Kitzbühel
Startplatz gewonnen – Amateur schockt Tennisprofis
Stephan Tumphart spielt eigentlich Tennis in der österreichischen Landesliga. Nun gewann er für das Turnier in Kitzbühel einen Startplatz im Doppel mit Philipp Kohlschreiber. Beide gewannen ihr Match.
Das ATP-Turnier in Kitzbühel geht derzeit etwas unter, bei all dem Brimborium, das um die bevorstehenden olympischen Spiele in London gemacht wird. Doch nun hat das Turnier noch lange bevor es in die entscheidenden Finalspiele geht, eine Sensation zu vermelden, die wahrscheinlich nicht mehr getoppt werden kann.
Stephan Tumphart studiert eigentlich in Graz Technische Physik. In einem Gewinnspiel des Wettanbieters hat er sich gegen 4000 Mitbewerber durchgesetzt und einen Startplatz in der Doppel-Konkurrenz des Turniers gewonnen. Zusammen mit dem deutschen Philipp Kohlschreiber stand er am Montag auf dem Platz. Und als wäre das nicht längst genug, ging das deutsch-österreichische Duo auch noch als Sieger vom Platz. 5:7, 6:4 und 10:5 im entscheidenden Champions-Tie-Break, der statt des dritten Satzes gespielt wird, blamierten sie Lukas Rosol (Tschechien) und Horacio Zeballos (Argentinien).
"War erstaunt, wie gut ich mithalten konnte"
Tumphart spielt sonst in der österreichischen Landesliga B, der vierthöchsten Spielklasse, für den TC St. Valentin. Nach dem Spiel meinte er: "Das geht schon alles viel schneller, aber ich war erstaunt, wie gut ich dann doch mithalten konnte." Vor dem Match hatte er sich noch mit "Kohli" eingespielt und die Match-Taktik besprochen. "Er hat mir ein paar gute Tipps gegeben und natürlich hat er mich auch rausgerissen. Er ist ein super lässiger Typ", sagt Tumphart, der allerdings genau wie Kohlschreiber nur einmal seinen Aufschlag abgab.
Am Dienstag saß der 20-Jährige dann erst mal entspannt auf der Tribüne und beobachte den nächsten Gegner, das top-gesetzte Doppel Frantisek Cermak (Tschechien) und Julian Knowle (Österreich). Die Marschrichtung für die zweite Runde steht: "Ich habe keinen Druck. Es soll einfach wieder richtig Spaß machen", sagt Tumphart, bevor dann doch kurz das österreichische Temperament mit ihm durchgeht: "Jetzt hauen wir halt die nächsten weg."














