27.04.09

Bayern München

Jupp Heynckes übernimmt Klinsmanns Job

Jupp Heynckes soll bis zum Saisonende die Position von Jürgen Klinsmann übernehmen. Der FC Bayern München hatte sich am Vormittag von seinem Trainer getrennt. "Der Vorstand sah die Mindestziele für diese Saison gefährdet und hat sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen", so der Verein auf seiner Internetseite.

Foto: REUTERS

Uli Hoeneß hatte sogar religiösen Beistand gegen Schalke 04. Auch das Wetter war schön in München. Aber dann ...

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Jürgen Klinsmann ist nach nicht einmal zehn Monaten als Trainer bei Bayern München gescheitert. Am Montag, zwei Tage nach der 0:1-Niederlage gegen Schalke 04, zog der Vorstand des deutschen Fußball-Meisters die Notbremse, nachdem die Bayern zuletzt auch in der Bundesliga die hochgesteckten Erwartungen nicht mehr erfüllen konnten.

Der Verein schreibt auf seiner Webseite : "Der Vorstand sah nach den letzten Ergebnissen die Mindestziele für diese Saison gefährdet und hat sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen."

Bis zum Saisonende übernimmt Jupp Heynckes die Nachfolge von Klinsmann, dessen Vertrag noch bis zum 30. Juni 2010 gelaufen wäre und der noch am Samstag von einer Fortsetzung seiner Arbeit beim Rekordmeister überzeugt war. Er sehe durchaus eine Zukunft, zumal die Chemie zur Mannschaft stimme. Heynckes war bereits von 1987 bis 1991 Bayern-Coach. Assistent von Heynckes wird Hermann Gerland, Trainer der Drittliga-Mannschaft des Rekordmeisters.

Wie der FC Bayern mitteilte, werden Heynckes und Gerland bereits morgen das Training der Lizenzspielermannschaft leiten. Vom Rauswurf betroffen sind auch die Klinsmann-Assistenten Martin Vasquez und Nick Theslof.

Klinsmann war am Morgen des für die Profis trainingsfreien Tages um 9.23 Uhr auf das Vereinsgelände gekommen. Im Gespräch mit dem Vorstand wurde er dann von dem vorzeitigen Ende der Zusammenarbeit unterrichtet.

Klinsmanns Entlassung ist der insgesamt vierte Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Der ehemalige Bundestrainer hatte als "absoluter Wunschtrainer" des Münchner Vorstandes um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß sein Amt im vergangenen Juli als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld angetreten. Klinsmanns Vertrag wäre am 30. Juni 2010 ausgelaufen. Der 44-Jährige dürfte eine Abfindung in Millionen-Höhe erhalten.

Am 30. Juni 2008 war der ehemalige Bundestrainer beim FC Bayern mit hohen Ansprüchen und viel Elan in seine erste Amtszeit als Vereinstrainer gestartet. Jeden Spieler wollte der 44-Jährige besser machen, eine neue Spielphilosophie entwickeln und zudem möglichst viele Titel gewinnen - doch nach exakt 302 Tagen ist davon nicht viel übrig geblieben. In der Champions League und im DFB-Pokal war für die Münchner im Viertelfinale Endstation gewesen.

Immer mehr Auflösungserscheinungen machten sich breit, schon seit Wochen stand der frühere Torjäger massiv in der Kritik. Bei den Fans hatte Klinsmann schon länger jeden Kredit verspielt. Tiefpunkte waren zuletzt das 0:4 in der Champions League beim FC Barcelona und das 1:5 in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg.

Nach dem 0:1 gegen Schalke war auch der Vorstand mit seiner Geduld am Ende. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Manager Uli Hoeneß und Finanzvorstand Karl Hopfner beschlossen in einer mehrstündigen Krisensitzung den Rauswurf von Klinsmann. Montag früh wurde der Weltmeister von 1990 von diesem Entschluss unterrichtet.

In der Bundesliga gab es unter Klinsmann in 29 Spielen bereits sieben Niederlagen. Für die Bayern ist es schon jetzt die zweitschlechteste Liga-Bilanz der vergangenen zehn Jahre. Nur 2006/07 hatte es zehn Pleiten in einer Saison gegeben.

Quelle: BMO
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