall mit dem Wallach Mon Minou bei einem Hindernisrennen in Haßloch an seinen schweren Kopfverletzungen. Zwei Jahre darauf kam auf derselben Rennbahn der junge Amateurreiter Axel Pierrot bei einem Massensturz ebenfalls tragisch ums Leben. Die als Auszubildende 1995 im ersten Lehrjahr nach einem Sturz vom Jährlingshengst Ulvang querschnittsgelähmte Sylvia Allen hatte einst gar ihre prominente Ausbilderin Erika Mäder angezeigt. Das Verfahren wurde aber eingestellt.

Der Österreicher Heugl gilt mit mehr als 400 Siegen als äußerst erfahrener Jockey der zweiten Reihe. Mit 54 Kilogramm Körpergewicht wurde er allerdings selten für größere Rennen engagiert. In den Rennstall des Trainers Hickst war Heugl erst zu Beginn dieses Jahres gewechselt.

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