13.08.12

Spanische Medien

Bilbao lässt Martinez für 33 Millionen nach München

Angeblich ist der Wechsel des Wunschspielers für das defensive Mittelfeld fix. Ohnehin haben die Bayern auf dem Transfermarkt klug eingekauft. Sie sind flexibler und nicht mehr auf Gomez angewiesen.

Foto: DPA
Javier Martinez
Javier Martinez (r.) im Trikot von Athletic de Bilbao

Sie verstanden das Lied als Aufforderung. Durch die Lautsprecher im Münchner Stadion dröhnte "Let me entertain you" von Robbie Williams, und die neuen Spieler des FC Bayern fingen an, ihren Fans bei der ersten gemeinsamen Party einige Showeinlagen zu bieten. Dante klatschte mit Bär Berni ab, dem Maskottchen des Rekordmeisters. Mario Mandzukic nahm den Supercup und tat so, als würde er damit Xherdan Shaqiri verprügeln. Shaqiri lachte und lief davon.

Die Münchner hatten soeben mit einem 2:1 (2:0) gegen Borussia Dortmund den Pokal gewonnen. Es war nicht irgendein 2:1, es war ein 2:1 gegen den härtesten Rivalen. Gegen die Mannschaft, gegen die sie zuletzt fünfmal in Folge verloren hatten, die ihnen zuletzt alles vor der Nase weggeschnappt hatte: zwei Meisterschaften und einen DFB-Pokalsieg. "Das tut der bayrischen Seele gut. Jetzt geht die Rechnung wieder bei null los und nicht bei minus fünf", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und lächelte. Im Verein müsse sich aber niemand auf die Schulter klopfen.

"Hey, wir haben es drauf!"

Vielleicht klopft sich Rummenigge aber bald selbst auf die Schulter, im Mittelfeld kommt möglicherweise noch ein Spieler dazu. Der Verein ist weiterhin an Javi Martinez von Athletic Bilbao interessiert, laut spanischen Medien soll Bilbao den 23-Jährigen für 33 Millionen Euro Ablöse ziehen lassen. Sein Berater sagte, dass Martinez gern nach München wechseln möchte.

Die Vorstellung im Supercup jedenfalls verlief schon ohne den Spanier auf hohem Niveau. Sie hat etwas hervorgerufen, was für die Münchner ganz wichtig ist: ein gutes Gefühl. Das Gefühl, gut eingekauft und etwas verändert zu haben. Eine Kampfansage an Dortmund sei der Sieg gar nicht gewesen, sagte Nationaltorwart Manuel Neuer. "Eher ein Zeichen für uns selbst: Hey, wir haben es drauf!"

Für Mandzukic hat der Klub 13 Millionen Euro an den VfL Wolfsburg überwiesen, für Dante 4,7 an Borussia Mönchengladbach, und gegen Dortmund zählten die beiden zu den besten Bayern. Das Spiel war der Abschluss der Saisonvorbereitung, die Nationalspieler wie der Kroate Mandzukic sind diese Woche mit ihren Auswahlmannschaften unterwegs, am Montag treten die Bayern in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Zweitligaklub Jahn Regensburg an. Und der Supercup bestätigte den Eindruck der Vorwochen: Mandzukic und Dante sind die Gewinner der Vorbereitung.

Die besten Titel kommen noch

Mandzukic hatte das erste Tor erzielt (6.) und das zweite von Thomas Müller (11.) mit einem Pass aus dem Mittelfeld eingeleitet, den nur wenige Angreifer spielen können. Er arbeitete auch defensiv, und so kamen die Dortmunder nicht über den Anschluss durch Robert Lewandowski (75.) hinaus. "Ich bin zu den Bayern gekommen, weil es Spaß macht, um Titel zu spielen. Und die besten Titel kommen noch", sagt Mandzukic.

Der 26-Jährige ist zurückhaltend und höflich. Dass sich sein Sturmkonkurrenz Mario Gomez verletzt hat, tue ihm leid. Ihm gefällt es nicht, Positives aus dem Leid anderer zu ziehen. Doch Gomez' Ausfall gepaart mit den guten Leistungen Mandzukics hat den Neuen ganz schnell zum Stürmer Nummer eins gemacht. Sein Stil macht das Spiel des FC Bayern weniger berechenbar. Er zieht auf die Außenbahnen, lässt sich fallen, schirmt Bälle gut ab. Niemand vermisste Gomez an dem Supercup-Abend.

Fußball ist manchmal ungerecht. Gomez kann derzeit nicht mal trainieren. Dabei würde er sicher gern beweisen, dass er sehr gut ist, nachdem Präsident Uli Hoeneß ihm diese Klassifizierung zuletzt absprach. Nach dem Sieg fragte jemand Rummenigge, wie ihm Mandzukic gefallen hat. "Sehr gut."

Nicht mehr auf Gomez angewiesen

In der vergangenen Saison war die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes auf Gomez angewiesen, Ivica Olic und Nils Petersen waren keine Alternativen. In Mandzukic und dem angeschlagenen, aber erfahrenen und cleveren Claudio Pizarro haben sie nun zwei. Eine Grundvoraussetzung, um in drei Wettwerben erfolgreich sein zu können.

In der Innenverteidigung muss Heynckes eine schwere Frage beantworten: Wer spielt neben dem gesetzten Holger Badstuber – Jerome Boateng oder Dante? Boateng kennt die Mannschaft nach einem Jahr bei den Bayern besser, spielt aber zu selten über 90 Minuten konzentriert. Dante hat sich schnell integriert und erhält von Heynckes viel Lob. Dem Trainer gefallen die guten Kopfbälle, sein Verhalten bei Standardsituationen und sein kompromissloses Spiel.

"Er ist ein Mann, der der Abwehr Ruhe gibt und stabil steht", sagt auch Rummenigge. Und Ruhe ausstrahlen, das ist für die Bayern-Innenverteidiger in den nächsten Wochen noch wichtiger als sonst, weil neben ihnen wohl ein 18-Jähriger ohne Erfahrung in der Bundesliga spielen wird: Emre Can dürfte auf der linken Abwehrseite den verletzten David Alaba ersetzen.

Spanische Medien: Martinez kommt nach München

Im Supercup unterliefen Can noch einige Fehler. Heynckes ärgerte sich darüber, ist von seinem Potenzial aber überzeugt. "Er ist ein hochtalentierter Spieler, der gepusht werden muss." Can würde am liebsten im Mittelfeld spielen, aber Heynckes setzt ihn dort ein, wo er ihn braucht. "Franz Beckenbauer und Günter Netzer haben auch auf anderen Positionen begonnen", so der Trainer.

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