27.08.12

US Open

Titelverteidigerin Stosur demütigt ihre Gegnerin

Die Australierin Samantha Stosur fertigte Martic ohne Mühe ab. Allein zehn Asse flogen der Kroatin um die Ohren. Überraschend gescheitert sind dagegen die Deutschen Julia Görges und Sabine Lisicki.

Foto: REUTERS
Samantha Stosur
Samantha Stosur gewann vergangenes Jahr gegen Venus Williams. Die Australierin bewundert die ehemalige deutsche Ausnahmespielerin Steffi Graf

Samantha Stosur hat die Mission Titelverteidigung bei den mit 25,5 Millionen Dollar dotierten US Open in New York mit einem glatten Auftaktsieg begonnen. Die Weltranglistensiebte aus Australien bezwang in ihrem Erstrundenmatch die Außenseiterin Petra Martic (Kroatien) in 51 Minuten mit 6:1, 6:1.

Im 23.733 Zuschauer fassenden Arthur-Ashe-Stadium zeigte die 28-jährige Stosur eine souveräne Vorstellung. Ihr gelangen unter anderem zehn Asse gegen die im Ranking um 57 Plätze schlechter postierte Martic.

Stosur hatte im letztjährigen Finale von Flushing Meadows die favorisierte Serena Williams (USA) bezwungen und ihren ersten Grand-Slam-Titel geholt. Bei den Australian Open 2012 war die Aufschlagspezialistin von der Gold Coast dann vor heimischem Publikum als große Hoffnungsträgerin bereits in der 1. Runde gescheitert.

Die Sieger des letzten Major-Turniers des Jahres kassieren sowohl bei den Männern als auch den Frauen 1,9 Millionen Dollar (1,55 Millionen Euro).

Görges scheitert an Qualifikantin

Überraschend gescheitert in der ersten Runde ist Julia Görges, die als erste von 16 deutschen Tennisprofis ausgeschieden ist. Die Weltranglisten-21. aus Bad Oldesloe verlor ihr Auftaktmatch in New York mit 6:7 (4:7), 1:6 gegen die Qualifikantin Kristyna Pliskova. Die Tschechin steht im Ranking 104 Plätze hinter der Fed-Cup-Spielerin. "Sie hat verdient gewonnen. Ich habe nach der Regenunterbrechung den Faden nicht mehr gefunden. Ich habe bei Olympia zu viel Kraft gelassen", sagte Görges.

Zuletzt war Görges 2009 in der ersten Runde von Flushing Meadows gescheitert. Im Tiebreak des Auftaktsatzes lag die Stuttgart-Siegerin von 2011 bereits mit 4:2 in Führung, verlor dann aber völlig den Faden und gab fünf Punkte in Folge ab. Auch danach konnte Görges zu selten ihr druckvolles Spiel aufziehen und eine zweieinhalbstündige Regenpause zu Beginn des zweiten Satzes nicht zu ihren Gunsten nutzen.

Auch Sabine Lisicki schied völlig überraschend schon in der ersten Runde aus. Die 22 Jahre alte Berlinerin, die seit dem verlorenem Bronze-Match bei Olympia wegen einer Bauchmuskelzerrung pausiert hatte, verlor am Montag mit 6:4, 2:6, 2:6 gegen die Rumänin Sorana Cirstea.

Mayer wehrt sich gegen Kritik

Unterdessen hat sich der deutsche Tennisprofi Florian Mayer gegen die Kritik an seinem Olympia-Verzicht gewehrt. "Ich finde, Kritik ist absolut berechtigt, wenn ich schlecht spiele", sagte der 28-Jährige in einem Interview auf www.sportschau.de. "Aber dieses Mal fand ich es sehr ungerecht, und es ging auch teilweise unter die Gürtellinie."

Er habe bereits vor dem Grand-Slam-Turnier in Wimbledon für die Olympischen Spiele in London abgesagt, betonte der Bayreuther. "Und ich hatte auch keine wirkliche Medaillenchance für mich gesehen. Ich war ehrlich. Dass dann so mit mir umgegangen wurde in den letzten Wochen, war doch sehr enttäuschend und auch nicht fair."

Olympia-Verzicht brachte Ärger

Der Olympia-Verzicht Mayers und die verletzungsbedingte kurzfristige Absage von Philipp Kohlschreiber hatten massive Kritik hervorgerufen, unter anderen von Boris Becker, Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen und auch DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg. Der Chef des Deutschen Tennis Bundes forderte zuletzt sogar, Spieler, die Olympia verweigern, nicht mehr für den Davis Cup zu nominieren.

"Das ist natürlich doppelt enttäuschend, so etwas zu lesen. Ich kann nur sagen, dass ich im Davis Cup immer mit sehr viel Herz gespielt habe", sagte Mayer am Montag vor seinem Erstrunden-Match bei den US Open gegen den Amerikaner Jack Sock. Gegen Australien in der Davis-Cup-Relegation Mitte September in Hamburg würde er "gerne spielen". Am 4. September wird Kühnen sein Aufgebot benennen.

Ob Routinier Tommy Haas dazu zählt, ist offen. "Die Situation ist schwierig für mich: zum einen brauche ich eine Pause, zum anderen würde ich in meiner Heimatstadt Hamburg sehr gerne spielen", sagte Haas dem ZDF. "Ich entscheide mich wohl erst in letzter Minute."

Quelle: dpa/sid/pk
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