Deutsches Erfolgsteam
Der flotteste Dreier im Beachvolleyball
Dienstag, 10. August 2010 17:28 - Von Steffen LüdekeSie sind die erste deutschen Frauen, die es auf Platz eins der Weltrangliste geschafft haben. Die Verpflichtung eines eigenen Trainers nach dem unglücklichen Olympia-Aus hat sich für Sara Goller und Laura Ludwig gelohnt. Die erfolgreichste Dreiecksbeziehung im Beachvolleyball kann aber auch schmerzhaft sein.
Immer wieder kommen die Einschläge. Mit Urgewalt und Präzision. Mit jedem Einschlag neue Schmerzen. „Nicht hundert Mal, tausend Mal“, erzählt die Gepeinigte. Und auch, dass es genau das ist, was sie gewollt haben. „Sie“, das ist das Beachvolleyball-Team Sara Goller (24) und Laura Ludwig (23). Das momentan beste der Welt, glaubt man den Ranglisten. Nach den Plätzen drei und vier bei den Turnieren in Brasilia und Shanghai führt die Rangliste die Spielerinnen von Hertha BSC auf Platz eins.
Eine Entwicklung, die noch vor wenigen Monaten so nicht absehbar war. Das Aus im Achtelfinale der Olympischen Spiele in Peking war ein Rückschlag, dem nicht wenige wegweisende Bedeutung beigemessen haben. „Wir waren schon sehr niedergeschlagen“, gibt Ludwig zu, „es war nicht einfach, das zu verdauen.“ Geholfen hat der Zuspruch durch die Konkurrenz. Ludwig erinnert sich noch gut an den Satz, den ihr die Brasilianerin Ana Paula nach dem Achtelfinale ins Ohr flüsterte: „Sei nicht traurig, euch gehört die Zukunft.“
Grosse Zukunft
Die Anerkennung durch eine der besten Spielerinnen aller Zeiten hat neue Kräfte und neue Motivation freigesetzt. Auch deswegen fiel wenig später die Entscheidung, die Trainingsgestaltung dauerhaft in die Hände eines Profis zu legen. Als einziges deutsches Team leisten sich die Europameisterinnen den Luxus, mit dem in Hamburg lebenden Neuseeländer Craig Seuseu (37) einen Vollzeittrainer zu beschäftigen.
Zumal sich schnell Erfolg eingestellt hat. Beim Turnier der Europa-Tour in Cran Canaria sind Goller und Ludwig ab Donnertag deswegen in der Rolle des Favoriten. „Das ist nur eine Momentaufnahme“, sagt Ludwig zwar in Anbetracht ihrer Weltranglistenposition. Aber eine, auf die sie stolz ist. Immerhin ist es das erste Mal, dass sich ein deutsches Duo als Nummer eins der Welt bezeichnen darf. „Ein schöner Lohn für die Entbehrungen ist das schon“, sagt Ludwig.
Zwangsehe statt Urlaub
Weit mehr als die Hälfte des Jahres ist das Paar rund um den Globus unterwegs. Doch was für viele nach Urlaub klingt, hat damit nur wenig gemein. „Es ist ein wenig wie eine Zwangsehe“, sagt Ludwig über ihr Verhältnis zu Goller. Sie essen zusammen, trainieren zusammen, spielen zusammen, leben zusammen. Und wie in jeder Ehe kriselt es mitunter auch: „Wir verstehen uns wunderbar, aber auch wir haben unsere Zickereien.“ In dieser Saison jedoch etwas weniger als zuvor. Weil aus der Beziehung durch Seuseu eine Menage a Trois geworden ist.
Seither funktioniert das Miteinander zwischen Sara und Laura noch besser; sportlich und menschlich. „Er ist ein offener, herzlicher und netter Mensch“, sagt Ludwig über ihren Trainer. „Er spürt unsere Stimmungen, kann schlichten. Keine Frage, durch ihn ist unser Verhältnis noch besser geworden.“
Erschienen am 05.05.2009



























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