Zweite Liga
Hertha holt Slowaken Pekarik – Rukavytsya nach Mainz
Vor dem Derby gegen den Stadtrivalen Union Berlin hat Hertha BSC noch einmal für Bewegung in seinem Kader gesorgt.
Drei Tage vor dem Berliner Zweitliga-Derby konnten die Befindlichkeiten beim 1. FC Union und bei Hertha BSC kaum unterschiedlicher sein. So stand bei den Herthanern das Duell gegen den Lokalrivalen keineswegs im Vordergrund. Trainer Jos Luhukay und vor allem Manager Michael Preetz beschäftigten sich am letzten Tag der Transferperiode damit, wer gehen soll und wer eventuell kommt. Und tatsächlich wurde der Verein noch einmal schwer aktiv.
In den kommenden beiden Spielzeiten soll der Rechtsverteidiger Peter Pekarik die Berliner Defensive verstärken. Das ist ihm zuzutrauen, denn der 25-jährige Slowake trug schon 39-mal das Nationaltrikot seines Heimatlandes und war bei der WM 2010 in Südafrika dabei. Er stand seit 2009 beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, mit dem er auch Deutscher Meister wurde. Zuletzt war Pekarik allerdings an den türkischen Erstligisten Kayserispor ausgeliehen. Er kommt ablösefrei nach Berlin.
Verlassen wird den Verein dagegen Nikita Rukavytsya. Für den gebürtigen Ukrainer mit australischem Pass ein Aufstieg: Der 25-Jährige erhält beim Bundesligisten FSV Mainz 05 einen Dreijahresvertrag und soll Hertha eine hohe sechsstellige Ablösesumme einbringen. Der pfeilschnelle Rukavytsya absolvierte für die Berliner 24 Bundesliga- und 32 Zweitligaspiele, in denen er insgesamt fünf Tore erzielte. Für die australische Nationalmannschaft kam er bisher in acht Länderspielen zum Einsatz. Fanol Perdedaj (21) stand ebenfalls auf der Transferliste. An ihm waren Drittligisten und Klubs aus Österreich interessiert.
Außerdem stand ein weitere Personalie im Raum: Was wird aus Adrian Ramos, dem Kolumbianer, den die Berliner gern für viel Geld abgeben wollten? "Wir gehen mit Adrian voll in die Hinserie", sagte Jos Luhukay. Bis zum Winter ist in dieser Personalie Ruhe, zum Jahreswechsel aber wird Ramos wieder ein Thema sein. Luhukay begründete die Entscheidung damit, dass es keine für Hertha akzeptablen Angebote gab. Außerdem hätte Ramos nicht adäquat ersetzt werden können. Was im Winter mit der Rückkehr von Pierre-Michel Lasogga (Kreuzbandriss) wieder anders aussieht. "Aus sportlicher Sicht ist es sehr wichtig, dass Adrian bei uns bleibt. Er kann uns helfen, was den Aufstieg betrifft", so der Trainer.
Noch einiges ausprobieren
Wie ernst der 1. FC Union das Derby bereits jetzt nimmt, zeigte sich in einer kleinen, aber wirkungsvollen Aktion. Die zunächst als öffentliches Training deklarierte Nachmittagseinheit fand kurzerhand doch nur hinter verschlossenen Türen statt. Die Maßnahme darf als Zeichen von Nervosität gewertet werden. Trainer Uwe Neuhaus begründete das Abschotten seiner Mannschaft wie folgt: "Wir haben noch einiges zu tun. "Wir möchten noch einiges ausprobieren. Die Öffentlichkeit soll darüber aber nicht Bescheid wissen."
Personell kann Neuhaus nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Abwehrspieler Björn Kopplin (Schambeinentzündung) ist noch nicht wieder fit. Die Innenverteidiger Fabian Schönheim und Roberto Puncec – beide hatten zuletzt in Sandhausen gefehlt – meldeten sich hingegen einsatzbereit.
















